Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes, das deckten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Stoffwechselforschung auf.

Übergewicht ist ein weit verbreitetes Phänomen in Industrienationen, die über einen Nahrungsmittelüberfluss verfügen.

Durch die ungesicherte Nahrungsaufnahme unserer Vorfahren entwickelte der Mensch die Möglichkeit Fettzellen aufzubauen, um in schlechten Zeiten davon zehren zu können, in Zeiten der Ernteausfälle, im oder nach einem Krieg oder bei anderen Hungerkatastrophen. So sicherte er sein Überleben.

Übergewicht – eine sinnvolle Einrichtung der Natur

Jahrzehntelanger Nahrungsüberschuss nach dem zweiten Weltkrieg in den Industrienationen führte bei vielen Menschen zu einem ungesunden Übergewicht, da Hungersnöte fehlten, in denen Menschen auf das angesammelte Körperfett zugreifen, um das Überleben zu sichern.

Dieser nützliche biologische Mechanismus wurde in den letzten Jahrzehnten in sein Gegenteil gekehrt, sodass viele Menschen an sogenannten „Zivilisationkrankheiten“ leiden, wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Fetteber, Atemnot pp., die nach derzeitigem Forschungsstand bei vielen Menschen auf den Nahrungsüberschuss und den Aufbau von zu viel Körperfett zurückzuführen sind, häufig in Kombination mit Bewegungsmangel durch vorwiegend sitzende Tätigkeiten.

Nervenzellen verantworten Übergewicht

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Forscher des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung fanden nun heraus, dass Übergewicht auf bestimmte Nervenzellen zurückzuführen ist.

Die Forschergruppe untersuchte den Hypothalamus von Mäusen und stellte fest, dass für eine erhöhte Nahrungsaufnahme PNOC/NPY-Nervenzellen verantwortlich sind. Diese Nervenzellen befinden sich auch im Gehirn von Menschen.

Die Forscher stellten das mit Hilfe neuer molekularbiologischer und genetischer Methoden fest, die die Vielzahl an Nervenzellen in Cluster unterteilen können.

Etwa 10% der Nervenzellen besitzen einen Leptin-Rezeptor. Das Hormon Leptin wird im Fettgewebe hergestellt und unterdrückt den Hunger.

Entfernten die Forscher den Leptin-Rezeptor, stellte sich bei den Mäusen kein Sättigungsgefühl ein und sie wurden übergewichtig.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse, erhoffen sich die Forscher Medikamente gegen Übergewicht entwickeln zu können.

Die Lust auf Süßes nach dem Essen

Warum bei vielen Menschen nach dem Essen die Lust auf Süßes bleibt und ein Dessert gegessen wird, untersuchte das Stoffwechselzentrum ebenfalls-

Untersuchungen an Mäusen ergaben, dass gesättigte Mäuse wie Menschen noch ein Dessert essen.

Durch Hirnuntersuchungen der Mäuse konnte festgestellt werden, dass für das Sättigungsgefühl ebenfalls Nervenzellen verantwortlich sind, sogenannte POMC-Neuronen, die den Appetit unterdrücken.

Die POMC-Neuronen schütten bei den Mäusen nicht nur Sättigungssignale, sondern auch das körpereigene Opiat ß-Endorphin aus, das auf andere Opiat-Rezeptoren wirkt, die Belohnungssignale ausschütten. Das veranlasst die Mäuse dazu, Zucker zu essen, um die Belohnungssignale zu verstärken. Dieser Schaltkreis wird nur bei Zucker ausgelöst, nicht bei üblicher fettreicher Nahrung.

Wird dieser Weg von den Forschern zum Belohnungssystem blockiert, verzichten die Mäuse auf Zucker, allerdings nur satte Mäusen, hungrige nicht.

Wie reagieren Menschen auf Zucker?

Hirnscans konnten zeigen, dass auch bei Menschen das Belohnungssystem im Gehirn reagierte, wenn sie Zuckerlösung erhielten. Wie bei Mäusen liegen die Sättigungs-Neuronen dicht neben den Opiatrezeptoren.

Aus biologischer Sicht ist dieser Mechanismus sinnvoll, da Zucker in der Natur selten ist, aber schnell Energie liefert.

Die Forscher sehen hier eine Relevanz bei der Behandlung von Übergewicht, es gäbe bereits Medikamente, die den Opiatweg im Gehirn blockieren, aber der Gewichtsverlust durch diese Medikamente ist begrenzt. In Kombination mit anderen Medikamenten, könnten sie allerdings hilfreich zur Bekämpfung des Übergewichts sein.

Quelle: Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung

Diskussion

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Lange Zeit wurde übergewichtigen Menschen unterstellt, dass sie ein Disziplinproblem haben. Hier ist die Forschung inzwischen fortgeschrittener und räumt mit den alten Vorurteilen auf. Körperfett aufzubauen sei evolutionär sogar sinnvoll, um Hungersnöte überleben zu können.

