Afrika – Tierprodukte verbessern Mangelernährung

Afrika – Tierprodukte verbessern die Mangelernährung von Kindern: Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch wirken sich positiv auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder in Afrika aus. Eine neue Studie aus Kenia in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn hat mehr als 32.000 Wachstumsdaten von Kindern im Vorschulalter verglichen.

Kinder, die tierische Produkte auf ihrem Speiseplan hatten, litten weniger unter Entwicklungsdefiziten.

Rund 150 Millionen Kinder bis zu einem Alter von 5 Jahren leiden weltweit unter massiven Wachstums- und Entwicklungsstörungen, die zu Kleinwuchs, beeinträchtigter kognitiver Entwicklung und zum Tod führen können. Die Ursache ist Mangelernährung. Etwa die Hälfte der wachstumsverzögerten Kinder lebt in Afrika unterhalb der Sahelzone.

Die Studie

Tierprodukte können Wachstumsverzögerungen in Afrika mindern

Die Studie zeigt, dass der Konsum von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern das Risiko von Wachstumsstörungen reduziert. Den größten Effekt hatten Eier, gefolgt von Milchprodukten, Fisch und Fleisch.

Bereits kleine Mengen von Tierprodukten reduzierten das Risiko einer Wachstums- und Entwicklungsstörung um rund 7%.

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) wirkten sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung aus, sind aber in den afrikanischen Ländern in den ländlichen Gegenden oft nicht ganzjährig verfügbar und konnten auch den positiven Effekt auf die Entwicklung der Kinder von Tierprodukten, wie Eier, Fleisch und Milchprodukten nicht erreichen.

Die Lebensmittelpreisinflation, die mit den Lockdowns eingeleitet wurde und mit den Sanktionen des Westens gegen Länder des Ostens und der daraus resultierenden Energiekrise weiter vorangetrieben wurde, verschärft die Situation der Kinder in Afrika.

Afrika: Vorbeugung von Kindersterblichkeit, Morbidität, körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen

Um Kindersterblichkeit, Morbidität sowie körperlichen und kognitiven Entwicklungsstörungen vorzubeugen, untersuchten Dr. Makaiko Khonje vom CABI für Afrika in Kenia und Prof. Dr. Matin Quaim vom Zentrum für Ernährungsforschung der Universität Bonn, wie die Ernährungssituation von afrikanischen Kindern verbessert werden kann. Ihre Studie beruht auf repräsentativen Daten von 32.000 Kindern zwischen 0 bis 5 Jahren aus fünf afrikanischen Ländern, Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda.

Pflanzliche Lebensmittel alleine haben keine positiven Effekte auf die Ernährungssituation, hinzu kommt, dass sie in vielen ländlichen Regionen in Afrika nicht ganzjährig zur Verfügung stehen.

Bereits ältere, kleinere und regional angelegte Studien zeigten, dass Kinder, die mit tierischen Produkten, wie Eiern, Fleisch und Milchprodukten ernährt wurden, weniger häufig wachstumsverzögert sind.

Die Wachstumsverzögerung ist ein eindeutiges Indiz der Mangelernährung und Indikator für eine erhöhte Mortalität, beeinträchtigte körperliche und geistige Entwicklung sowie für weitere Krankheiten durch den geschwächten Körper.

Bereits bei dem Verzehr kleiner Mengen von Tierprodukten verringerte sich die Wachstumsverzögerung um 6,8%.

Wieso treten Wachstumsverzögerungen in Afrika auf?

Wachstumsverzögerungen treten bei einem Mangel an hochwertigen Proteinen und Mikronährstoffen auf, wie z.B. Vitamin B12, durch unzureichende Nahrungsaufnahme.

In den untersuchten afrikanischen Ländern Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda sind 27% der Kinder unterentwickelt.

In 81% der Haushalte der Studie in den 5 Ländern werden ASFs (Tierprodukte) konsumiert, in 96% der Haushalte werden Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) konsumiert, Obst nur in 45% der Haushalte.
Die pflanzlichen Lebensmittel konnten die Wachstumsverzögerungen nur um 3,9% verringern, die mit Tierprodukten um 6,8%.

Fazit:

Die Studie der Wissenschaftler aus Afrika und Deutschland zeigt, wie wichtig die Rolle von Tierprodukten in der menschlichen Ernährung ist, insbsondere von Kindern im Vorschulalter.

In Deutschland werden eher zu viele als zu wenig Tierprodukte konsumiert, doch zeichnet sich hier ein Trend ab, auf Tierprodukte zu verzichten. Genmanipulierte und chemisch veränderte Lebensmittel sowie kultiviertes Fleisch oder Fleischersatzprodukte sollen die Nahrungsmittel der Zukunft im Rahmen der Agenda 2030 in Europa werden, zum Teil wird in Schulen und Kindergärten ideologiegetrieben eine fleischlose Kost bereits umgesetzt. Hier sind langfristig trotz guter Ernährungssituation in Deutschland Mangelernährungen denkbar, insbesondere wenn Eltern nicht darauf achten können, das Defizit auszugleichen, etwa durch Fleisch oder Fisch am Wochenende oder durch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B12 oder Jod.

Da die Agenda 2030 weltweit umgesetzt werden soll, wird sich die Situation für die Menschen in Afrika, insbesondere für die Kinder, weiter verschärfen. Die Studie legt nahe, dass sich Wachstumsverzögerungen bei Kindern in Afrika ohne Tierprodukte weiter verschärfen werden.

Ob kultiviertes Fleisch und genmanipuliertes Gemüse und Getreide eine Mangelernährung in Zukunft ausgleichen können, ist fraglich, da es ausreichend Lebensmittel und weitere Möglichkeiten für alle bereits heute gibt, die Gehälter in der Dritten Welt nur künstlich zu niedrig gehalten werden, um ausreichend Nahrung für die Familie zu erwerben, sie beim Eigenanbau steriles Saatgut kaufen müssen oder durch die Industrie von Wasserquellen abgeschnitten werden.

Außerdem sind die möglichen negativen Auswirkungen der genmanipulierten Lebensmittel auf Mensch, Tier und Natur noch nicht ausreichend erforscht.

Quelle:

Studie: Lebensmittel tierischen Ursprungs verbessern die Kinderernährung in Afrika

Weiterführende Literatur:

Nahrung fürs Leben: Alle neuen Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft – wie Sie Ihre individuell richtige Ernährung finden, sich vor chronischen Krankheiten schützen und bis ins hohe Alter gesund bleiben (#Anzeige)

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Novel Food – Lebensmittel der Zukunft

Genmanipulierte Lebensmittel heute und morgen

Novel Food – Lebensmittel der Zukunft. Neu auf europäischen Tischen: Davidslilie und Hausgrille sowie die Larve des Getreideschimmelkäfers

Gentechnik: Lebensmittel der Zukunft sollen laut Bundesregierung und Steakholderfoods genetisch veränderte Nahrungsmittel und andere Novel Foods wie kultiviertes Fleisch, proteinreiche Insekten, Meerespflanzen und Algen sein.

Was ist Novel Food?

Insekten und GVOs in Lebensmitteln

Novel Foods sind neuartige Lebensmittel, die in der EU erst kurz zugelassen sind. Hierbei handelt es sich um Lebensmittel, die in anderen Ländern bereits traditionell erprobt sind, als auch um genmanipulierte Mikroorganismen, wie z.B. modifizierte Escherichia Coli – Stämme zur Fermentation von Lebensmitteln wie Milchprodukten, gentechnisch verändertes Gemüse, Nahrungsergänzungsmittel oder Insekten.

Für die Zulassung eines Novel Food in der EU muss ein Antrag gestellt werden. Der Antrag muss wissenschaftliche Daten zur Unschädlichkeit des neuartigen Lebensmittels enthalten.

Allerdings durchläuft das neue Nahrungsmittel oder der Mikroorganismus keine unabhängige Kontrolle, sondern der Antragsteller kann die Daten selbst erheben, sodass unbewusste oder bewusste Manipulationen der Daten möglich sind.

Welche Insekten sind in der EU zugelassen?

  • Gelber Mehlwurm (Tenebrio molitor)
  • Hausgrille (Acheta domesticus)
  • Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
  • Larve des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus)

Die Insekten dürfen getrocknet, gefroren, pastös oder pulverisiert in Lebensmitteln enthalten sein, es besteht jedoch eine Kennzeichnungspflicht.

In welchen Lebensmitteln sind Insekten zugelassen?

  • Müsli-Riegel
  • Brot und Brötchen
  • Müsli und Frühstückzerealien
  • Backmischungen
  • Gerichte auf Getreidebasis
  • Chips und Knabberzeug
  • Schokolade
  • Erdnussbutter
  • Fleischzubereitungen und Fleischalternativen
  • Alternativen von Milch und Milchprodukten

In welchen Produkten sollen Insekten in Zukunft zugelassen werden?

  • Back- und Teigwaren,
  • Bier
  • Saucen und Fertiggerichte
  • Kartoffelerzeugnisse
  • Pizza
  • Snacks wie Chips und Cracker
  • Nudeln
  • Fleischersatzprodukte

Insekten enthalten gesunde Proteine, es gibt jedoch keine EU-Vorschrift, dass die Chitinpanzer vor der Verarbeitung entfernt werden müssen.

Chitin ist ein uneinheitliches Bio-Polymer und das zweithäufigste Polymer nach der Cellulose. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Chitin nicht für die Härte des Panzers einen Insekts verantwortlich, sondern für seine Weichheit und Biegsamkeit. Es befindet sich z.B. auch in Pilzen. Erst durch die Verbindung mit dem Struktur-Protein Sklerotin wird der Panzer oder das Exosklelett von Gliederfüßern mit Chitin hart.

Gentechnik als Nahrung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

Novel Food: Gentechnisch veränderte Pflanzen

Ein Teil der genmodifizierten Nahrungspflanzen unterliegt nicht mehr dem EU-Gesetz für GVOs.
Da bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln nicht nur eine negative Auswirkung auf den Menschen, sondern auch auf die Umwelt befürchtet wird, unterliegt der Anbau genmodifizierter Pflanzen in der EU noch strengeren Kontrollen.

Bisher darf in der EU nur eine modifizierte Maissorte, die GV-Maislinie (MON810), ausgesät werden, andere Pflanzen unterliegen strengen Laborauflagen und werden zunächst in anderen Ländern in der Umwelt erprobt, wenn die nationalen Gesetze des Landes es zulassen. Das Ausbringen von GVOs unterliegt nationalen Gesetzen, in Österreich ist die Maislinie MON810 noch verboten.

Doch Vorsicht! Bestimmte GVOs sollen nicht mehr den Gesetzen der Gentechnik unterworfen werden.

Neue Rechtslage zu gentechnisch veränderten Pflanzen

Die Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten den vom Agrarausschuss erarbeiteten Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1 im Februar 2024 zu, diese werden den gezüchteten Pflanzen gleichgestellt, die Regelungen für GVOs sollen entfallen. Für diese NGT-Pflanzen der Kategorie 1 soll es keine Kennzeichnungspflicht geben, da sie den Pflanzen aus Züchtungen gleichgestellt werden sollen. Komplexere genetische Veränderungen der Kategorie 2 oder höher unterliegen weiter der Kennzeichnungspflicht. Zur aktuellen Diskussion

Wie werden gentechnisch veränderte Pflanzen hergestellt?

Beim neuen Gentechnikgesetz zu den NGT-Pflanzen der Kategorie 1 handelt es sich um Nutzpflanzen, die mittels Mutagenese, Cisgenese (Übetragung von Genen zwischen verwandten Arten), Intragenese oder einer Mischnung aus den verschiedenen gentechnischen Verfahren, z.B. auch mit der Genschere Crispr/Cas verändert wurden und nun gezüchteten Pflanzen gleichgestellt werden. Ein Patentrecht soll es aber nicht auf sie geben. Neue Verfahren in der Pflanzenzüchtung-EU-Parlament

Novel Food Pflanzen

Welche gentechnischen Lebensmittel sind bei uns im Handel erlaubt?

  • Sojabohnen: 26 Linien zugelassen
  • Raps: 8 Linien zugelassen
  • Zuckerrübe: 1 Linie zugelassen
  • Mais: 51 Linien zugelassen

Diese genmanipulierten Lebensmittel sind für den Import in die EU zugelassen, dürfen aber nicht angebaut werden. Zum Anbau ist in der EU bisher nur eine GV-Maislinie (MON810) zugelassen, in Österreich besteht jedoch ein Anbauverbot.

Der Anbau von den in der EU zugelassenen genmodifizierten Lebensmitteln unterliegt nationalem Recht. Der Anbau unterliegt in der EU strengen Regeln, weil er Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte.

Es wird angenommen, dass GVOs, die z.B. gegen Fressfeinde entwickelt wurden, auch negative Auswirkungen auf Nutzinsekten haben oder sich die genetisch veränderten Arten mit Wildpflanzen kreuzen. So muss die die Entwicklung der GVOs unter Laborbedingungen und in speziell dafür eingerichteten Gewächshäusern stattfinden.

