Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes, das deckten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Stoffwechselforschung auf.
Übergewicht ist ein weit verbreitetes Phänomen in Industrienationen, die über einen Nahrungsmittelüberfluss verfügen.
Durch die ungesicherte Nahrungsaufnahme unserer Vorfahren entwickelte der Mensch die Möglichkeit Fettzellen aufzubauen, um in schlechten Zeiten davon zehren zu können, in Zeiten der Ernteausfälle, im oder nach einem Krieg oder bei anderen Hungerkatastrophen. So sicherte er sein Überleben.
Übergewicht – eine sinnvolle Einrichtung der Natur
Jahrzehntelanger Nahrungsüberschuss nach dem zweiten Weltkrieg in den Industrienationen führte bei vielen Menschen zu einem ungesunden Übergewicht, da Hungersnöte fehlten, in denen Menschen auf das angesammelte Körperfett zugreifen, um das Überleben zu sichern.
Dieser nützliche biologische Mechanismus wurde in den letzten Jahrzehnten in sein Gegenteil gekehrt, sodass viele Menschen an sogenannten „Zivilisationkrankheiten“ leiden, wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Fetteber, Atemnot pp., die nach derzeitigem Forschungsstand bei vielen Menschen auf den Nahrungsüberschuss und den Aufbau von zu viel Körperfett zurückzuführen sind, häufig in Kombination mit Bewegungsmangel durch vorwiegend sitzende Tätigkeiten.
Nervenzellen verantworten Übergewicht
Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes
Forscher des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung fanden nun heraus, dass Übergewicht auf bestimmte Nervenzellen zurückzuführen ist.
Die Forschergruppe untersuchte den Hypothalamus von Mäusen und stellte fest, dass für eine erhöhte Nahrungsaufnahme PNOC/NPY-Nervenzellen verantwortlich sind. Diese Nervenzellen befinden sich auch im Gehirn von Menschen.
Die Forscher stellten das mit Hilfe neuer molekularbiologischer und genetischer Methoden fest, die die Vielzahl an Nervenzellen in Cluster unterteilen können.
Etwa 10% der Nervenzellen besitzen einen Leptin-Rezeptor. Das Hormon Leptin wird im Fettgewebe hergestellt und unterdrückt den Hunger.
Entfernten die Forscher den Leptin-Rezeptor, stellte sich bei den Mäusen kein Sättigungsgefühl ein und sie wurden übergewichtig.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse, erhoffen sich die Forscher Medikamente gegen Übergewicht entwickeln zu können.
Die Lust auf Süßes nach dem Essen
Warum bei vielen Menschen nach dem Essen die Lust auf Süßes bleibt und ein Dessert gegessen wird, untersuchte das Stoffwechselzentrum ebenfalls-
Untersuchungen an Mäusen ergaben, dass gesättigte Mäuse wie Menschen noch ein Dessert essen.
Durch Hirnuntersuchungen der Mäuse konnte festgestellt werden, dass für das Sättigungsgefühl ebenfalls Nervenzellen verantwortlich sind, sogenannte POMC-Neuronen, die den Appetit unterdrücken.
Die POMC-Neuronen schütten bei den Mäusen nicht nur Sättigungssignale, sondern auch das körpereigene Opiat ß-Endorphin aus, das auf andere Opiat-Rezeptoren wirkt, die Belohnungssignale ausschütten. Das veranlasst die Mäuse dazu, Zucker zu essen, um die Belohnungssignale zu verstärken. Dieser Schaltkreis wird nur bei Zucker ausgelöst, nicht bei üblicher fettreicher Nahrung.
Wird dieser Weg von den Forschern zum Belohnungssystem blockiert, verzichten die Mäuse auf Zucker, allerdings nur satte Mäusen, hungrige nicht.
Wie reagieren Menschen auf Zucker?
Hirnscans konnten zeigen, dass auch bei Menschen das Belohnungssystem im Gehirn reagierte, wenn sie Zuckerlösung erhielten. Wie bei Mäusen liegen die Sättigungs-Neuronen dicht neben den Opiatrezeptoren.
Aus biologischer Sicht ist dieser Mechanismus sinnvoll, da Zucker in der Natur selten ist, aber schnell Energie liefert.
Die Forscher sehen hier eine Relevanz bei der Behandlung von Übergewicht, es gäbe bereits Medikamente, die den Opiatweg im Gehirn blockieren, aber der Gewichtsverlust durch diese Medikamente ist begrenzt. In Kombination mit anderen Medikamenten, könnten sie allerdings hilfreich zur Bekämpfung des Übergewichts sein.
Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes
Lange Zeit wurde übergewichtigen Menschen unterstellt, dass sie ein Disziplinproblem haben. Hier ist die Forschung inzwischen fortgeschrittener und räumt mit den alten Vorurteilen auf. Körperfett aufzubauen sei evolutionär sogar sinnvoll, um Hungersnöte überleben zu können.
Durch den jahrzehntelangen Wohlstand und den Nahrungsmittelüberschuss in den westlichen Industrienationen, die vorangegangenen Hungersnöte in den Kriegs- und Nachkriegszeiten, entwickelte sich jedoch das Problem des Übergewichts mit entsprechenden körperlichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen bei vielen.
Da durch jahrelanges Übergewicht das Übergewicht aber bei sehr vielen Menschen durch Diäten und Nahrungsumstellung nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, werden derzeit in Deutschland vielen Übergewichtigen Magenverkleinerungen, Schlauchmagen, Diätspritzen oder Medikamente zur Gewichtsreduktion angeboten.