Durch den jahrzehntelangen Wohlstand und den Nahrungsmittelüberschuss in den westlichen Industrienationen, die vorangegangenen Hungersnöte in den Kriegs- und Nachkriegszeiten, entwickelte sich jedoch das Problem des Übergewichts mit entsprechenden körperlichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen bei vielen.

Da durch jahrelanges Übergewicht das Übergewicht aber bei sehr vielen Menschen durch Diäten und Nahrungsumstellung nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, werden derzeit in Deutschland vielen Übergewichtigen Magenverkleinerungen, Schlauchmagen, Diätspritzen oder Medikamente zur Gewichtsreduktion angeboten.

Medikamente und Operationen bergen aber Risiken, die die Risiken des Übergewichts übertreffen können, insbesondere können die Operationen gefährlich werden in Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Umstrukturierung und von drohenden sowie bestehenden Kriegen. Diätmedikamente können gefährliche Nebenwirkungen haben, Eiweißpulver und Vitaminprodukte, die operierte ehemals Übergewichtige einnehmen müssen, um ihren Körper ausreichend versorgen zu können, können in der Umstrukturierung von Wirtschaft und Macht sowie im Wirtschaftskrieg oder einem möglichen heißen Krieg in den Regalen von Supermärkten, Drogerien und Apotheken fehlen oder stark überteuert sein.

Hinzu kommt, dass die Forschung trotz der beachtlichen Erkenntnisse das Problem nicht löst. Übergewicht in Zeiten wie diesen, kann im Rahmen durchaus sinnvoll sein, wenn keiner weiß, wohin der Wirtschaftskrieg der EU noch führt, der andere Länder treffen sollte, aber auf die EU zurückfällt und die EU zur Zeit Kriegsvorbereitungen trifft.

Die Forschungen untersuchen nicht, wieso ein Mensch übergewichtig wird, der andere nicht. Das kann viele Ursachen haben, die offen bleiben. Auch sind nicht alle Menschen darauf konditioniert, mit Zucker ihr Belohnungssystem anzuregen, sie wollen kein Dessert, wenn sie satt sind.

Denkanstoß zu den möglichen Ursachen von Übergewicht und Lust auf Süßes

Während des Wirtschaftsaufschwungs in den 70er/80er Jahren wurden viele Kinder gezwungen, ihren Teller aufzuessen, auch wenn sie satt waren, da die Eltern noch Hungersnot in der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hatten. Führte das zu Beginn noch zu Übelkeit, lernte das Kind mit der Zeit, sein Sättigungsgefühl nicht mehr zu spüren und aß häufig mehr, als es benötigte, was es auch im Erwachsenenalter beibehielt.

In vielen Familien wurde dieses und ähnliches Verhalten weitergegeben an die Nachfolgegenerationen, sodass auch mehrere Generationen nach dem Krieg immer noch Übergewicht entsteht.

Menschen mit viel Lust auf Süßes, die zeitweise oder permanent ihr Belohnungssystem aktivieren wollen, haben möglicherweise wenig andere Möglichkeiten sich zu belohnen, was sie aber lernen könnten.

Weitere Ursachen können zu Übergewicht führen, wenn z.B. einem Säugling immer, wenn er schreit, die Flasche gegeben wird, auch wenn er aus ganz anderen Gründen als Hunger schreit. So lernt der Säugling früh, Probleme mit Nahrung zu kompensieren, statt sie zu lösen.

Weitere Faktoren spielen eine Rolle, da Kinder heute ihre Freizeit häufig vor dem Smartphone, dem PC oder der Spielekonsole verbringen, statt auf dem Spielplatz, im Wald oder auf dem Sportplatz.

Um nicht nur Symptombekämpfung mit Hilfe von Medikamenten oder Operationen zu betreiben, sollte zusätzlich nach den Ursachen geforscht und ein Umgang mit ihnen gefunden werden oder eine Behandlung für sie, da auch genetische Faktoren eine Rolle spielen sollen, auch wenn eine Symptombekämpfung im Einzelfall richtig sein kann, etwa wenn sonst ein Herzinfarkt droht.

Mittel- oder langfristig sollten Kinder aber lernen, ihrem natürlichen Sättigungsgefühl nachgehen zu dürfen sowie ihrem Bewegungsdrang. Das dürfte die beste Vorbeugung gegen ein ungesundes Übergewicht sein, Eltern müssten befähigt werden, ihren Kindern diese Freiräume einzuräumen.