Die NGT-Pflanzen können nach der Entwicklung in andere Länder exportiert werden, deren nationale Gesetze den Anbau von GVOs erlauben, um sie dort im Feldversuch zu prüfen.

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen, Enzyme und Aminosäuren

Verstecktes Novel Food

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen, Enzyme und Aminosäuren sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht.

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen werden z.B. für die Fermentation von Lebensmitteln eingesetzt. Sie gelten als sicher.

Fermentation von Lebensmitteln mit genetisch veränderten Mikroorganismen

Infokasten:Liste der Lebensmittel, die mit genveränderten Mikroorganismen, Enzymen und Aminosäuren versehen sein können
Liste der Lebensmittel, die genetisch veränderte Enzyme enthalten können

Das Berliner Start-up Formo produziert z.B. Milchproteine für alternative Käseprodukte.

Einige Vitamine und Aromen werden mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt, wie etwa Vitamin C, B2 und B12.

Genmodifizierte Mikroorganismen, wie z.B. Escherichia-coli-Bakterienstämme, die zur Produktion von Enzymen, Vitaminen und anderen Zusatzstoffen benötigt werden, sind in der EU erlaubt, genau wie genveränderte Hefen für z.B. Bier oder Brot sowie modifizierte Schimmelpilze.

Welche Aminosäuren können mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden?

  • Lysin
  • Threonin
  • Phenylalanin
  • Methionin
  • Tryptophan
  • Leucin
  • Glutaminsäure
  • Cystein

Aminosäuren, die mit Hilfe von genmanipulierten Mikroorganismen hergestellt wurden, sind nicht kennzeichnungspflichtig.

Die EU stellt eine vollständige Liste der zugelassenen Novel Food zur Verfügung.

In der EU werden die Auswirkungen der GVOs von der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, auf die Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt überprüft.

Kultiviertes Fleisch und Fleischersatzprodukte

Novel Food – Fleisch der Zukunft

In-vitro-Fleisch, kultiviertes Fleisch, wird in einem mehrstufigen Prozess hergestellt. Zunächst werden einem Tier Stammzellen entnommen. Diese Stammzellen werden in Bioreaktoren in eine Nährlösung aus Wasser, Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen gegeben, mit deren Hilfe aus den Stammzellen Fleisch gezüchtet wird.

Aus Stammzellen kann jede Art von Gewebe herangezüchtet werden, wie z.B. Muskelfleisch, Fett, Lunge oder auch Hirn. Durch die Lenkung in den Bioreaktoren wird bestimmt, welche Art von Fleisch entstehen soll.

Um dem Laborfleisch Struktur zu geben, sind weitere Schritte notwendig. Dazu kann ein Zellgerüst verwendet werden, an dem sich das Fleisch zur Strukturbildung anheften kann. Das Zellgerüst des in-vitro-Fleisches besteht jedoch nicht aus natürlichen Protein – Fasern. Es wird dem Fermentationsprozess zugegeben.

Wenn das Fleisch fertig ist, kann das Wasser abgegossen und das Fleisch weiter verarbeitet werden.

Der gesamte Prozess soll mehrere Wochen bis Monate dauern.

Welche Unternehmen stellen kultiviertes Fleisch her?

Novel Food Unternehmen der Zukunft

In der EU gibt es einige Start Ups, die nach und nach auf den Markt streben. So stelllte das französische Startup Gourmey im Sommer 2024 einen Antrag auf den Verkauf von kultiviertem Fleisch in der EU.

Das deutsche Unternehmen Wiesenhof investierte in zwei Unternehmen für in-vitro-Fleisch, in den niederländischen Lebensmittelhersteller Mosa Meat, der Rindfleisch herstellt und in ein israelisches Unternehmen, das Hühnerfleisch entwickelt.

Das tschechische Unternehmen Bene Meat bekam für sein in-vitro-Fleisch eine Zulassung als Beimischung für Tierfutter.

Ein deutsches Start Up stellte einen Antrag auf Zulassung für sein gezüchtetes Fleisch als Beimischung zu Hot Dogs.

Das gezüchtete Fleisch kann unter Verwendung von Gentechnik hergestellt werden.

Vegane Wurst- und Fleischersatzprodukte

Vegane Wurst- oder Fleischersatzprodukte bestehen nicht aus GVOs, allerdings werden viele Zusatz- und Hilfsstoffe in veganen Fleischersatzprodukten verwendet, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden, wie modifizierten Pilzen, Bakterien und Hefen. Sie sind nicht kennzeichnungspflichtig.

Guten Appetit!

Weiterführende Literatur:

Poury Zarshenas: Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Der Retter der explosionsartig wachsenden Erdbevölkerung oder der schwarze Glamour des allmählichen Todes?! (#Anzeige)

Lebensmitteltechnologie: Die industrielle Herstellung von Lebensmitteln aus landwirtschaftlichen Rohstoffen (#Anzeige)

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Wissenschaft zwischen Freiheit und Autoritarismus – Vorlesung

Die French-Theorie als Ursache von Autoritarismus in der Wissenschaft

Wissenschaft zwischen Freiheit und Autoritarismus – Ringvorlesung: Am Montag, den 25.11.2024, beginnt die Vorlesungsreihe Wissenschaft zwischen Freiheit und Autoritarismus. Eva Illouz bildet den Auftakt dieser spannenden Reihe mit ihrem Vortrag „Between Freedom and Authoritarianism – French Theory and US Academic Politics“. Die Vorlesung findet in der Aula der alten Universität Heidelberg um 18.00 Uhr statt.

Eva Illouz spricht über die French Theory, eine kritisch-analytische Denkschule, und das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft in den USA.

Die French Theorie ist eine kritische Denkschule der 1980er Jahre, die von französischen Intellektuellen wie Foucault, Derrida (#Anzeige)und Deleuze in den USA entwickelt wurde. Laut Illouz ebnete die French Theorie paradoxerweise einer autoritären Wissenschaft den Weg.

Prof. Dr. Eva Illouz ist Soziologin der Ecole des Hautes en Sciences Sociales, einer französischen Elite-Hochschule in Paris, und mehrfach ausgezeichnet. Ihr Beitrag ist Teil der Ruperto Carola Ringvorlesung, die sich in diesem Wintersemester mit dem Thema „Freiheit?! Die Universität als Diskursraum“ beschäftigt.

Illouz These zum Autoritarismus in der Wissenschaft

Die Frenchtheorie ist eine postmoderne kritische Theorie, die in den USA in den Sozial- und Geisteswissenschaften eine wichtige Rolle spielt. Illouz vertritt die These, die French Theory ebnete mit ihrer Verwendung durch politische Akteure und für politische Zwecke der autoritären Wissenschaft den Weg. In ihrem Vortrag geht die Referentin der Frage nach, wie aus der kritisch-analytischen Perspektive der French-Theorie, die frühere Wissensansprüche und angebliche Wahrheiten entkräften und dekonstruieren wollte, ein autoritärer Wissenszugang erwachsen konnte.

Im Anschluss an den Vortrag will Eva Illouz mit ihrem Dialogpartner Prof. Dr. Günther Leypoldt vom Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg diskutieren.

Die Vorlesungsreihe wurde von der Sinologin Prof. Dr. Barbara Mittler und der Medienanthropologin Prof. Dr. Brosius vom Heidelberger Centrum für transkulturelle Studien entwickelt.

Für wen? Wo?

Präsenzvorlesung – Digitale Vorlesung

Wissenschaft zwischen Freiheit und Autoritarismus-Ringvorlesung

Das Thema Freiheit in der Wissenschaft soll mit dem Format einer Ringvorlesung einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Auf den Auftakts-Vortrag „Between Freedom and Authoritarianism – French Theory and US Academic Politics“ am 25.11.2024 von Eva Illouz sollen in diesem Wintersemester noch vier weitere Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern folgen, jeweils montags um 18.00 Uhr in der Aula der Alten Universität Heidelberg. Die Vorträge werden aufgezeichnet und stehen etwas später auf heiOnline, dem zentralen Portal der Universität für digitale Medien, zur Verfügung.

Insbesondere in den letzten Jahren konnten nicht nur Studierende und Wissenschaftler, sondern die Bürger der gesamten westlichen Welt erfahren, wie die Wissenschaft von politischen Akteuren, NGOs, Oligarchen und Großkonzernen unterlaufen und missbraucht wurde. Wo liegen die Ursachen? Wie konnte es so weit kommen? Gibt es ein Zurück zur freien Wissenschaft? Diesen Fragen stellen sich die Wissenschaftler in ihren Vorträgen und Diskussionen, die Hoffnung auf einen neuen offenen Diskurs säen, wie wir ihn in den 1980er Jahren an den Hochschulen noch erleben durften und der Wissenschaft schließlich erst zur Wissenschaft macht, da sich Dogma, insbesondere in Kombination mit Cancel Culture, und Wissenschaft gegenseitig ausschließen.

Weiterführende Literatur:

Michel Foucault: Analytik der Macht (#Anzeige)

Jacques Derrida u.a.: Denken heißt Nein sagen (#Anzeige)

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Beweis der Unsterblichkeit – Gentechnik

Unsterblichkeitsforscher um Ádám Sturm erbrachten den Beweis, dass Altern verhindert werden kann und damit potentiell eine Unsterblichkeit möglich wird.

Eine der größten Utopien der Transhumanisten ist die Unsterblichkeit. In den USA und Russland lassen sich reiche Transhumanisten nach dem Tod einfrieren, um wieder aufgetaut zu werden, wenn die Formel für die Unsterblichkeit gefunden wurde. Das lassen sie sich viel Geld kosten.

Jetzt haben ungarische Forscher um Ádám Sturm und Tibor Vella der Eötvös-Loránd-Universität herausgefunden, dass die Kontrolle der Aktivität von transposablen Elementen (TEs), auch Sprunggene genannt, in der DNA die Lebensdauer verlängern kann.

Ursache für das Altern gefunden

Der Alterungsprozess

Seit einigen Jahren wird an TEs der DNA geforscht, die für den Alterungsprozess verantwortlich sein sollen. Diese TEs können innerhalb der DNA ihren Standort wechseln. Wenn sie stark beansprucht werden, soll eine Destabilisierung des genetischen Codes ausgelöst und damit der Alterungsprozess beschleunigt werden.

Laut Publikationen von 2015 und 2017 haben die Altersforscher die Zusammenhänge zwischen piRNAs (Piwi-interacting RNAs) und einer möglichen Unsterblichkeit entdeckt.

Piwi-Proteine gehören zur Argonauten-Protein-Familie. Argonauten-Proteine sind evolutionär stark konservierte Proteine, die für die Regulation von Genen eine wichtige Rolle spielen. Sie kommen in fast allen Organismen vor.

Die Mobilität der TEs führt häufig zu Mutationen in funktionellen DNA-Regionen. In der potentiell unsterblichen Keimlinie werden TEs durch den Piwi-piRNA-Weg effektiv unterdrückt.

Zusätzlich steigt beim Altern die DNA-N6-Adenin-Methylierung.
Die DNA-N6-Adenin-Methylierung spielt laut Forschern eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Alterns.

Das grundlegende Problem der Biologie, ob die zunehmende Mobilisierung der TEs eine Ursache oder eine Folge des Alterns ist, bleibt aber nach wie vor ungelöst.

Beweis der Unsterblichkeit

Alterungsprozesse verlangsamt

Die Kontrolle der TEs in der DNA von Fadenwürmern konnte das Leben dieser deutlich verlängern. Beim Piwi-piRNA- Weg handelt es sich um einen spezifischen Prozess, der die TEs der DNA kontrollieren kann. Dieser Prozess wurde in Krebszellen und in Zellen der unsterblichen Qualle (Turritopis dohrnii) beobachtet.

Mit dieser Erkenntnis hemmten die Wissenschaftler die beweglichen TEs der Fadenwürmer und konnten so eine Verlangsamung des Alterungsprozesses hervorrufen, der das Leben der Würmer um 30% verlängerte.

Der Traum von der Unsterblichkeit

Erste Schritte zum Beweis der Unsterblichkeit

Schon lange ist der Traum der Unsterblichkeit aus den Utopien, den Science Fiction-Romanen und Ideologien der Transhumanisten herausgetreten und wird wissenschaftlich auf unterschiedliche Weise verfolgt.

Während Ádám Sturm und Tibor Vella der Eötvös-Loránd-Universität mit ihren Forschungen zumindest an einem Fadenwurm beweisen konnten, dass sie mit Gentechnik den Schlüssel zum „ewigen Leben“ gefunden haben und mit ihren Arbeiten das Leben des Wurms zumindest verlängern konnten, arbeiten andere Wissenschaftler daran, das Bewusstsein auf einen PC, eine Cloud oder auf einer Festplatte festhalten zu können.

Elon Musk hat kürzlich bekannt gegeben, dass sein Start Up Neuralink dem ersten Menschen eine Gehirn-Computer-Schnittstelle eingebaut hat.

Und Wissenschaftler um Vina Chamola und Ankar Vineet entwickelten 2020 einen auf Gehirn-Computer-Schnittstelle-basierten-Humanoiden. Brain-Computer-Interfaces (BCIs) sind eine Technik, die die Gehirnsignale einer Person aufzeichnen und verarbeiten.

BCIs bieten die Möglichkeit einen Kommunikationsmechanismus mit dem Gehirn durch denken zu steuern und z.B. an einen Stuhl oder einen humanoiden Roboter pp. weiterzuleiten. Der humanoide Roboter, der dem Menschen in Form und Funktion ähnelt, kann also per Gedanken Befehle empfangen und ausführen und so bestimmte Aufgaben erledigen.

Das ist hilfreich, um körperlich behinderten Personen zu helfen, aber auch für Militäroperationen oder Desaster Recovery. Diese BCI-Systeme litten aber lange Zeit unter Ungenauigkeit, da sich die Eingaben bei unterschiedlichen Personen abweichend zeigten. Deswegen wurden hybride BCI-Systeme entwickelt mit einer Multisensorfusion, aus EEG, Elektromyographie (EMG), Elektrokortik (ECoG), Funktionsmagnet Resonanzbildung (fMRI) und Nahinfrarot Spektroskopie (NIRS). Das konnte eine genauere Ausgabe bewerkstelligen.

Dies ist allerdings erst der erste Schritt zur Unsterblichkeit, weitere Schritte, wie das Einbauen eines menschlichen Hirnes wären notwendig, um hier eine Untersterblichkeit zu erlangen. Bisher können aber nur Hirnorganoide mit KI und Chimären mit einem menschlichen Hirn-Organoid entwickelt werden.

Die Wiederbelebung

Wissenschaftler arbeiten daran, mit Hilfe der Gentechnik ausgestorbene Tiere wiederzubeleben. So entschlüsselten sie z.B. den genetischen Code der Wandertaube, die seit 1914 als ausgestorben gilt, um diesen nachzubauen. Etwa 1 Millionen Buchstaben müssten dafür künstlich hergestellt werden. Mit der Genschere CRISPR-Cas9 entnehmen sie einer normalen Taube Genabschnitte und ersetzen sie durch Genmaterial der toten Wandertaube. Andere Wissenschaftler wollen so Mammuts wiederherstellen. 100.000 Dollar spendete der US-Milliardär Peter Thiel für einen Mammut-Clon. Bisher gelang aber lediglich eine Maus mit Mammut-Fell.

Lebensverlängernde Medikamente

Amazon-Chef Jeff Bezos und der Mitgründer von Google Sergey Brin investieren in lebensverlängernde Pillen. Novartis experimentiert mit lebenverlängernden Medikamenten, z.B. mit einem Bakterium von den Osterinseln, dessen Enzym „target of rapamycin complex 1“ (TORC1) die Immunkraft von älteren Menschen stärken soll. Hiermit sollen die Grippeimpfung besser wirken und die Atemwegsinfekte reduziert werden. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen PureTech Health gründete Novartis ein Start Up, um mit weiteren Medikamententests gealterte Immunzellen verjüngen zu können. Novartis gilt als Vorreiter von Verjüngungsmedikamenten.

Nanotechnlogie

Die Nanotechnologie entwickelt Nanoroboter, die Organe und Zellen heilen können sollen.

Kryotechnik

In den USA und Russland lassen sich Menschen mit Hilfe der Kryotechnik einfrieren, um so konserviert zu werden. Der erste Mensch hat sich auf diese Weise 1967 in den USA einfrieren lassen. Dabei wird nach dem Tod der Körper in flüssigem Stickstoff auf -196°C heruntergekühlt und damit chemische Reaktionen im Körper sowie der Zellverfall unterbunden. Etwa 300 Menschen lagern so ein. Es gibt sogar erste Erfolge aus den USA die Scheintoten wiederzubeleben. Damit das Wasser im Körper nicht zu Eis wird, wird das Blut komplett aus dem Körper entfernt und durch eine chemische Lösung ersetzt, die der niedrigen Temperatur standhält.

Menschen werden so in den Kryoschlaf versetzt, bis Möglichkeiten zur Heilung ihrer Krankheit oder die Unsterblichkeitsformel gefunden werden.

Klonen

2023 berichteten chinesische Forscher der Northwest University of Agricultural and Forestry Science and Technology, sie hätten 3 Kühe geclont, die doppelt so viel Milch wie eine normale Kuh geben. Sie stellten aus den Ohren von hochproduktiven Holstein-Kühen 120 Embryonen her, die die 1,7 fache Menge Milch produzieren. Aufgrund ihrer Größte wurden die drei Kühe am 30. Dezember 2022 per Kaiserschnitt geboren.

Diskussion

Beweis der Unsterblichkeit

Handelt es sich bei den Unsterblichkeitsphantasien der Transhumanisten um Utopien oder Dystopien?

Der Transhumanismus versteht sich als moderne Philosophierichtung, die auf Julien Huxley zurückgeht. Huxley traf sich bereits in den 1950ern wieder mit den eugenischen Welt-Eliten, um mit ihnen Zukunftspläne für die Eugenik nach dem Nationalsozialismus zu schmieden. Gemeinsam beschlossen sie, die Eugenik ruhen zu lassen, bis Gras über den Nationalsozialismus gewachsen ist. Julien Huxley war von 1946 bis 1948 der erste Generaldirektor der UNESCO.

Der Transhumanismus ist keine klassische Philosophie, er plädiert dafür den Humanismus und die Aufklärung hinter sich zu lassen sowie Kultur und Religion abzuschaffen, um mit den neuen Technologien den homo sapiens sapiens zu überwinden und einen Nachfolger zu schaffen, den sogenannten Übermenschen.

Der Transhumanismus geht davon aus, dass der homo sapiens sapiens wie der Neandertaler ausstirbt und deswegen der Mensch selbst Hand am Menschen anlegen muss, um sein Überleben zu sichern (Stefan Lorenz Sorgner: Der Übermensch, Schwabeverlag, 2019). Grob teilt er sich in 2 technische Ausrichtungen auf, die eine präferiert die Gentechnik, bei der z.B. mit der Genschere CRISPR-Cas9 Menschen nach eigenen Vorstellungen mit besonderen Eigenschaften entwickelt werden können oder aber mit Technik und KI Cyborgs geschaffen werden können, bzw. das eigene Bewusstsein nach dem Tod auf einer Festplatte oder in einer Cloud gespeichert werden soll.

An den Vorstellungen der Transhumanisten wird schnell deutlich, dass es sich eher um eine Religion mit Endzeitvorstellungen handelt als um eine Philosophie. Die Vorstellungen widersprechen der natürlichen Evolution und der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen, ethische Errungenschaften wie den Humanismus und die Aufklärung oder Kultur will der Transhumanismus abschaffen. Nichtsdestotrotz haben Transhumanisten viel Geld investiert, um ihre Vorstellungen vom Übermenschen, der möglichst mit Unsterblichkeit ausgestattet sein soll, Wirklichkeit werden zu lassen, so könnte z.B. die Genschere CRISPR-Cas9 Erbkrankheiten oder Mutationen aus dem Körper entfernen und ersetzen oder sogar durch lebensverlängernde Genabschnitte aus Tieren ausgetauscht werden, die älter als Menschen werden.

Die Technik ist an einem Punkt angekommen, an dem einige Vorstellungen der Transhumanisten bereits in die Tat umgesetzt werden können und wurden, so immunisierte z.B. der chinesische Wissenschaftler He Jiankui illegal Zwillinge mit der Genschere gegen HIV.

Ist ein ewiges Leben überhaupt erstrebenswert?

Wo fängt der Mensch an und wo hört er auf? Wo ist die Grenze zwischen Medizin oder einer Krücke, wie z.B. einer Brille oder einem Herzschrittmacher, und einer neu geschaffenen Kreatur?

Wie ist es zu bewerten, wenn der Mensch eigene Lebe- oder Mischwesen erschafft, um das Leben zu verlängern oder unsterblich zu werden? Wie wäre ein Leben ohne Krankheiten, Alter, Mängel oder gar ohne Tod?

Will der Mensch wieder Gott spielen? Will er wieder darüber bestimmen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht? Wo sind die Grenzen und wer setzt sie? Wann wird die Bevölkerung in die Diskussion eingebunden?

Quellen und weiterführende Literatur:

Gentechnik für Dummies (#Anzeige)

Von Mendel zur Gentechnik: Eine kleine Einführung in die Genetik (#Anzeige)

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https://www.scinexx.de/                                  forschung-und-wissen.de
futurezone.de
Doi: 10.3390/s20133620
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7374399/

Hirn-Organoid mit KI und Chimären

Brainoware aus menschlichem Minihirn mit KI

Hirn-Organoid mit KI: Forscher um Hongwei Cai der Indiana Universität haben ein aus menschlichen Zellen gezüchtetes Hirn-Organoid mit Elektronik verknüpft, sodass ein Hybrid-Computer entstanden ist.

Mensch-Maschine-Verschmelzungen waren lange Zeit Utopien der Transhumanisten und Stoff für Science Fiction.

Doch Mensch-Maschine-Schnittstellen, Cyborgs und Roboter mit Hirn sind mit der Zusammenarbeit von Neurobiologie und Technik auf dem Weg aus den Vorstellungen von Transhumanisten und Science-Fiction-Autoren zur Realität zu werden.

Nature Electronics entwickelte z.B. einen Hirn-Organoiden mit elektronischer Umgebung, der Sprache lernen kann und mathematische Gleichungen lösen.

Selbstlernende Systeme aus reinen KI-Systemen, wie ChatGPT benötigen Millionen Watt, um funktionieren zu können, außerdem können sie bis heute kein Bewusstsein ausbilden und benötigen jahrelanges Training. Selbstlernende Systeme aus KI sind Energiefresser. Schon länger arbeiten Wissenschaftler daran, sie mit lebendigen Geweben zu verbinden. Das menschliche Hirn benötigt im Vergleich nur wenige Watt.

Von der Stammzelle zum Organoid

Hirnorganoid

Ein Organoid ist eine Organstruktur, die in vitro dreidimensionale Gewebestrukturen eines Organs aus Stammzellen entstehen lässt.

Hirnorganoide können für bestimmte Hirnareale mit der entsprechenden Gewebestruktur in Nährlösung entwickelt werden. Sie bestehen aus Nerven- und Gliazellen. Sie werden heute aber nicht größer als eine Erbse, ein komplettes Gehirn kann noch nicht herangezüchtet werden.

Die Hirn-Organoide reagieren ähnlich wie ein menschliches Gehirn auf Reize und senden elektrische Signale aus, sie ändern ihre Reaktionen und bilden Verknüpfungen.

Hirn-Organid mit KI-System

Von der KI zur Brainoware

Forscher um Hongwei Cai der Indiana Universität haben ein aus menschlichen Zellen gezüchtetes Hirn-Organoid mit Elektronik verknüpft, sodass ein Hybrid-Computer entstanden ist.

Sie platzierten ein Hirn-Organoid auf einer Elektrodenplatte, so konnten sie die Hirnströme ableiten und es Reizen aussetzen. Das Netzwerk erhält eine externe elektrische Stimulation und sendet Ausgaben über die neuronale Aktivität des Minihirns, als Basis für eine biologisch-elektrische KI.

Zunächst sollte die „Brainoware“ lernen japanische Silben zu erkennen, dafür wandelte die externe Elektronik die akustischen Signale in elektrische Pulse um und leitete sie an das Hirn-Organoid weiter. Die Reaktion des Minigehirns wurde dann von der Elektronik wieder dekodiert.

Anfangs produzierte das Hirn-Organoid nur Zufallstreffer, während es nach 4 Trainings-Einheiten bereits eine Trefferquote von 78% erreichte, die japanischen Silben zu erkennen.

Auch die Struktur des Hirn-Organoiden veränderte sich, es entwickelte mehr Verknüpfungen als untrainierte Organoide und neue Synapsen .

Künstliche Intelligenz soll so effizienter und leistungsfähiger werden.

Die sogenannte Brainoware lernte durch Training nichtlineare Gleichungen zu lösen und Sprachsilben zu erkennen.

Hongwei Cai u.a. stellten ihre Arbeit im Dezember 2023 in nature vor. https://www.nature.com/articles/s41928-023-01069-w

Erste bioorganische Hybridsysteme waren Roboter mit Nervenzellen.

Mensch-Nager-Chimären

Hirn-Organoide in Ratten

Ein Forscherteam um Omer Rehvar, Felicity Gore, Kevin W. Kelley der Stanford Universität USA, Abteilung Psychiatrie und Verhaltensforschung, untersuchte Chimären aus Ratten, denen ein menschliches Hirn-Organoid eingepflanzt wurde.