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Weiterführend zur Ernährung:

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Afrika-Tierprodukte verbessern Mangelernährung

Novel Food-Lebensmittel der Zukunft

Afrika – Tierprodukte verbessern Mangelernährung

Afrika – Tierprodukte verbessern die Mangelernährung von Kindern: Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch wirken sich positiv auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder in Afrika aus. Eine neue Studie aus Kenia in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn hat mehr als 32.000 Wachstumsdaten von Kindern im Vorschulalter verglichen.

Kinder, die tierische Produkte auf ihrem Speiseplan hatten, litten weniger unter Entwicklungsdefiziten.

Rund 150 Millionen Kinder bis zu einem Alter von 5 Jahren leiden weltweit unter massiven Wachstums- und Entwicklungsstörungen, die zu Kleinwuchs, beeinträchtigter kognitiver Entwicklung und zum Tod führen können. Die Ursache ist Mangelernährung. Etwa die Hälfte der wachstumsverzögerten Kinder lebt in Afrika unterhalb der Sahelzone.

Die Studie

Tierprodukte können Wachstumsverzögerungen in Afrika mindern

Die Studie zeigt, dass der Konsum von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern das Risiko von Wachstumsstörungen reduziert. Den größten Effekt hatten Eier, gefolgt von Milchprodukten, Fisch und Fleisch.

Bereits kleine Mengen von Tierprodukten reduzierten das Risiko einer Wachstums- und Entwicklungsstörung um rund 7%.

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) wirkten sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung aus, sind aber in den afrikanischen Ländern in den ländlichen Gegenden oft nicht ganzjährig verfügbar und konnten auch den positiven Effekt auf die Entwicklung der Kinder von Tierprodukten, wie Eier, Fleisch und Milchprodukten nicht erreichen.

Die Lebensmittelpreisinflation, die mit den Lockdowns eingeleitet wurde und mit den Sanktionen des Westens gegen Länder des Ostens und der daraus resultierenden Energiekrise weiter vorangetrieben wurde, verschärft die Situation der Kinder in Afrika.

Afrika: Vorbeugung von Kindersterblichkeit, Morbidität, körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen

Um Kindersterblichkeit, Morbidität sowie körperlichen und kognitiven Entwicklungsstörungen vorzubeugen, untersuchten Dr. Makaiko Khonje vom CABI für Afrika in Kenia und Prof. Dr. Matin Quaim vom Zentrum für Ernährungsforschung der Universität Bonn, wie die Ernährungssituation von afrikanischen Kindern verbessert werden kann. Ihre Studie beruht auf repräsentativen Daten von 32.000 Kindern zwischen 0 bis 5 Jahren aus fünf afrikanischen Ländern, Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda.

Pflanzliche Lebensmittel alleine haben keine positiven Effekte auf die Ernährungssituation, hinzu kommt, dass sie in vielen ländlichen Regionen in Afrika nicht ganzjährig zur Verfügung stehen.

Bereits ältere, kleinere und regional angelegte Studien zeigten, dass Kinder, die mit tierischen Produkten, wie Eiern, Fleisch und Milchprodukten ernährt wurden, weniger häufig wachstumsverzögert sind.

Die Wachstumsverzögerung ist ein eindeutiges Indiz der Mangelernährung und Indikator für eine erhöhte Mortalität, beeinträchtigte körperliche und geistige Entwicklung sowie für weitere Krankheiten durch den geschwächten Körper.

Bereits bei dem Verzehr kleiner Mengen von Tierprodukten verringerte sich die Wachstumsverzögerung um 6,8%.

Wieso treten Wachstumsverzögerungen in Afrika auf?

Wachstumsverzögerungen treten bei einem Mangel an hochwertigen Proteinen und Mikronährstoffen auf, wie z.B. Vitamin B12, durch unzureichende Nahrungsaufnahme.

In den untersuchten afrikanischen Ländern Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda sind 27% der Kinder unterentwickelt.

In 81% der Haushalte der Studie in den 5 Ländern werden ASFs (Tierprodukte) konsumiert, in 96% der Haushalte werden Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) konsumiert, Obst nur in 45% der Haushalte.
Die pflanzlichen Lebensmittel konnten die Wachstumsverzögerungen nur um 3,9% verringern, die mit Tierprodukten um 6,8%.

Fazit:

Die Studie der Wissenschaftler aus Afrika und Deutschland zeigt, wie wichtig die Rolle von Tierprodukten in der menschlichen Ernährung ist, insbsondere von Kindern im Vorschulalter.

In Deutschland werden eher zu viele als zu wenig Tierprodukte konsumiert, doch zeichnet sich hier ein Trend ab, auf Tierprodukte zu verzichten. Genmanipulierte und chemisch veränderte Lebensmittel sowie kultiviertes Fleisch oder Fleischersatzprodukte sollen die Nahrungsmittel der Zukunft im Rahmen der Agenda 2030 in Europa werden, zum Teil wird in Schulen und Kindergärten ideologiegetrieben eine fleischlose Kost bereits umgesetzt. Hier sind langfristig trotz guter Ernährungssituation in Deutschland Mangelernährungen denkbar, insbesondere wenn Eltern nicht darauf achten können, das Defizit auszugleichen, etwa durch Fleisch oder Fisch am Wochenende oder durch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B12 oder Jod.