Da in vitro erzeugte Hirn-Organoide die Untersuchungsmöglichkeiten begrenzen, weil sie sich in vivo nicht vernetzen können, nicht an einen Blutkreislauf angebunden werden und keine Verhaltensweisen ausbilden können, konnten mit in vivo heranreifende Zellen in Rattenhirnen diese Grenzen überwinden, ausreifen, Vernetzungen bilden und könnten in Zukunft Verhaltensauffälligkeiten z.B. bei psychischen Erkrankungen oder Demenz aufzeigen.

Bereits ältere Versuche an erwachsenen Nagern zeigten, dass die menschlichen Organoide in Ratten überleben können, jedoch war das Trainingsverhalten der Zellen eingeschränkt. In neugeborenen Ratten implantierte menschliche Hirnzellen hatten die Möglichkeit sich weiter zu vernetzen und heranzureifen. Sowohl im MRT als auch in Versuchen zum Lernverhalten der Ratten gab es Hinweise, dass die implantierten Organoide auf Reize reagieren und das Verhalten der Ratten beeinflussen können.

Das Hirnorganoid wurde aus Stammzellen der Großhirnrinde angezüchtet und in den Kortex neugeborener Ratten transplantiert.
Rehvar und andere konnten zeigen, dass Organoide aus kortikalen menschlichen Stammzellen reife Hirnzellen in vivo bei Ratten ausbilden konnten.

Sergiu Pasca:
„Wir platzieren die Organoide durch einen chirurgischen Eingriff direkt in dem Teil des Kortex, der auf die Schnurrhaare der Ratte reagiert. Dann entdeckten wir, dass in den nächsten Monaten Blutgefäße innerhalb des menschlichen Transplantats wachsen und das Transplantat so überlebt. Es kann bis zu 9–10 Mal so groß werden. Und im Wesentlichen erhält man am Ende eine Einheit menschlichen Kortex, die auf einer Seite einer Hemisphäre der Ratte sitzt und etwa ein Drittel der Hemisphäre der Ratte bedeckt.“

In vitro erzeugte Hirn-Organoide dienten Forschern bisher, um Krankheiten zu untersuchen und Therapien zu entwickeln. Diese Untersuchungen waren jedoch begrenzt, in neugeborenen Ratten implantierte Hirn-Organoide entwickeln sich sowohl anatomisch als auch funktionell in den Rattenhirnen.
Die Forscher erhoffen sich hier, mehr über die Gehirnentwicklung und die Entstehung und Behandlung von Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen zu lernen.
Die Studie ist auf nature erschienen. https://www.nature.com/articles/s41586-022-05277-w

Ethik

Mensch-Maschine-Verschmelzungen sowie Chimären werfen natürlich auch Fragen zur Ethik auf. Forscher erhoffen sich bei Hirn-Organoiden mehr Effizienz in der Datenverarbeitung und Stromersparnis der KI, doch was ist, wenn die KI bei weiterer Forschung auf diese Weise Bewusstsein entwickeln kann? Wissenschaftler erhoffen sich zwar eine KI mit Bewusstsein, das sei der nächste Schritt bei der KI, doch welche Folgen hätte das?

Ähnlich verhält es sich mit Mensch-Tier-Chimären, was würde passieren, wenn menschliche und tierische Gehirne in Zukunft verschmelzen könnten und sich unkontrolliert beide Denk- und Verhaltensweisen entwickeln würden?

Was darf der Mensch und wo liegen die ethischen Grenzen?

Wie wäre es juristisch einzuordnen, wenn selbst erschaffene Mensch-Maschine-Konstruktionen oder Mensch-Tier-Wesen Schaden anrichten? Wäre der Entwickler verantwortlich oder das erschaffene Wesen, die biotechnische Konstruktion?

Geoengineering – Sonnenschirm gegen die Erderwärmung

Manipulation von Wetter und Klima

Geoengineering – Die Planetary Sunshade Foundation hat einen Sonnenschirm konzipiert, um die Erderwärmung zu reduzieren. Die Sonne gehört zu den Haupteinflussfaktoren der Erderwärmung, zunehmende Sonnenwinde und Sonnenstürme in den letzten Jahrzehnten tragen laut Wissenschaftlern maßgeblich zur Erderwärmung bei. Aus diesem Grund arbeiten Forschende daran, wie sie das Sonnenlicht reduzieren können.

Geoengineering – Sonnenschutz gegen die Erderwärmung

Um die Klimaerwärmung aufzuhalten, haben unterschiedliche Wissenschaftler an Konzepten zur Abschirmung der Sonne gearbeitet.

Bill Gates unterstützt z.B. ein Projekt der Harvard Universität. Inspiriert durch die Vulkanausbrüche, wollen die Forscher Kalziumkarbonat in die Stratosphäre ausbringen, um damit die Sonnenstrahlung zurück zu reflektieren.

Die Forscher um Wake Smith der Universität Yale wollen Nanopartikel mit militärischen Tankflugzeugen über den Polkappen verteilen. 175.000 Flüge sollen Schwefeldioxid im Frühling und im Sommer ausbringen. 13 Millionen Tonnen Schwefeldioxid müssten pro Jahr so ausgebracht werden, um die Erde um 2° Celsius abzukühlen.

Das Technology Institute Massachusetts will ultradünne Space Bubbles aus durchsichtigem Material zwischen Sonne und Erde im Weltraum platzieren, die das Licht der Sonne streuen sollen. Diese könnten aus Silikon oder graphenverstärkten ionischen Flüssigkeiten bestehen. Das soll die Erdtemperatur um 1,8° Celsius senken.

Obwohl viele Wissenschaftler vor Geoengineering warnen, will die Planetary Sunshade Foundation einen Sonnenschirm in der Größe von 1 Millionen Quadratkilometer herstellen.

Geoengineering – Sonnenschirm gegen die Erderwärmung

Solarsegel zur Energiegewinnung

Der Sonnenschirm der Planetary Sunshade Foundation soll aus einem Solarsegel bestehen, das dann in den Weltraum transportiert werden soll; alternativ könnte es auch direkt im Weltraum gebaut werden.

Der Vorteil sei, dass das Solarsegel nicht nur das Sonnenlicht abschirme, sondern zusätzlich Energie für den Weltraum und die Erde liefern könnte. Fraglich ist, wie realistisch ein Solarsegel dieser Größe ist, 1 Millionen Quadratkilometer soll es betragen.

Vom Regenmacher zur Klimamanipulation

Geschichte des Geoengineerings

Der Wunsch das Wetter zu beeinflussen, ist so alt wie die Menschheit, wie Regentänze und Wettermacher zeigen.

Die Ideen der Wettermacher in der Geschichte reichen vom Spannen von Stoffplanen, aufstellen von Metallschildern über Elektrizitätsexperimente bis hin zur Verwendung von Chemikalien.

Die US-Regierung finanzierte 1891 General Robert St. George Dyrenforth für Versuche mit Explosionsstoffen in Flugdrachen und Ballons.

Hatfield entwickelte eine Formel mit 20 Chemikalien, die Schwefelsäure, Zink und Wasser enthalten haben soll. Damit will er 1916 San Diego, das unter einer langen Dürre litt, zu Regen verholfen haben. Er verdampfte auf einem Turm stundenlang seine Chemikalien. 3 Wochen später regnete es so stark, dass die Straßen und Häuser unter Wasser standen.

Geoengineering in der Wissenschaft

Erste ernstzunehmende wissenschaftliche Versuche zur Wettermanipulation unternahm der Niederländer August Veraart, der Wolken mit Trockeneis impfte. Morgens geimpfte Wolken sollen Sonnenschein versprochen haben und mittags geimpfte Regen.

Professionalisiert hat das Wolkenimpfen allerdings ein amerikanischer Konzern, General Electrics. General Electrics führte hierzu Versuche in einer Tiefkühltruhe durch. Der erste Versuch beim Impfen von Wolken mit Trockeneis löste Schneefall aus. Weitere Versuche fanden mit Bleijodid, Antimon und Silberjodid statt. Das Silberjodid war am besten geeignet und wurde fortan zur Wettermanipulation verwendet.

Aufgrund des hohen Bedarfs für die Agrarwirtschaft und den Tourismus pp. wurden in den USA zahlreiche Firmen zur Wettermanipulation mit Silberjodid gegründet .

Silberjodid wird bis heute verwendet, z.B. in Schwaben und in Rheinland-Pfalz zur Hagelabwehr, in China zum Abregnen lassen der Wolken vor Volksfesten, um an diesen gutes Wetter zu haben oder zur Schneeherstellung in Skigebieten.

Das Impfen von Wolken hat allerdings abgesehen von der Umweltschädlichkeit weitere Nachteile: Es kann zu Unwettern führen. In den USA kam es zu zahlreichen Schadensersatzklagen durch verursachte Unwetter, die man dem Wolkenimpfen zuschrieb.

Geoengineering als Waffe

Wettermanipulation als Teil der Kriegsführung

Zwischen 1947 und 1952 nutzte die US-Luftwaffe im Projekt Cirrus Trockeneis und Silberjodid über New York, Puerto Rico, dem Atlantischen Ozean und New Mexiko, um Hurrikane abzuschwächen.

In den 50ern wurden weitere extreme Wettermanipulationen über Deutschland und Grönland mit Atombomben und Wasserstoffbomben getestet. Kleine taktische Raketen wurden in die Wolken geschossen, um Kondensstreifen zu unterdrücken. Die Sowjetunion zog nach mit ähnlichen Versuchsreihen.

Zwischen 1966 und 1972 wurde die Wettermanipulation erstmals, offiziell bestätigt, zur Kriegsführung im Vietnamkrieg eingesetzt. Im Rahmen der Operation Popeye impften die US-Streitkräfte die Wolken mit Silberjodid und verlängerten so den Monsunregen um 30 Tage, das sollte die Bewegung von Soldaten und den Transport von Ressourcen verhindern.

Auf Druck der Öffentlichkeit beschlossen die Vereinten Nationen 1978 Wettermanipulationen nicht mehr als Kriegswaffe zuzulassen.

Diskussion

Geoengineering – Sonnenschutz gegen die Erderwärmung

Viele Wissenschaftler warnen vor dem Geoengineering, da die Folgen nicht abzusehen seien.

Wie sich eine Verdunkelung der Sonne z.B. auf Flora und Fauna auswirkt, ist unbekannt. Insbesondere Pflanzen, von denen Insekten, die Tierwelt und der Mensch abhängig sind, benötigen eine Mindestmenge an Licht, um zu wachsen (Schattenpflanzen), andere sogar volles Sonnenlicht. Menschen und Tiere brauchen die Sonne, um bestimmte Hormone und Spurenelemente zu bilden, wie z.B. Serotonin oder Vitamin D.

Die These, dass die Erderwärmung eine Gefahr darstellt, ist umstritten. Kritiker räumen ein, dass die Erde in den Warmzeiten mit mehr CO2, das laut Untersuchungen aus Erdkernbohrungen pp. der Temperatur folge und nicht umgekehrt, grüner war, in England wuchs Wein, Grönland war grün und auch unter den Gletschern wurden vereiste Baumstämme gefunden, die darauf hinweisen, dass auf hohen Bergen in Warmzeiten Bäume wachsen konnten. Die Menschheit hätte ebenfalls von den Warmzeiten profitiert und sich weiter entwickeln und Hungersnöte hinter sich lassen können.

Sind vor diesem Hintergrund kostenaufwendige und riskante Experimente sinnvoll?

In der Vergangenheit wurden Wettermanipulationen zur Kriegsführung eingesetzt. Untersuchungen von Schnee können z.B. einen Hinweis auf Silberjodid liefern. Hybride Kriegsführungen können wie in Vietnam z.B. mit geimpften Wolken zu starken Unwettern in bestimmten Regionen des Feindeslandes führen, die auch die Zivilbevölkerung betreffen, deren Lebensraum unter Wasser gesetzt wird.

Ein Diskurs zu diesen Themen fehlt in der Öffentlichkeit, dadurch können sich die Menschen keine eigene Meinung zu Themen bilden, die sie selbst stark betreffen. Fragen wie Wie entsteht der Klimawandel oder welche Eingriffe in die Natur sollen erlaubt oder verboten werden, wie kann Geoengineering als Kriegswaffe erkannt werden, können die Bürger nicht stellen, es fehlen Informations- und Diskussionsangebote.

Weiterführende Quellen:

Handbuch des Geo-Engineering 2024 (#Anzeige)

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Forschung und Wissen: Sonnenschirm im Weltraum
Spektrum der Wissenschaft: Riskanter Eingriff ins Wetter
regenauer.press: Wetter als Waffe
Climate Salon: Space Bubbles zum Reflektieren der Sonne
Mare.de: Der Regenmacher
Apolut.net: Wettermanipulation gibt es schon lange

Gentechnikgesetz: EU-Agrarausschuss – Gentechnik im Ökoanbau

Fehlender Verbraucherschutz bei gentechnisch veränderten Agrarprodukten

Neues Gentechnikgesetz: Europas Volkspartei stimmte gemeinsam im Agrarausschuss des Europaparlaments mit der AfD für die Verwendung von Gentechnik, auch im Ökoanbau.

Im Rahmen des Green Deals und weiterer Strategien der Agenda 2030 hat Europas Volkspartei, bestehend aus CDU/CSU, SPD und FDP im Agrarausschuss des Europaparlaments gemeinsam mit der AfD für die Verwendung von Gentechnik auch im Ökoanbau gestimmt. Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen.

Fehlende Kennzeichnungspflicht – Definionsänderungen

Fehlender Verbraucherschutz

Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen. Hierbei handelt es sich um Mutagenese, Cisgenese (Übetragung von Genen zwischen verwandten Arten), Intragenese oder eine Mischnung aus den verschiedenen gentechnischen Verfahren, z.B. auch mit der Genschere Crispr/Cas. Mikroorganismen und Tiere sind von den neuen Regelungen ausgeschlossen, hier gelten weiter die alten Gesetze.

Auch sollen die Definitionen geändert werden, sodass sie vom Verbraucher schwer als gentechnisch veränderte Lebensmittel erkannt werden können.

Fehlender Verbraucherschutz

EU-Agrarausschuss – Gentechnik im Ökoanbau

Die Pflanzenentwicklung durch NGT soll nicht mehr „genomische Technik zur Pflanzenzucht“ heißen, sondern „Präzisionszüchtung“.

Die Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1 sollen ausgeweitet werden, sämtliche Regelungen sollen entfallen. Auch sollen die Nachfahren der NGT-Pflanzen der Kategorie 1 weiter gentechnisch verändert werden dürfen, ohne dass sie dadurch ihren Status verlieren. Kreuzungen zweier NGT1-Pflanzen sollen erlaubt werden ohne Statusverlust.

NGT-Pflanzen sollen nicht mehr als gentechnisch verändert bezeichnet werden, sondern als normale Pflanzen, die durch zielgerichtete Mutagenese gezüchtet wurden.

Agrarprodukte und Lebensmittel aus NGT1-Pflanzen entfallen beim neuen Gentechnikgesetz

Definitionsänderungen

Pflanzen der NGT1-Kategorie sollen den aus konventionellen Züchtungen entstandenen Pflanzen gleichgestellt werden.

Die Änderung der Definition und die fehlende Kennzeichnungspflicht lassen den Verbraucher im Dunkeln, ob er ein gezüchtetes Agrarprodukt kauft oder ein gentechnisch verändertes. Auch Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Agrarprodukten hergestellt werden, müssen nicht gekennzeichnet werden.

Europas Volkspartei, bestehend aus CDU/CSU, SPD und FDP stimmte gemeinsam im Agrarausschuss des Europaparlaments mit der AFD für die Verwendung von Gentechnik auch im Ökoanbau. Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen.

Gentechnikgesetz: Weitere Neuregelungen

Ausgeweitet werden sollen auch die Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1, bei denen durch die Gleichsetzung mit konventionell gezüchteten Pflanzen sämtliche Regelungen entfallen sollen.

Eine Kennzeichnung „keine Gentechnik“ oder ein freiwilliger Hinweis auf Gentechnik sollen verboten werden.

Außerdem soll das Saatgut der NGT-Pflanzen keine Hinweise mehr auf die gentechnische Veränderung enthalten, sodass auch der Bauer nicht mehr weiß, was er aussät.

Gentechnikgesetz und Patente

NGT-Pflanzen werden in der Regel von großen Konzernen patentiert, ein Verbot der Patentierung kann die EU nicht erlassen, Patente unterliegen dem europäischen Patentübereinkommen, einem völkerrechtlichen Vertrag, den 39 europäische Staaten abschlossen und kontrollieren.

Schon heute gibt es auf über 1000 konventionell gezüchtete Pflanzen ein Patent, obwohl die EU-Regeln das eigentlich verbieten.

Das würde bedeuten, dass Bauern kein Saatgut von diesen Pflanzen durch Eigenanbau gewinnen dürfen, wie das in den Verträgen mit afrikanischen Staaten und ihren Bauern bereits häufig der Fall ist.

Der Vorschlag des Positionspapiers zum neuen Gentechnikgesetz wurde mit 34 zu 10 Stimmen angenommen, dagegen stimmten vor allem Abgeordnete der Grünen und der Linken.

Jetzt muss das Positionspapier noch dem Umweltausschuss vorgelegt werden, der federführend in der Frage ist, allerdings ähnliche Positionen wie der Agrarausschuss erarbeitet hat.

Im Februar 2024 soll voraussichtlich im EU-Parlament über die Gesetzesänderung abgestimmt werden.

Quelle: Informationsdienst Gentechnik

Propaganda im Dritten Reich

Die Propaganda der Nationalsozialisten und ihre Rolle in der modernen Propaganda

Propaganda im Dritten Reich – Die Techniken der modernen, westlichen Propaganda beruhen auf der Propagandawissenschaft des Nationalsozialismus. Hitler war der erste, der aus der Propaganda eine Wissenschaft machte, sie erforschte und die systematischen Grundlagen dafür schuf.

Nie war Propaganda in den westlichen Demokratien in Politik und Medien präsenter und durchdringender als in den letzten 3,5 Jahren. Ob Corona, Ukraine, Klima oder Israel, der Bürger wurde und wird von morgens bis abends mit Propaganda überschwemmt, sei es im Fernsehen, in den sozialen Netzwerken oder in den Zeitungen, die allgegenwärtige Botschaft: Das wichtigste sei Haltung. Natürlich nicht die eigene, sondern die der Politik, an die sich die „Volksseele“ anzupassen habe. Krieg kann schließlich nicht ohne Bevölkerung geführt werden-

Die Grundlagen der professionellen Propaganda

Die Rolle der Nationalsozialisten bei der Entwicklung der modernen Propaganda

Hitler baute seine Propaganda auf der Propaganda der Roten, deren Propaganda er sehr bewunderte, und der Kriegspropaganda auf. Allerdings waren die kommunistische Partei und die Arbeiterbewegung auch seine größten Konkurrenten.

Also schürte er Angst vor der KPD, indem er behauptete, sie sei für den Reichstagsbrand verantwortlich und eine Gefahr für Deutschland, so erhielt er die Mehrheit im Reichstag, um mit Notstandsgesetzen durchregieren zu können.

Das Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaft definiert Propaganda laut Willi Münzenberg folgendermaßen: „Propaganda (v.lat. propagare=verbreiten) ist Massenwerbung für geistige Gefolgschaft durch Gedanken, für die die Volksmassen durch Beeinflussung gewonnen werden sollen.“

Lenin definierte Propaganda so: „Die Propaganda hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Kampfbedingungen und Kampfziele des Proletariats in einer bestimmten Situation zu erhärten, anknüpfend an die Prinzipien des Marxismus. Die Agitation verfolgt den Zweck, diese allgemeinen Richtlinien, die sich aus den Prinzipien des Marxismus ergeben, in besonderen Knotenpunkten zusammenzufassen, sie als Aktionsparolen umzuschmieden.“

Die Grundlagen der professionellen Propaganda lieferte Ende des 19. Jahrhunderts die Massenpsychologie.

Der deutsche Propaganda-Diskurs erhielt eine Wende durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Es zeigte sich, dass Propaganda wirkt, denn die Nationalsozialisten schnitten bei der Wahl im März 1933 hervorragend ab.

Die Propaganda auf dem Weg zur professionellen Anwendung
Hitlers Forschung zur Propaganda im Dritten Reich

Propaganda hat es schon immer gegeben, ohne Propaganda gäbe es keine Kriege. Soldaten und Bevölkerung müssen auf Kriege eingestimmt werden, um eine Kriegswirtschaft zu befürworten, auf Fremde zu schießen, dem anderen Volk den Tod zu wünschen. In der westlichen Propaganda werden Kriege in der Regel mit einer False Flag, dem Aufbau von Unruhestiftern und Terroreinheiten oder mit dem Unterschlagen von Hintergrundinformationen begonnen, ob Brutkastenlüge, angebliche KZs in Serbien, angebliche Massenvernichtungswaffen in der Hand eines grausamen, nicht zurechnungsfähigen Führers, dem Aufbau von Terroreinheiten im Mittleren und Nahen Osten pp., jedes Mittel ist recht, um ein Land in den Krieg zu führen.

„Wie kommt es zur „Bildung“ der kriegerischen Masse? Was schafft von einem Augenblick auf den anderen, diesen unheimlichen Zusammenhalt? Was bringt den Menschen dazu, so viel aufs Spiel zu setzen? …
Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist und verkündet diese Bedrohung vor aller Welt: „Ich kann getötet werden“, erklärt man und leise denkt man dazu: „Weil ich den oder jenen töten will.“  Der Ton müsste in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: „Ich will den oder jenen töten, deshalb kann ich getötet werden.“ (Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S. 82, #Anzeige)

Die Nationalsozialisten verleugneten die Propaganda nicht, sondern stellten sie sogar in den Mittelpunkt ihres Erfolges. Propaganda war zur neuen Waffe geworden.
Goebbels sagte in seiner Antrittsrede: „Ich verwahre mich dagegen, daß die Propaganda etwas Minderwertiges sei, denn wir säßen heute nicht in den Ministersesseln, wenn wir nicht die großen Künstler der Propaganda wären.“ (Propaganda, Bussemer, S. 153, #Anzeige)

Seiner Meinung nach sei die Propaganda das wichtigste Element in der Lehre des Nationalsozialismus, die den Anspruch auf die Entwicklung einer Sozialethik habe.

Die Propaganda habe drei entscheidende Vorteile, sie

-lenke und unterbinde soziale Konflikte
-verbessere die Position Deutschlands auf der internationalen Bühne
-diene den Machthabern zur Absicherung ihrer Politik


Journalismus im Mittelpunkt der Politik

Die Propaganda – Wissenschaft im Dritten Reich

Der Journalismus war bis zum Nationalsozialismus ein eher randständiges Fach. Durch die Nationalsozialisten rückte er in den wissenschaftlichen und politischen Mittelpunkt. Früh wurde er von den Nationalsozialisten in Beschlag genommen, es wurde an den Hochschulen das Fach Zeitungswissenschaft eingerichtet, damit wurde der Journalismus zur Wissenschaft erhoben, mit dem es galt, schnell Karriere machen zu können, insbesondere wenn gleichzeitig Propaganda belegt wurde.

Das wichtigste Mittel auf das Hitler und die Nationalsozialisten bauten, war die Propaganda. Sie erhielt ein eigenes Ministerium, dem Goebbels vorstand. Ihren Wahlerfolg im März 1933 führten die Nationalsozialisten auf die Wirksamkeit dieser Propaganda zurück.

Später sollte die Zeitungswissenschaft mit der Publizistik zusammengelegt werden, um Propaganda auch auf Plakaten, in Kinos und im Radio auszusenden. Die Gleichschaltung der Zeitungswissenschaftler wurde beschlossen. In der Leipziger Antrittsvorlesung von Hans Amandus Münster von 1934 hieß es dazu:

„Die volkserzieherische Aufgabe der Zeitungswissenschaft im Rahmen der allgemeinen politischen Erziehungsarbeit besteht darin, Verständnis zu verbreiten für die Notwendigkeit und Art unserer Propaganda und unserer Publizistik. Vertrauen zu seiner Politik erringt ein Volksführer leichter als Einsicht in die Richtigkeit seiner Propagandamaßnahmen. Die Zeitungswissenschaft kann hier helfen. Allerdings muss sie aus echtem nationalsozialistischen Geist betrieben werden. Sie kann zur Gefahr für den Staat werden, wenn sie von Lauen (sic) gelehrt wird oder gar zur Kritik an den Propagandamaßnahmen erzieht und etwa dem jungen Studierenden den Glauben an die Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit der Volksaufklärung unseres Staates durch skeptische zersetzende Kritik untergräbt.“ (Thymian Bussemer: Propaganda, 2008, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2.Aufl., #Anzeige)

Die Einführung des Haltungsjournalismus in Deutschland hat eine ähnliche Aufgabe. Zeitungsartikel und Berichterstattungen bestehen heute häufig nur noch aus einigen wenigen halben Informationen oder Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, der Rest des Artikels besteht aus Haltung zur Volkserziehung und Lenkung der Gedanken und Handlungen der Bevölkerung.

Die Propagandawissenschaft bezog später auch noch die Publizistik mit ein, um Plakate, Kino und Radio für Propagandazwecke zu nutzen.