Da die Agenda 2030 weltweit umgesetzt werden soll, wird sich die Situation für die Menschen in Afrika, insbesondere für die Kinder, weiter verschärfen. Die Studie legt nahe, dass sich Wachstumsverzögerungen bei Kindern in Afrika ohne Tierprodukte weiter verschärfen werden.

Ob kultiviertes Fleisch und genmanipuliertes Gemüse und Getreide eine Mangelernährung in Zukunft ausgleichen können, ist fraglich, da es ausreichend Lebensmittel und weitere Möglichkeiten für alle bereits heute gibt, die Gehälter in der Dritten Welt nur künstlich zu niedrig gehalten werden, um ausreichend Nahrung für die Familie zu erwerben, sie beim Eigenanbau steriles Saatgut kaufen müssen oder durch die Industrie von Wasserquellen abgeschnitten werden.

Außerdem sind die möglichen negativen Auswirkungen der genmanipulierten Lebensmittel auf Mensch, Tier und Natur noch nicht ausreichend erforscht.

Quelle:

Studie: Lebensmittel tierischen Ursprungs verbessern die Kinderernährung in Afrika

Weiterführende Literatur:

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Novel Food – Lebensmittel der Zukunft

Genmanipulierte Lebensmittel heute und morgen

Novel Food – Lebensmittel der Zukunft. Neu auf europäischen Tischen: Davidslilie und Hausgrille sowie die Larve des Getreideschimmelkäfers

Gentechnik: Lebensmittel der Zukunft sollen laut Bundesregierung und Steakholderfoods genetisch veränderte Nahrungsmittel und andere Novel Foods wie kultiviertes Fleisch, proteinreiche Insekten, Meerespflanzen und Algen sein.

Was ist Novel Food?

Insekten und GVOs in Lebensmitteln

Novel Foods sind neuartige Lebensmittel, die in der EU erst kurz zugelassen sind. Hierbei handelt es sich um Lebensmittel, die in anderen Ländern bereits traditionell erprobt sind, als auch um genmanipulierte Mikroorganismen, wie z.B. modifizierte Escherichia Coli – Stämme zur Fermentation von Lebensmitteln wie Milchprodukten, gentechnisch verändertes Gemüse, Nahrungsergänzungsmittel oder Insekten.

Für die Zulassung eines Novel Food in der EU muss ein Antrag gestellt werden. Der Antrag muss wissenschaftliche Daten zur Unschädlichkeit des neuartigen Lebensmittels enthalten.

Allerdings durchläuft das neue Nahrungsmittel oder der Mikroorganismus keine unabhängige Kontrolle, sondern der Antragsteller kann die Daten selbst erheben, sodass unbewusste oder bewusste Manipulationen der Daten möglich sind.

Welche Insekten sind in der EU zugelassen?

  • Gelber Mehlwurm (Tenebrio molitor)
  • Hausgrille (Acheta domesticus)
  • Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
  • Larve des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus)

Die Insekten dürfen getrocknet, gefroren, pastös oder pulverisiert in Lebensmitteln enthalten sein, es besteht jedoch eine Kennzeichnungspflicht.

In welchen Lebensmitteln sind Insekten zugelassen?

  • Müsli-Riegel
  • Brot und Brötchen
  • Müsli und Frühstückzerealien
  • Backmischungen
  • Gerichte auf Getreidebasis
  • Chips und Knabberzeug
  • Schokolade
  • Erdnussbutter
  • Fleischzubereitungen und Fleischalternativen
  • Alternativen von Milch und Milchprodukten

In welchen Produkten sollen Insekten in Zukunft zugelassen werden?

  • Back- und Teigwaren,
  • Bier
  • Saucen und Fertiggerichte
  • Kartoffelerzeugnisse
  • Pizza
  • Snacks wie Chips und Cracker
  • Nudeln
  • Fleischersatzprodukte

Insekten enthalten gesunde Proteine, es gibt jedoch keine EU-Vorschrift, dass die Chitinpanzer vor der Verarbeitung entfernt werden müssen.

Chitin ist ein uneinheitliches Bio-Polymer und das zweithäufigste Polymer nach der Cellulose. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Chitin nicht für die Härte des Panzers einen Insekts verantwortlich, sondern für seine Weichheit und Biegsamkeit. Es befindet sich z.B. auch in Pilzen. Erst durch die Verbindung mit dem Struktur-Protein Sklerotin wird der Panzer oder das Exosklelett von Gliederfüßern mit Chitin hart.