Auch in der Coronakrise, in der Jens Spahn sein Propagandabudget verdreißigfachte und die Propaganda nicht nur 24 Stunden am Tag in allen Zeitungen, im Fernsehen, sondern auch in den sozialen Netzwerken, auf Plakaten, vor jedem Geschäft, im Bus, an Apotheken pp. verbreiten ließ, konnte hier u.a. auf die Propagandawissenschaft des Dritten Reiches zurückgegriffen werden. Ebenso hatte die Maske u.a. Propagandazwecke, damit sich Menschen nicht nur vor der Zeitung, auf der Straße, vorm PC, am Radio oder vorm Fernseher an die Botschaften der Propaganda erinnerten, sondern auch am Arbeitsplatz, beim Arzt und überall, wo sie sonst zusammenkamen. Außerdem war die Maske der verlängerte Arm der Cancel Culture. Lange vor der Krise wurde es modern, Menschen öffentlich abzustrafen, wenn sie frei redeten. Ein Wort, ein Satz, ein falscher Vergleich, eine unmoderne Äußerung reichten aus, um eine Horde Moralisten auf den Plan zu rufen, die den Redner öffentlich an den Pranger stellten und seine moralische und soziale Vernichtung forderten. Durch die Maskenpflicht verstummte die ganze Gesellschaft für Wochen und Monate. An Orten, an denen sonst ausgiebig geredet wurde, hielten manche noch hinter der Maske die Luft an und brachten kein Wort heraus, also Cancel Culture par excellence.

Mitte der 30er Jahre bekämpften die Nationalsozialisten die Propagandawissenschaft wieder, da zu viele Kritiker vor dem Scheitern der Wissenschaft warnten, sie legten schonungslos die methodischen Defizite offen.

Es entstand ein interner Kampf, da eine Analyse der Propaganda erwünscht war.

Hitler und die Propaganda

Propaganda im Dritten Reich – Die Änderung von Sprache und Werten

„Man begriff nie, daß die Stärke einer politischen Partei keineswegs in einer großen und selbständigen Geistigkeit der einzelnen Mitglieder liegt, als vielmehr im disziplinierten Gehorsam, mit dem ihre Mitglieder der geistigen Führung Gefolgschaft leisten!“ (Münzenberg Mein Kampf, S. 510)

An dieser Stelle erinnere ich gerne an Lothar Wieler, der im öffentlichen Fernsehen von sich gab, „die Regeln dürfen überhaupt nie hinterfragt werden“.

Für Hitler war politische Propaganda Reklame für „psychologische Laboratorien des Reichskriegsministeriums“ (Münzenberg, Propaganda als Waffe, 1935, #Anzeige)

Hitlers Propaganda ersetzte das fehlende Programm und den fehlenden Inhalt seiner Ideologie. Die Nationalsozialisten glaubten an Propaganda als nie versiegende Waffe. Auch heute ist die Propaganda nach wie vor Teil der Kriegstechniken und wurde inzwischen weiter ausgebaut, sie erstreckt sich auf fast alle Bereiche des Lebens.

Am 1. Januar 1934 bestätigte Goebbels „Geniale Propaganda. Propaganda hat die Stellung sturmreif geschossen“ und

„Sie (die Propaganda) machte die Menschen in ihrer bisherigen Welt irre und für eine neue reif.“

2020 wurden die Bürger ebenfalls durch die Propaganda und insbesondere durch die sich ständig widersprechenden Botschaften dieser Propaganda „irre“ gemacht und offen für die Agenda 2030, die Transformation in eine neue Welt mit strengen weltweiten Vorgaben zur inneren Haltung, zur Sprache, dem eigenen Verhalten wie auch dem Einfordern von absolutem Gehorsam. Sprach man die irre Gemachten auf die Widersprüche der Propaganda an, erklärten sie einem z.B. ernsthaft, die Wissenschaft sei heute so schnell, dass sie täglich neue Ergebnisse liefere. Die Verrücktheit ihrer Aussagen bemerkten sie selbst nicht mehr, der Glaube an die Führer war durch die Propaganda zu groß.

Hitler beschrieb in „Mein Kampf“, dass er mit Hilfe der Propaganda seinen Anhängern den Himmel als Hölle verkaufen könne und das elendste Leben als Paradies. Illusion sei das Wichtigste in der Politik.

Hitler definierte die ehemaligen Werte ähnlich wie 2020 Spahn und Söder und in Folge die Ampel um.

Lüge sei Wahrheit
Knechtschaft: Freiheit
Diktatur: höhere Demokratie
Kriegsvorbereitung: Friedenssicherung
Ausbeutung sei deutscher Sozialismus

Wer die neuen Werte in Frage stellte, dessen Meinung wurde unterdrückt, um die Magie der Illusion nicht zu zerstören, gestern wie heute.

Propaganda im Dritten Reich

Fahnen und Farben als Propaganda

Hitler schrieb über die Kommunisten bei seinen nationalsozialistischen Kundgebungen (Münzenberg S.177)
„Schon die rote Farbe zog sie in unsere Versammlungssäle, (…). Wir haben die rote Farbe unserer Plakate nach genauem und gründlichen Überlegen gewählt, um dadurch die linke Seite zu reizen, …“

Um von den tatsächlichen Motiven seiner Politik abzulenken und das fehlende Programm zu übertünchen, schmückte sich Hitler mit der Farbe Rot der Linken, nicht nur bei seinen Veranstaltungen und Plakaten, sondern auch die Hakenkreuzfahne war rot gestaltet. Tatsächlich schaffte er es mit dieser Finte, die Linken auf seine Veranstaltungen zu locken und auch unter ihnen eine Anhängerschaft zu finden.

Auch die Ampel schmückt sich mit falschen Fahnen, um die Linken anzulocken, sei es die Regenbogenfahne oder die Fahnen anderer Länder. Wie Hitler lenkt sie von den eigentlichen Motiven ab und lockt die Linke an, die 2020 viele ihrer Wähler verloren hat, weil sie sich öffentlich zum Hyperkapitalismus der anderen Parteien bekannte und dem Aushebeln der Grundrechte, und deren Wähler mit dem Kurswechsel der Linken heimatlos geworden sind. Die Aneignung fremder Fahnen hat heute noch einen anderen Zweck als die rote Hakenkreuzfahne im Dritten Reich, sie soll zusätzlich Verwirrung zur Zugehörigkeit und Identität in der Bevölkerung stiften, insbesondere durch das beliebige Austauschen dieser Fahnen. Um den geforderten Verlust von Identität und Zugehörigkeit zu boykottieren, sind heute viele Konservative mit Deutschlandfahne in den sozialen Netzwerken zu finden.

Massenpsychologie

Die wissenschaftliche Basis der Propaganda im Dritten Reich

Hitler glaubte an die Omnipotenz von Propaganda, man könne der Masse auch Botschaften einhämmern, die keinen Bezug zur Realität haben. Er glaubte an die primitive Massenseele, die Massenpsychologie, die z.B. mit Le Bon das Verhalten der Masse analysierte; die Massenseele sei verkümmert und primitiv und warte auf Ekstase, um niedrige Instinkte freizusetzen.

Die Forschungen der Massenpsychologie (#Anzeige), die beobachtet hatte, dass Massen ihr Denken ausschalten und einem Führer nacheifern, auch dann, wenn er zerstörerisch agiert, halfen Hitler mit Hilfe der Propaganda und seiner Führerschaft seine grausamen Pläne umzusetzen.

Laut Le Bon (#Anzeige) denken Massen lediglich noch mit dem Stammhirn und laufen instinktiv einem Führer mit all seinen Taten hinterher, sie beteiligen sich auch an den Taten, die sie alleine nie begehen würden.

Wer hätte vor 2020 ohne Führer seine alten Eltern eingesperrt oder einsperren lassen, seine Freunde wegen einer anderen Meinung beschimpft und verlassen, sich nicht schützend vor seine Kinder gestellt, Angehörige alleine sterben lassen oder Lungenkranken und alten Menschen den Sauerstoff vorenthalten, andere zu Menschenversuchen gedrängt? Wenige.

Das Milgram-Experiment nach dem zweiten Weltkrieg bestätigte Le Bons Thesen und lieferte Erklärungen zum Verhalten der deutschen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Beim Milgram-Experiment reichte ein Wissenschaftler als Autorität aus, die Probanden zum Austeilen bis hin zu tödlichen Stromschlägen zu veranlassen, um ihre nicht sichtbaren Gegenüber zu bestrafen, wenn sie eine Frage falsch beantworteten.

Die Techniken der Propaganda im Dritten Reich

Die Basis der Propaganda im Dritten Reich fußte vor allem auf drei Techniken:

  • der Massenpsychologie
  • permanenter Wiederholungen der gleichen Inhalte
  • der Unterfütterung mit Wissenschaft

An den drei Hauptsäulen von Hitlers Propaganda wird deutlich, dass es keine neue Idee im Rahmen der Klimapolitik oder der Coronakrise war, politische Erziehungsmaßnahmen mit Hilfe permanenter Wiederholungen und wissenschaftlicher Unterfütterung durchzusetzen.

Je öfter eine Idee, These oder eine Geschichte erzählt wird, desto eher glaubt das Gegenüber an den Wahrheitsgehalt des Vorgetragenen, auch dann, wenn es sich um (wissenschaftlichen) Unsinn handelt. Der Inhalt der Botschaft bekommt durch die unermüdliche Wiederholung einen symbolischen, kultischen Charakter, wie bei einem Ritual und muss deswegen weder durch Logik, noch durch Fakten untermauert werden, damit die Menschen die Botschaft für wahr halten.

Medizin im Dritten Reich – Impf – Propaganda im Dritten Reich

Propaganda zur Durchführung von Menschenversuchen

Bis in die 80er Jahre war es Tabu, Forschungen zur Medizin im Dritten Reich anzustellen. Bis dahin glaubten Bürger und Wissenschaftler, dass es sich bei der Medizin im Dritten Reich um perverse Einzeltäter handelte.

In Wirklichkeit hatte Hitler aber für seine Menschenversuche fast die gesamte Ärzteschaft und Behörden wie das Robert-Koch-Institut hinter sich. Selbst in Lagern inhaftierte Ärzte beteiligten sich für Begünstigungen pp. an Hitlers Menschenversuchen.

Da Hitler seine Politik mit Wissenschaft unterfüttern wollte, entließ er schon früh jüdische und oppositionelle Wissenschaftler, von denen er befürchtete, sie würden seine politischen Maßnahmen nicht wissenschaftlich untermauern und mittragen wollen, sondern sich dagegen auflehnen.

Um Ansehen im Ausland zu erlangen und die Bevölkerung von Menschenversuchen mit dem Überspringen der Tierphase zu überzeugen, schürten die Nationalsozialisten Angst vor Seuchen.

Tuberkulose, Encephalitis, Syphillis, Diphterie pp. grassierten nach dem ersten Weltkrieg, das nutzte Hitler 1937, um Angst vor Seuchen in der Bevölkerung zu schüren und die Menschenversuche mit neu entwickelten Impfstoffen als das Heilmittel der Wahl anzupreisen.

„Es waren nicht nur Einzelne, die abscheuliche Menschenversuche zum Beispiel mit Impfstoffen durchgeführt haben, vor allem an Patienten und KZ-Häftlingen. Es waren nicht nur Einzelne, die renommierte Wissenschaftler entlassen haben oder die Entlassung ihrer Kollegen widerspruchslos hinnahmen … Fälle von Zivilcoruage, von Protestbekundungen gegen das staatliche, das institutionelle und das individuelle Vorgehen sind nicht bekannt … Wir hätten uns mehr Courage im RKI erhofft.“ (Jörg Hacker 2008 bei der Präsentation des Forschungsprojektes „Das Robert-Koch-Institut im Nationasozialismus“ aus Hulverscheidt/Laukötter, #Anzeige))

Durch die Propaganda und die internationale Vernetzung mit ausländischen Behörden, Stiftungen und Pharmaindustrie gab es bei den Menschenversuchen der Nationalsozialisten eine internationale Zusammenarbeit und Finanzierung auch durch ausländische Stiftungen, es wurde zum Beipiel ein Impfstoff für die Fleckfieber Epidemie in Dänemark 1943 in Buchenwald an den KZ-Häftlingen erprobt. Die im Nationalsozialismus gebildeten und ausgebauten Netzwerke wurden nach dem zweiten Weltkrieg nie zerschlagen, sondern werden bis heute weiter gepflegt.

Das Schüren von Ängsten vor Seuchen, um Menschenversuche zu legitimieren, war Teil der Nazi-Propaganda und ebenfalls keine neue Erfindung 2020.

Weiterführend zur Propaganda: Propaganda – Ich zweifle, also bin ich

Quellen:

Propaganda als Waffe, Willi Münzenberg (ausgewählte Schriften, 1919-1949, #Anzeige))

Psychologie der Massen, Gustave Le Bon, Nikol-Verlage, 9. Aufl. 2014, #Anzeige

Masse und Macht, Elias Canetti, Fischer (#Anzeige)

Infektion und Institution, Zur Wissenschaftsgeschichte des Robert-Koch-Instituts im Nationalsozialismus, M. Hulverscheidt, A.Laukötter, Wallstein-Verlag (#Anzeige)

Propaganda, Konzepte und Theorien, Thymian Bussemer, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2.Aufl. (#Anzeige)

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Der gläserne Patient – Daten sind das neue Öl

Datenaustausch im Gesundheitssystem

Der gläserne Patient soll Realität werden. Krankenakte, Gen-Datenbank, Sozialdaten und Bürger ID sollen miteinander verknüpft werden können. Im Januar 2025 ist das Anlegen der elektronischen Patientenakte für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland geplant.

2020 verabschiedete der Bundestag mit dem neuen Infektionsschutzgesetz §11-§15 IfSG u.a., dass Patienten-Daten für die Landesbehörden frei zugänglich gemacht werden können, für staatliche Organisationen, wie das Robert-Koch-Institut, und weitere Organisationen, wie z.B. die WHO.

HealthData@EU startete im Oktober 2022 als Pilot-Projekt die EHDS-Infrastruktur (Europäischer Raum für Gesundheitsdaten) zur Sekundärnutzung der Gesundheitsdaten. Hier sollen Ärzte, Patienten, Forscher, politische Entscheidungsträger und Unternehmen Zugang zu den Daten der EU-Bürger erhalten. Es soll einen Datenschutz geben.

Im Juni 2023 gründete Deutschland eine EDHS-Koalition, um den EDHS schnell umzusetzen und eine möglichst umfassende Datenbank zu erstellen.

Am 28. Juni 2023 verabschiedete das Europäische Parlament den Data Act, das EU-weite Datengesetz. Der Data Act tritt 2025 in Kraft.

Der Data Act – Gesetz zum Datenaustausch

Der gläserne Patient – Daten sind das neue Öl

In der Presse-Erklärung des Europäischen Parlamentes vom 14.03.2023 heißt es dazu:

„Das EU-Datengesetz („Data Act“) soll Hindernisse beseitigen, die den Zugang von Verbraucherinnen und Verbrauchern und Unternehmen zu Daten behindern. Das fördert Innovationen. 

Der am Dienstag im Europäischen Parlament in Straßburg angenommene Gesetzesentwurf ist die Position des Parlaments für die Verhandlungen mit den EU-Staaten. Das Datengesetz regelt den Umgang mit nicht-personalisierten Daten und soll neue Dienste ermöglichen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, wo große Datenmengen für das Training von Algorithmen benötigt werden. Die geplanten Neuerungen können auch zu besseren Preisen für Kundendienstleistungen und Reparaturen von vernetzten Geräten führen.

Faire Datenverträge zwischen Verbrauchern und Herstellern 

Die von Menschen und Maschinen erzeugten Datenmengen nehmen exponentiell zu und werden zu einem entscheidenden Faktor für Innovationen in Unternehmen und Behörden, etwa bei der Gestaltung intelligenter Städte. Diese Daten werden auch als „das neue Öl“ bezeichnet.

Das Datengesetz legt Regeln für den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten fest, die durch die Verwendung vernetzter Produkte wie Windkraftanlagen, intelligenter Hausgeräte oder moderner Autos oder damit verbundenen Dienste im Internet der Dinge erzeugt werden. So sollen faire Verträge über die gemeinsame Nutzung von Daten möglich werden.“

Der Data Act geht weit über die Gesundheitsdaten hinaus. Bisher beteiligen sich Deutschland, Frankreich und Finnland die Gesundheitsdaten ihrer Bürger abzugeben. Auch die Niederlande, Portugal und Großbritannien wollen die Gesundheitsdatenforschung ausbauen.

Genomsequenzierung Deutschland

Datenaustausch in Deutschland

Im Juli 2021 hat die Bundesregierung das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) veröffentlicht.

Mit dem neuen Gesetz können jetzt Modellvorhaben zur Gensequenzierung verwirklicht werden.
Die Vorarbeit hierzu leistete die deutsche Genom-Initiative genomDE, die vom Gesundheitsministerium initiiert wurde.

In Deutschland soll zunächst eine Datenbank für die Onkologie entstehen, die genomische und phänotypische Daten aus der Krebsbehandlung verknüpft und so bessere Analysen liefern soll.

Patienten sollen eine genetisch personalisierte Versorgung erhalten, für die Forschung entsteht ein Datensatz, der Zusammenhänge zwischen Genomik und Therapieansätzen finden soll. Es besteht die Hoffnung, mit der Gensequenzierung onkologische Therapieansätze zu verbessern.

Laut Prof. Berlage vom Fraunhofer-Institut seien Gesamtgenomsequenzierungen und eine große Patientenkohorte notwendig, um die Daten sinnvoll auszuwerten.

Es sei eine Dateninfrastruktur notwendig, die es Krankenhäusern, onkologischen Praxen, Laboren und Patienten ermögliche, Daten mitzuteilen.

Eine solche Dateninfrastruktur soll als dezentrales Netzwerk angelegt werden. Zuständig hierfür soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sein.

Um das Projekt umzusetzen, sei es allerdings notwendig, sich in die Abhängigkeit von Stakeholdern zu begeben. Das könne laut Berlage nur gelingen, wenn Krankenhäuser und andere Einrichtungen bereit sind, mit Stakeholdern zusammenarbeiten.

Theoretisch könne für die Dateninfrastruktur die elektronische Patientenakte benutzt werden, eine gesetzliche Grundlage hierfür existiere bereits.

Finnland als Vorbild

Der gläserne Patient am Beispiel von Finnland

Für die finnische Datenerhebung wurde Findata gegründet, eine eigene Behörde, die bereits Gesundheitsdaten und Sozialdaten verknüpft. Sie gilt als Vorbild, da auch Deutschland und die EU alle Daten ihrer Bürger zusammenführen wollen.

Finnland beschloss 2019 ein neues Gesetz, die digitale Patientenakte mit Primärversorgung zusammen mit medizinischen Registern, Sozialdaten aller Art und Daten aus epidemiologischen Studien zugänglich zu machen für Forschung, Statistik und Politik.

Zusammengeführt werden diese Daten über eine persönliche Bürger-Identifikations-Nummer, die bereits jeder Finne besitzt und die EU weit sowie weltweit eingeführt werden soll (ID 2020).

Der Data Act ermöglicht das in der gesamten EU.

ID2020 – Das Zusammenführen aller Daten

Vom gläsernen Patienten zum gläsernen Bürger

In der EU ist Finnland Vorreiter beim Erstellen einer Bürger-ID (ID2020), der Zusammenführung unterschiedlicher Daten der Bürger auf einen Blick. Persönliche Daten, Gesundheitsakte, biometrische Daten wie Fingerabdruck und DNA, Finanzen und andere Sozialdaten wie Einkaufsverhalten oder CO2-Verbrauch sollen hier zusammengeführt werden können.

Weltweiter Vorreiter ist China, das bereits mehrere Projekte zum Zusammenführen der Daten hat mit digitalem Geld und verschiedenen Sozialkreditsystemen in der Testphase, um das Verhalten seiner Bürger über die Zusammenführung der Daten zu steuern.

Die Zusammenführung der Daten ließe sich z.B. wie in der Coronakrise durch einen QR-Code auf dem Smartphone verwirklichen, durch den Personalausweis, die Bankkarte oder auch durch ein Hautimplantat, wie es in Schweden zum Teil schon für verschiedene Zwecke verwendet wird.

„Mangel an effizienter Identitätskontrolle koste die Welt dreistellige Milliardenbeträge jährlich. Das will ID2020 ändern. Eine Allianz von Hightech-Konzernen wie Microsoft und Accenture, der Rockefeller-Stiftung, großer Hilfsorganisationen wie Mercy Corps, CARE und der von Bill Gates finanzierten Impfallianz GAVI. Enger Kooperationspartner sei auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, berichtet Dakota Gruener.“ (Quelle: Leben in der überwachten Gesellschaft, Deutschlandfunk Kultur)

Quelle: Ärztezeitung

Macht und Wahrnehmung

Uneindeutige Machtverhältnisse und das Spiel mit der Wahrnehmung

Macht und Freiheit

Macht und Wahrnehmung: Überall, wo soziales Leben stattfindet, findet auch Macht statt. Tatsächlich scheint, unabhängig vom Willen zur Macht (Nietzsche), Macht auch notwendig zu sein, um eine soziale Ordnung zu schaffen und mit der sozialen Ordnung Wohlbefinden und psychische Gesundheit.

Bateson u.a. untersuchten die Bedingungen in Familien, in denen ein oder mehrere Kinder an Schizophrenie erkrankten, ein besonderes Merkmal dieser Familien war, dass es keine geregelten Machtverhältnisse gab, kein Familienoberhaupt. Die Rolle des Familienoberhauptes fällt bei günstigsten Bedingungen zur Entwicklung der Kinder beiden Eltern zu, in noch nicht schädigenden Familien einem der beiden Elternteile.

In Familien ohne Hierarchie kämpfen im Grunde alle Familienmitglieder täglich aufs Neue um die Macht, z.B. wird täglich diskutiert, wer das größte Stück Fleisch bekommt oder am Tischende (Platz des Familienoberhauptes) sitzen darf.

In der westlichen Welt begünstigt also die Abwesenheit von Hierarchien in der Familie eine schwere psychische Störung bei einem oder mehreren Kindern, die mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen einhergeht (in anderen Ländern/Kulturen wird der Fokus eher auf die besonderen Fähigkeiten dieser Menschen gelegt).

Kindliche Bedürfnisse nach Sicherheit, Geborgenheit und Ordnung können in solchen Familien nicht befriedigt werden, da das Kind mit den Eltern und Geschwistern um die Machtrolle kämpft, so sind permanente Niederlagen vorprogrammiert, da Eltern objektiv betrachtet mächtiger sind als Kinder.

Durch das Negieren der tatsächlichen Machtverhältnisse über die gesamte Entwicklung wird systematisch die Wahrnehmung der Kinder verzerrt, was später zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen führt.

Uneindeutige eindeutige Machtverhältnisse oder das Spiel mit der Wahrnehmung

Macht und Wahrnehmung

Macht und Gewalt sind heute diffuser denn je, Macht wird vermutlich ohne Gewalt nie funktionieren, ob die moderne abstrakte  seelische Gewalt wirklich humaner ist als physische, dieser Frage will ich mich in meinem Essay nach und nach nähern.

Im ersten Essay betrachtete ich im Gegensatz zum Beispiel oben zwar geregelte, aber wahrnehmungsundeutliche Machtverhältnisse. Dort betrachtete ich die Hierarchiemuster von nicht gleichberechtigten Paaren und riss bereits kurz an, warum diese zum Scheitern verurteilt sind. Traditionelle, nicht gleichberechtigte  Beziehungen bauen die Basis ihrer Beziehung in der Regel  auf folgende Rollenmodelle auf:

Herrscherrolle: Dienerrolle
Elternrolle: Kindrolle
oder die Rollen kreuzen sich:
Herrscherrolle: Kindrolle
Elternrolle: Dienerrolle

Zur Vertiefung verweise ich auf mein erstes Essay: Macht dienen glücklich oder mächtig? Langfristig ist so keine Liebesbeziehung aufrecht zu erhalten, denn nimmt einer der Partner die Dienerrolle an, verliert der andere den Respekt, nimmt einer die Kindrolle an, ist durch Entmännlichung/Entweiblichung und Inzesttabu langfristig keine erotische Liebe möglich.

Untersuchen wir weiter, wie Dienende Macht ausüben. Ein Mittel Macht auszuüben sind die sogenannten Dummspiele (Eric Berne: Blöd-Spiel, Schlehil). Da die dienende Rolle früher der Frau zugeschrieben wurde, wies ich bereits darauf hin, wie in sogenannten Eheratgebern der Frau geraten wurde, dem Mann keinesfalls zu zeigen, dass sie intelligenter ist und bestimmte Dinge besser kann als er. So befriedigt sie einerseits seinen Narzissmus, andererseits kann sie so unbemerkt, die Fäden in der Hand halten und die Kontrolle über die Familie sowie über ihn ausüben.

In der Psychopathologie/Transaktionsanalyse werden die heute zum Teil unbewussten Dumm-Spiele vor allem depressiven und hysterischen Menschen zugeordnet, beide Erkrankungen gelten als sogenannte Frauenerkrankungen, wobei sich durch zunehmenden Leistungsdruck und fortgeschrittene Emanzipation, diese immer weniger als klassische Frauenkrankheiten deklarieren lassen: Frauen werden narzisstischer, Männer hysterischer und depressiver.