Gentechnik als Nahrung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

Novel Food: Gentechnisch veränderte Pflanzen

Ein Teil der genmodifizierten Nahrungspflanzen unterliegt nicht mehr dem EU-Gesetz für GVOs.
Da bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln nicht nur eine negative Auswirkung auf den Menschen, sondern auch auf die Umwelt befürchtet wird, unterliegt der Anbau genmodifizierter Pflanzen in der EU noch strengeren Kontrollen.

Bisher darf in der EU nur eine modifizierte Maissorte, die GV-Maislinie (MON810), ausgesät werden, andere Pflanzen unterliegen strengen Laborauflagen und werden zunächst in anderen Ländern in der Umwelt erprobt, wenn die nationalen Gesetze des Landes es zulassen. Das Ausbringen von GVOs unterliegt nationalen Gesetzen, in Österreich ist die Maislinie MON810 noch verboten.

Doch Vorsicht! Bestimmte GVOs sollen nicht mehr den Gesetzen der Gentechnik unterworfen werden.

Neue Rechtslage zu gentechnisch veränderten Pflanzen

Die Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten den vom Agrarausschuss erarbeiteten Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1 im Februar 2024 zu, diese werden den gezüchteten Pflanzen gleichgestellt, die Regelungen für GVOs sollen entfallen. Für diese NGT-Pflanzen der Kategorie 1 soll es keine Kennzeichnungspflicht geben, da sie den Pflanzen aus Züchtungen gleichgestellt werden sollen. Komplexere genetische Veränderungen der Kategorie 2 oder höher unterliegen weiter der Kennzeichnungspflicht. Zur aktuellen Diskussion

Wie werden gentechnisch veränderte Pflanzen hergestellt?

Beim neuen Gentechnikgesetz zu den NGT-Pflanzen der Kategorie 1 handelt es sich um Nutzpflanzen, die mittels Mutagenese, Cisgenese (Übetragung von Genen zwischen verwandten Arten), Intragenese oder einer Mischnung aus den verschiedenen gentechnischen Verfahren, z.B. auch mit der Genschere Crispr/Cas verändert wurden und nun gezüchteten Pflanzen gleichgestellt werden. Ein Patentrecht soll es aber nicht auf sie geben. Neue Verfahren in der Pflanzenzüchtung-EU-Parlament

Novel Food Pflanzen

Welche gentechnischen Lebensmittel sind bei uns im Handel erlaubt?

  • Sojabohnen: 26 Linien zugelassen
  • Raps: 8 Linien zugelassen
  • Zuckerrübe: 1 Linie zugelassen
  • Mais: 51 Linien zugelassen

Diese genmanipulierten Lebensmittel sind für den Import in die EU zugelassen, dürfen aber nicht angebaut werden. Zum Anbau ist in der EU bisher nur eine GV-Maislinie (MON810) zugelassen, in Österreich besteht jedoch ein Anbauverbot.

Der Anbau von den in der EU zugelassenen genmodifizierten Lebensmitteln unterliegt nationalem Recht. Der Anbau unterliegt in der EU strengen Regeln, weil er Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte.

Es wird angenommen, dass GVOs, die z.B. gegen Fressfeinde entwickelt wurden, auch negative Auswirkungen auf Nutzinsekten haben oder sich die genetisch veränderten Arten mit Wildpflanzen kreuzen. So muss die die Entwicklung der GVOs unter Laborbedingungen und in speziell dafür eingerichteten Gewächshäusern stattfinden.

Die NGT-Pflanzen können nach der Entwicklung in andere Länder exportiert werden, deren nationale Gesetze den Anbau von GVOs erlauben, um sie dort im Feldversuch zu prüfen.

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen, Enzyme und Aminosäuren

Verstecktes Novel Food

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen, Enzyme und Aminosäuren sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht.

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen werden z.B. für die Fermentation von Lebensmitteln eingesetzt. Sie gelten als sicher.

Fermentation von Lebensmitteln mit genetisch veränderten Mikroorganismen

Infokasten:Liste der Lebensmittel, die mit genveränderten Mikroorganismen, Enzymen und Aminosäuren versehen sein können
Liste der Lebensmittel, die genetisch veränderte Enzyme enthalten können

Das Berliner Start-up Formo produziert z.B. Milchproteine für alternative Käseprodukte.

Einige Vitamine und Aromen werden mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt, wie etwa Vitamin C, B2 und B12.

Genmodifizierte Mikroorganismen, wie z.B. Escherichia-coli-Bakterienstämme, die zur Produktion von Enzymen, Vitaminen und anderen Zusatzstoffen benötigt werden, sind in der EU erlaubt, genau wie genveränderte Hefen für z.B. Bier oder Brot sowie modifizierte Schimmelpilze.