Während Eric Berne in erster Linie davon ausgeht, Dummspieler wollten nicht dazu lernen, vertrete ich eher die These, Dummspieler wollen Kontrolle und Macht über andere, denn Folgendes ist zu beobachten: Andere übernehmen die Aufgaben des Dummspielers, er hat nicht selten eine „Horde Dienende“ um sich. Um bei den traditionellen Rollen zu bleiben, haben z.B. Männer, die Dummspiele beherrschen häufig Mutter, Schwester und/oder Frau/Freundinnen, die sie bekochen, ihre Wäsche waschen, ihre Kinder hüten etc., während Frauen oft Mann/Freund/ Verehrer haben, die ihnen Glühbirnen oder Abflussrohre austauschen, die Wände streichen usw.. In erster Linie geht es hier häufig um  Arbeiten, die auch unterdurchschnittlich begabte Menschen gut erledigen können, also um Arbeiten, die zwar unangenehm sein mögen, aber nicht schwierig sind. Dummspiele werden also benutzt, um Befehle zu erteilen und den Befehlsempfängern die Möglichkeit „nein“ zu sagen zu nehmen. Macht und Wahrnehmung der Macht unterscheiden sich hier, da der Mächtige der unterlegen scheinende Dummspieler ist.

Des Weiteren geht es hier natürlich auch darum, insbesondere bei den klassischen Dummspielen, die alten Rollenverteilungen und Abhängigkeiten aufrecht zu erhalten, obwohl sie überflüssig geworden sind. Das mag zum Teil traditionelle Hintergründe haben, sichert aber auch eine Position in der heutigen Zeit, die durch die vielen Neuerungen für große Verunsicherung im eigenen Rollenbild sorgt und neue Lebensmodelle fordert: Neues macht immer auch Angst, also wird an den alten, überflüssig gewordenen Rollenbildern festgehalten.

Macht durch Dummspiele

Macht und Wahrnehmung

In einer (scheinbar) unterdrückten Rolle, im Beispiel oben die Dienerrolle oder die Kindrolle, können durch Dummspiele (Eric Berne) Machtverhältnisse verschoben oder sogar umgekehrt werden.

In klassischen Beziehungen sehen Dummspiele häufig folgendermaßen aus: „ich bin zu dumm, um einen Nagel in die Wand zu schlagen, zu kochen, zu putzen oder waschen, eine Glühbirne einzuschrauben oder eine Bohrmaschine zu benutzen, ein Abflussrohr auszutauschen usw. Tatsächlich gibt es Menschen, die sich auf diese Weise ihre gesamte Macht über andere sichern, sie besitzen häufig einen ganzen Trupp an Dienenden. In den Gegenübern tauchen manipulierte Gefühle wie Verantwortung, Stärke, Hilfsbereitschaft auf, sie implizieren ihnen Macht, die in Wirklichkeit beim Dummspieler liegt, der so das Handeln der anderen bestimmt und niedere Arbeiten verteilt, die er selbst nicht erledigen will.

Das Dummspielen gehört zur Kategorie „Macht durch Täuschung, List und Manipulation“, in vielen Machttheorien wird bei schwer durchschaubarer Gewalt eine Gewaltfreiheit angenommen, die es aber nicht gibt, Menschen, die das Dummspielen gut beherrschen, halten sich häufig eine ganze Gruppe Unterworfener, die alle ungeliebten Arbeiten für sie verrichten, weigert sich jemand die auf diese Weise erhaltenen Arbeitsanweisungen auszuführen, so wird der erpresserische, gewalttätige Hintergrund deutlich durch Machtkämpfe, Druck ausüben auf das Gewissen des anderen usw.

Macht durch Dummspiele gibt es überall, so halten sich auch manche Arbeitnehmer ungeliebte Arbeiten damit vom Hals oder Frau Merkel die Verantwortung für die NSA-Affäre: „Das Internet ist immer noch Neuland“ (inhaltliches Zitat). Hier griff Frau Merkel in die weibliche Trickkiste ich bin zu dumm, um technische Zusammenhänge zu verstehen, denn ich habe das Internet nach Jahrzehnten immer noch nicht begriffen, ist die dahinterliegende Botschaft zur Machtsicherung, die vor allem von einer immer noch patriarchalisch geprägten Arbeitswelt in Deutschland gerne geglaubt (und verziehen) wird, obwohl Frau Merkel Physikerin ist und selbstverständlich wesentlich umfassendere technische Zusammenhänge versteht als der größte Teil der Bevölkerung. Sie implizierte hier, jedem PC-Nutzer scheinbar unterlegen zu sein, das kam der immer narzisstischeren Bevölkerung entgegen, die sich nun in einer überlegenen Rolle glaubte und nicht mehr an Frau Merkels Macht kratzte, obwohl sie sich weiter ihrer Verantwortung im NSA-Konflikt nicht stellte und nicht für die Einhaltung unserer Grundrechte sorgte. Ein weiterer PR-Gag von Frau Merkel war der Skandal, um ihr abgehörtes Handy, denn der Skandal um die Abhöraffäre war nicht, das Abhören von Poltikern und Wirtschaft, dafür sind Geheimdienste ganz offiziell eingesetzt, sondern das Abhören von unbescholtenen Bürgern, hier implizierte sie einerseits, wir sitzen alle in einem Boot, andererseits sicherte sie damit ihre Macht, indem sie die Bedrohung der Affäre von der Bevölkerung auf sich lenkte.

Dummspieler greifen also in die Trickkiste, um wahre Machtverhältnisse zu verschleiern, zu leugnen, verzerren die Wahrnehmung anderer, um Macht zu erhalten oder zu sichern, sie manipulieren und täuschen ihre Umwelt, stellen sich als Opfer dar und beklagen den „Ungläubigen“ als Täter, wenn sie jemand durchschaut und ihre Anweisungen nicht befolgt, um sich weiterhin die Macht des Umfeldes zu sichern. Sie sind herrschsüchtig und dulden keinen Widerspruch, haben also ein hohes Maß an Gewaltbereitschaft, auch wenn sie in der Regel keine physische Gewalt anwenden.

Die Macht der Gutmenschen und des Helfersyndroms

Macht und Wahrnehmung – das Spiel mit der Macht

Der Begriff Gutmensch hat einen negativen Beigeschmack und das nicht zu Unrecht. Dem Gutmenschen geht es nicht um eine moralisch korrekte Handlungsweise, die anderen objektiv hilft oder sie weiterbringt, auch Gutmenschen geht es um Macht durch Manipulation. Ein Mensch, der tatsächlich Gutes bewirken will, muss sich ständig hinterfragen, sich häufig unbeliebt machen, um ein Problem zu lösen, um Fortschritt in einer Situation, einer Sache oder bei einer anderen Person/Gruppe zu bewirken. Dem Gutmenschen geht es aber nicht um gute Taten, Entwicklungen und Lösungen, sondern um eine große Anhängerschaft, Zugehörigkeitsgefühl und Macht. Er besitzt eine hohe soziale Intelligenz, nutzt gesellschaftliche Vorurteile, was gut sei, aber in ihrer Konsequenz häufig Schlechtes bewirken kann.

Gutmenschen neigen z.B. zu einem Zuviel an Fürsorge, nutzen ein Helfersyndrom oder Geld, um andere in Abhängigkeit zu halten, in Unterdrückung, sie sichern sich ihre Macht über andere nicht nur durch die Unterdrückung, das Kleinhalten des anderen, sondern zusätzlich durch die Anerkennung der Gesellschaft, die sie durch ihre scheinbar „guten Taten“ erhalten.  Nach außen spielen sie häufig eine Märtyrerrolle, was ihnen zusätzliche Macht sichert. Sie verzerren die Wahrnehmung des Abhängigen und die der Umgebung, um Macht zu erzielen und zu sichern, dabei bedienen sie sich gesellschaftlicher Vorurteile oder Moden. Auch hier steht massive psychische Gewalt im Hintergrund, man stelle sich vor, der Unterdrückte würde ausbrechen wollen, er hätte nicht nur den Gutmenschen gegen sich, sondern auch das gesamte manipulierte Umfeld. Gutmenschen greifen hier zu kulturell oder politisch anerkannten Handlungsweisen, die in ihrer Konsequenz aber negative Auswirkungen haben können. Der Gutmensch und sein Umfeld hinterfragen seine Taten nicht, so lässt es sich auch erklären, wieso aus Demokratien immer wieder Diktaturen oder totalitäre Staaten wurden. In diesem Fall bestimmen die Regierenden was gut sei und ignorieren die fatalen Folgen für die Bevölkerung und ihre Opfer. Das den Menschen innewohnende Bedürfnis gut sein zu wollen, führt sie dann durch Manipulation leicht zum Gutmenschentum und lässt sie im Sinne des scheinbar Guten auch Grausames tun.

An den Beispielen der Dummspieler und Gutmenschen wird deutlich, dass wahre Machtverhältnisse verschleiert und vertuscht werden können, Macht durch Täuschung, Verdeckung und List ausgeübt werden kann, die dahintersteckende Gewalt ist aber nicht nicht vorhanden, sondern so massiv, dass der Unterdrückte sich durch die Wahrnehmungsverschiebung nicht oder nur sehr schwer aus der Unterdrückung lösen kann. Ein physisch Misshandelter merkt die Misshandlung durch die direkte Gewaltanwendung, den hervorgerufenen Schmerz, der Manipulierte aber ist so diffuser Gewalt ausgesetzt, dass er diese kaum benennen und sich in Folge auch nur sehr schwer daraus befreien kann und häufig den Eindruck gewinnt, sein Schmerz sei verkehrt, was ihn in eine noch abhängigere, unterdrücktere Position bringt. Hier sind die Machtverhältnisse zwar analytisch eindeutig, jedoch für Betroffene und Umfeld schwer zu erkennen. Es handelt sich hierbei um Macht durch List Täuschung, Manipulation, bzw. um Macht durch Wahrnehmungsverzerrung, (übertragen ins Politische z.B. durch einseitige Berichterstattung erhaltene/gesicherte Macht, Verkehrung von Werten in ihr Gegenteil pp.). Anhaltende Wahrnehmungsverzerrungen können zu psychischen Erkrankungen beim anderen führen, die Folgen müssen die Betroffenen häufig  jahre- bis lebenslang ausbaden.

Es gibt aber auch tatsächlich Begegnungen mit unklaren Machtverhältnissen, objektiv betrachtet ist die Macht hier nicht vorhanden, die Partner sind gleichberechtigt oder die Machtverhältnisse (noch) unklar, bzw. noch nicht austariert.

Erst das Wissen um die Wahrnehmung des anderen kann die Machtverhältnisse ändern.

Macht durch Ausbeutung

Denkbar ist ebenfalls, dass sich in Begegnungen der Macht, beide als mächtig erleben und überlegen fühlen, obwohl es sich um die gleiche objektive, objektiv im Sinne von sinnlich wahrnehmbar, Situation handelt.

Freier             Ausbeutung                  Prostituierte

Durch das Thema Ausbeutung, das Freier und Prostituierte vereint, kommt es in Folge zur Machtfrage, zur Frage, wer beutet wen aus. Objektiv betrachtet, dürfte es sich um eine gegenseitige Ausbeutung handeln. In der Wahrnehmung beider sieht das aber häufig anders aus, wobei beide die gleiche oder eine unterschiedliche Wahrnehmung haben können:

Der Freier gibt (Geld, Geschenke)  Ô Prostituierte beutet aus

Der Freier kauft (die Frau)  Ô Prostituierte lässt sich ausbeuten

Im ersten Beispiel ist die Prostituierte die Mächtige, sie nimmt Geld oder Geschenke für »Leistungen«, die normalerweise aus Zuneigung, Sympathie und Gefallen gegeben werden, im zweiten Beispiel ist der Freier der Mächtige, der mit Geld die Prostituierte kauft (ausbeutet).

Durch das Thema der Ausbeutung kommt also in das zunächst objektiv gleichberechtigte Geschäft, die Machtfrage, die Frage der Unterwerfung mit ins Spiel. Auch hier sind wieder verschiedene Kommunikations-/Wahrnehmungsmuster denkbar:

F: Ich bin der Mächtige, weil ich dich kaufen kann

F: Frauen beuten mich nur aus, ich muss immer bezahlen

F: Frauen beuten mich nur aus, ich muss immer bezahlen

P: Ich bin die Mächtige, weil du ohne Gegenleistung nichts von mir erhältst und ich bestimme

P: Männer sehen nur ein Objekt in mir

P: Ich bin die Mächtige, weil du ohne Gegenleistung nichts von mir erhältst

Wenn beide Parteien ihre Position nicht kommunizieren, so kann das Geschäft äußerlich gleichberechtigt bleiben, sofern es sich um ein kurzes Geschäft handelt, in einer Prostitutionsehe/-beziehung werden die Machtverhältnisse irgendwann deutlich und können wie bei einem gewöhnlichen Paar auf beiden Seiten liegen. Befinden sich beide in ihrer Wahrnehmung in der überlegenen Position, so kommt es zu Machtkämpfen, die wieder eine Hierarchie entstehen lassen in der einer ausbeutet und der andere ausgebeutet wird. Wie diese Hierarchie aussieht, bestimmt vor allem die innerpsychische persönliche Stärke der Mitstreitenden.