Welche Aminosäuren können mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden?

  • Lysin
  • Threonin
  • Phenylalanin
  • Methionin
  • Tryptophan
  • Leucin
  • Glutaminsäure
  • Cystein

Aminosäuren, die mit Hilfe von genmanipulierten Mikroorganismen hergestellt wurden, sind nicht kennzeichnungspflichtig.

Die EU stellt eine vollständige Liste der zugelassenen Novel Food zur Verfügung.

In der EU werden die Auswirkungen der GVOs von der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, auf die Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt überprüft.

Kultiviertes Fleisch und Fleischersatzprodukte

Novel Food – Fleisch der Zukunft

In-vitro-Fleisch, kultiviertes Fleisch, wird in einem mehrstufigen Prozess hergestellt. Zunächst werden einem Tier Stammzellen entnommen. Diese Stammzellen werden in Bioreaktoren in eine Nährlösung aus Wasser, Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen gegeben, mit deren Hilfe aus den Stammzellen Fleisch gezüchtet wird.

Aus Stammzellen kann jede Art von Gewebe herangezüchtet werden, wie z.B. Muskelfleisch, Fett, Lunge oder auch Hirn. Durch die Lenkung in den Bioreaktoren wird bestimmt, welche Art von Fleisch entstehen soll.

Um dem Laborfleisch Struktur zu geben, sind weitere Schritte notwendig. Dazu kann ein Zellgerüst verwendet werden, an dem sich das Fleisch zur Strukturbildung anheften kann. Das Zellgerüst des in-vitro-Fleisches besteht jedoch nicht aus natürlichen Protein – Fasern. Es wird dem Fermentationsprozess zugegeben.

Wenn das Fleisch fertig ist, kann das Wasser abgegossen und das Fleisch weiter verarbeitet werden.

Der gesamte Prozess soll mehrere Wochen bis Monate dauern.

Welche Unternehmen stellen kultiviertes Fleisch her?

Novel Food Unternehmen der Zukunft

In der EU gibt es einige Start Ups, die nach und nach auf den Markt streben. So stelllte das französische Startup Gourmey im Sommer 2024 einen Antrag auf den Verkauf von kultiviertem Fleisch in der EU.

Das deutsche Unternehmen Wiesenhof investierte in zwei Unternehmen für in-vitro-Fleisch, in den niederländischen Lebensmittelhersteller Mosa Meat, der Rindfleisch herstellt und in ein israelisches Unternehmen, das Hühnerfleisch entwickelt.

Das tschechische Unternehmen Bene Meat bekam für sein in-vitro-Fleisch eine Zulassung als Beimischung für Tierfutter.

Ein deutsches Start Up stellte einen Antrag auf Zulassung für sein gezüchtetes Fleisch als Beimischung zu Hot Dogs.

Das gezüchtete Fleisch kann unter Verwendung von Gentechnik hergestellt werden.

Vegane Wurst- und Fleischersatzprodukte

Vegane Wurst- oder Fleischersatzprodukte bestehen nicht aus GVOs, allerdings werden viele Zusatz- und Hilfsstoffe in veganen Fleischersatzprodukten verwendet, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden, wie modifizierten Pilzen, Bakterien und Hefen. Sie sind nicht kennzeichnungspflichtig.

Guten Appetit!

Weiterführende Literatur:

Poury Zarshenas: Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Der Retter der explosionsartig wachsenden Erdbevölkerung oder der schwarze Glamour des allmählichen Todes?! (#Anzeige)

Lebensmitteltechnologie: Die industrielle Herstellung von Lebensmitteln aus landwirtschaftlichen Rohstoffen (#Anzeige)

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Gentechnikgesetz: EU-Agrarausschuss – Gentechnik im Ökoanbau

Fehlender Verbraucherschutz bei gentechnisch veränderten Agrarprodukten

Neues Gentechnikgesetz: Europas Volkspartei stimmte gemeinsam im Agrarausschuss des Europaparlaments mit der AfD für die Verwendung von Gentechnik, auch im Ökoanbau.

Im Rahmen des Green Deals und weiterer Strategien der Agenda 2030 hat Europas Volkspartei, bestehend aus CDU/CSU, SPD und FDP im Agrarausschuss des Europaparlaments gemeinsam mit der AfD für die Verwendung von Gentechnik auch im Ökoanbau gestimmt. Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen.

Fehlende Kennzeichnungspflicht – Definionsänderungen

Fehlender Verbraucherschutz

Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen. Hierbei handelt es sich um Mutagenese, Cisgenese (Übetragung von Genen zwischen verwandten Arten), Intragenese oder eine Mischnung aus den verschiedenen gentechnischen Verfahren, z.B. auch mit der Genschere Crispr/Cas. Mikroorganismen und Tiere sind von den neuen Regelungen ausgeschlossen, hier gelten weiter die alten Gesetze.

Auch sollen die Definitionen geändert werden, sodass sie vom Verbraucher schwer als gentechnisch veränderte Lebensmittel erkannt werden können.

Fehlender Verbraucherschutz

EU-Agrarausschuss – Gentechnik im Ökoanbau

Die Pflanzenentwicklung durch NGT soll nicht mehr „genomische Technik zur Pflanzenzucht“ heißen, sondern „Präzisionszüchtung“.

Die Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1 sollen ausgeweitet werden, sämtliche Regelungen sollen entfallen. Auch sollen die Nachfahren der NGT-Pflanzen der Kategorie 1 weiter gentechnisch verändert werden dürfen, ohne dass sie dadurch ihren Status verlieren. Kreuzungen zweier NGT1-Pflanzen sollen erlaubt werden ohne Statusverlust.

NGT-Pflanzen sollen nicht mehr als gentechnisch verändert bezeichnet werden, sondern als normale Pflanzen, die durch zielgerichtete Mutagenese gezüchtet wurden.

Agrarprodukte und Lebensmittel aus NGT1-Pflanzen entfallen beim neuen Gentechnikgesetz

Definitionsänderungen

Pflanzen der NGT1-Kategorie sollen den aus konventionellen Züchtungen entstandenen Pflanzen gleichgestellt werden.

Die Änderung der Definition und die fehlende Kennzeichnungspflicht lassen den Verbraucher im Dunkeln, ob er ein gezüchtetes Agrarprodukt kauft oder ein gentechnisch verändertes. Auch Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Agrarprodukten hergestellt werden, müssen nicht gekennzeichnet werden.

Europas Volkspartei, bestehend aus CDU/CSU, SPD und FDP stimmte gemeinsam im Agrarausschuss des Europaparlaments mit der AFD für die Verwendung von Gentechnik auch im Ökoanbau. Der Agrarausschuss will neue genomische Techniken bei der Pflanzenzucht (NGT) auch im Bioanbau zulassen.

Gentechnikgesetz: Weitere Neuregelungen

Ausgeweitet werden sollen auch die Regelungen für die NGT-Pflanzen der Kategorie 1, bei denen durch die Gleichsetzung mit konventionell gezüchteten Pflanzen sämtliche Regelungen entfallen sollen.

Eine Kennzeichnung „keine Gentechnik“ oder ein freiwilliger Hinweis auf Gentechnik sollen verboten werden.

Außerdem soll das Saatgut der NGT-Pflanzen keine Hinweise mehr auf die gentechnische Veränderung enthalten, sodass auch der Bauer nicht mehr weiß, was er aussät.

Gentechnikgesetz und Patente

NGT-Pflanzen werden in der Regel von großen Konzernen patentiert, ein Verbot der Patentierung kann die EU nicht erlassen, Patente unterliegen dem europäischen Patentübereinkommen, einem völkerrechtlichen Vertrag, den 39 europäische Staaten abschlossen und kontrollieren.

Schon heute gibt es auf über 1000 konventionell gezüchtete Pflanzen ein Patent, obwohl die EU-Regeln das eigentlich verbieten.

Das würde bedeuten, dass Bauern kein Saatgut von diesen Pflanzen durch Eigenanbau gewinnen dürfen, wie das in den Verträgen mit afrikanischen Staaten und ihren Bauern bereits häufig der Fall ist.

Der Vorschlag des Positionspapiers zum neuen Gentechnikgesetz wurde mit 34 zu 10 Stimmen angenommen, dagegen stimmten vor allem Abgeordnete der Grünen und der Linken.

Jetzt muss das Positionspapier noch dem Umweltausschuss vorgelegt werden, der federführend in der Frage ist, allerdings ähnliche Positionen wie der Agrarausschuss erarbeitet hat.

Im Februar 2024 soll voraussichtlich im EU-Parlament über die Gesetzesänderung abgestimmt werden.

Quelle: Informationsdienst Gentechnik

Essgewohnheiten im Urin bestimmen

Forschung: Ernährungsweise und Umweltgifte ermitteln

Im Urin können durch Massenspektrometrie Umweltgifte nachgewiesen werden. Das neue Forschungsprojekt will nun die Essgewohnheiten im Urin bestimmen.

Lebensmittelchemiker Hans-Ulrich Humpf untersucht mit seinem Team an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, WWU, Lebensmittelgifte im Urin von Patienten, wie z.B. Schimmelpilze. Aber auch falsche Essgewohnheiten können zu Krankheiten führen. Der Chemiker will anhand von Blut- und Urinuntersuchungen mit Hilfe der Massenspektrometrie herausfinden wollen, wie sich Menschen ernähren und welchen Umweltgiften sie ausgesetzt sind.

So untersucht er in Simbabwe, im Gemeinschaftsprojekt unter Koordination der US-amerikanischen Cornell-Universität, die Ursachen von Entwicklungsstörungen bei Kindern, die Schimmelpilzen auf Mais zuzuordnen sein könnten, den die Mütter zu sich nehmen und der früh zugefüttert wird.

In Bangladesch werden Schimmelpilze auf Reis und Gewürzen untersucht.

Das neue Forschungsprojekt

Essgewohnheiten im Urin bestimmen

Lebensmittelrückstände lassen sich noch 10-24 Stunden nach dem Verzehr im Urin feststellen. Hans-Ulrich Humpf hat dafür ein Massenspektrometer, das fünfmal sensibler messen kann als übliche Geräte.

Bisherige Verfahren zur Bestimmung der Nahrungsaufnahme

Ernährungswissenschaftler nutzen Ernährungstagebücher von Patienten, um den Verzehr ungesunder Lebensmittel, ungesunde Mengen an Lebensmitteln oder ungenügende Kombinationen der Lebensmittel, bzw. fehlende Vielfalt festzustellen. In diesen Tagebüchern schreibt der Patient alle Lebensmittel und Getränke auf, die er zu sich nimmt. Anhand des Tagebuchs kann der Ernährungsmediziner erkennen, worauf z.B. Übergewicht oder gehäufte Gichtanfälle zurückzuführen sind.

Die Untersuchungsmethode

Einige Hundert Biomarker für Lebensmittel sind inzwischen bekannt. Allerdings wurden sie nicht ausreichend auf ihre Tauglichkeit geprüft, hinzu kommt, dass sie teilweise mehreren Ernährungsgruppen zuzuordnen sind. Amelie Frank, Humpfs Doktorandin, sucht deswegen nach Biomarkern, die sich einzelnen Lebensmitteln konkret zuordnen lassen, etwa bestimmten Getreide- oder Gemüsesorten.

Sind die Biomarker der unterschiedlichen Lebensmittel einmal bekannt, so könnten sie mit Hilfe der Massenspektrometrie innerhalb von 10-24 Stunden nach dem Essen im Urin oder Blut nachgewiesen werden.

Nach Frank könne das Ernährungsfehler aufspüren bei Menschen, die beim Ernährungstagebuch unterschlagen werden oder die nicht in der Lage sind, ein Ernährungstagebuch zu führen.

Quelle: Christina Hoppenbrock, Unizeitung wissen

Diskussion

Mit Hilfe der Ermittlung von Biomarkern für die einzelnen Lebensmittel könnten diese Lebensmittel im Urin oder Blut mittels Massenspektrometrie nachgewiesen werden. Die derzeitigen Geräte können Lebensmittel innerhalb von 10-24 Stunden nach Verzehr nachweisen. Um die Ernährungsgewohnheiten von Patienten festzustellen, wären also tägliche Untersuchungen notwendig. Das übliche Ernährungstagebuch für Patienten von Fachärzten für Ernährungswissenschaft werden sie deswegen kaum ersetzen können.

Erschwerend käme in den Industrieländern hinzu, dass die Fülle an Lebensmitteln, inklusive der Produkte der Lebensmittelindustrie, einen sehr hohen Arbeitsaufwand beim Erfassen bedeutet.

Nutzbar wäre das Forschungsprojekt voraussichtlich zunächst in Nichtindustrieländern, die begrenzte Nahrungsmittel zur Verfügung haben.

Eine große Chance sehe ich aber in der Kombination Umweltgifte auf Lebensmitteln im Menschen festzustellen. Auch wenn z.B. Schimmelpilze durch die strengeren Lebensmittelkontrollen in den Industrieländern in der Regel nicht in höheren, schädlichen Mengen zu sich genommen werden, so könnte sich bei regelmäßigem Verzehr eines bestimmten Lebensmittel ein anderes Bild der Menge von Pilzen im Körper ergeben.

Auch dürfte das Projekt insofern für die Industrienationen von Bedeutung sein, wenn zusätzlich zu Keimen und Pilzen nach zugesetzten Giften gesucht wird. Insbesondere in den Industrienationen sind viele Grundahrungsmittel mit einer Vielzahl an Pestiziden, Herbiziden und chemischem Dünger versetzt, deren Auswirkungen beim Verzehr weitgehend unerforscht sind. Hinzu kommen Schwermetalle und Medikamentenrückstände selbst im Trinkwasser sowie die chemischen Zusätze der Nahrungsmittelindustrie.

Um den Zusammenhang zwischen Erkrankung und Giften in der Nahrung hinreichend zuordnen zu können, müssten aber zusätzlich wenigstens statistische Erhebungen erstellt werden.