Medikamente und Operationen bergen aber Risiken, die die Risiken des Übergewichts übertreffen können, insbesondere können die Operationen gefährlich werden in Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Umstrukturierung und von drohenden sowie bestehenden Kriegen. Diätmedikamente können gefährliche Nebenwirkungen haben, Eiweißpulver und Vitaminprodukte, die operierte ehemals Übergewichtige einnehmen müssen, um ihren Körper ausreichend versorgen zu können, können in der Umstrukturierung von Wirtschaft und Macht sowie im Wirtschaftskrieg oder einem möglichen heißen Krieg in den Regalen von Supermärkten, Drogerien und Apotheken fehlen oder stark überteuert sein.
Hinzu kommt, dass die Forschung trotz der beachtlichen Erkenntnisse das Problem nicht löst. Übergewicht in Zeiten wie diesen, kann im Rahmen durchaus sinnvoll sein, wenn keiner weiß, wohin der Wirtschaftskrieg der EU noch führt, der andere Länder treffen sollte, aber auf die EU zurückfällt und die EU zur Zeit Kriegsvorbereitungen trifft.
Die Forschungen untersuchen nicht, wieso ein Mensch übergewichtig wird, der andere nicht. Das kann viele Ursachen haben, die offen bleiben. Auch sind nicht alle Menschen darauf konditioniert, mit Zucker ihr Belohnungssystem anzuregen, sie wollen kein Dessert, wenn sie satt sind.
Denkanstoß zu den möglichen Ursachen von Übergewicht und Lust auf Süßes
Während des Wirtschaftsaufschwungs in den 70er/80er Jahren wurden viele Kinder gezwungen, ihren Teller aufzuessen, auch wenn sie satt waren, da die Eltern noch Hungersnot in der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hatten. Führte das zu Beginn noch zu Übelkeit, lernte das Kind mit der Zeit, sein Sättigungsgefühl nicht mehr zu spüren und aß häufig mehr, als es benötigte, was es auch im Erwachsenenalter beibehielt.
In vielen Familien wurde dieses und ähnliches Verhalten weitergegeben an die Nachfolgegenerationen, sodass auch mehrere Generationen nach dem Krieg immer noch Übergewicht entsteht.
Menschen mit viel Lust auf Süßes, die zeitweise oder permanent ihr Belohnungssystem aktivieren wollen, haben möglicherweise wenig andere Möglichkeiten sich zu belohnen, was sie aber lernen könnten.
Weitere Ursachen können zu Übergewicht führen, wenn z.B. einem Säugling immer, wenn er schreit, die Flasche gegeben wird, auch wenn er aus ganz anderen Gründen als Hunger schreit. So lernt der Säugling früh, Probleme mit Nahrung zu kompensieren, statt sie zu lösen.
Weitere Faktoren spielen eine Rolle, da Kinder heute ihre Freizeit häufig vor dem Smartphone, dem PC oder der Spielekonsole verbringen, statt auf dem Spielplatz, im Wald oder auf dem Sportplatz.
Um nicht nur Symptombekämpfung mit Hilfe von Medikamenten oder Operationen zu betreiben, sollte zusätzlich nach den Ursachen geforscht und ein Umgang mit ihnen gefunden werden oder eine Behandlung für sie, da auch genetische Faktoren eine Rolle spielen sollen, auch wenn eine Symptombekämpfung im Einzelfall richtig sein kann, etwa wenn sonst ein Herzinfarkt droht.
Mittel- oder langfristig sollten Kinder aber lernen, ihrem natürlichen Sättigungsgefühl nachgehen zu dürfen sowie ihrem Bewegungsdrang. Das dürfte die beste Vorbeugung gegen ein ungesundes Übergewicht sein, Eltern müssten befähigt werden, ihren Kindern diese Freiräume einzuräumen.
In der ayurvedischen Ernährungstherapie (#Anzeige) werden den verschiedenen Menschentypen unterschiedliche Ernährungsweisen verschrieben.
Schlaf – Gesunder Schlaf, Schlafstörungen und Erkrankungen – Viele Menschen leiden an Schlafstörungen. Sie können nicht einschlafen, durchschlafen oder wachen zu früh auf. Die Folgen einer unruhigen Nacht sind oft allgemeines Unwohlsein, Konzentrationsmangel, unangenehme Erinnerungen und Zwangsgedanken.
Ein gesunder Schlaf beträgt zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht. Es gibt allerdings Abweichungen, manche Menschen benötigen mehr oder weniger Schlaf.
Schlafstörungen und Gedächtnis
Schlafstörungen und Zwangsgedanken
Marcus O. Harrington und Theodoros Karapanagiotidis von der University of California fanden heraus, dass durch den Schlafmangel Gedächtniskontrolldefizite im menschlichen Gehirn entstehen.
Patienten mit Schlafstörungen leiden unter Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder zu frühem Aufwachen. Schlafstörungen können ein Hinweis auf die Entwicklung oder das Bestehen einer psychischen Erkrankung sein.
Schlafstörungen und Zwangsgedanken gehen häufig einer psychischen Erkrankung voraus und begleiten diese.
Wie wirkt sich Schlafmangel aufs Gehirn aus?
Schlaf und Schlafentzug
Die kalifornischen Forscher fanden heraus, dass auch gesunde Menschen bei Schlafentzug Probleme haben, ihre Zwangsgedanken unter Kontrolle zu halten.
Da psychischen Erkrankungen häufig Schlafstörungen vorausgehen, könnte die Studie helfen, Präventions- und Behandlungsstrategien für psychische Erkrankungen zu entwickeln, z.B. könnten Problembewältigungsstrategien und Problemlösungen zu einem besseren Schlaf und dem Verhindern einer psychischen Erkrankung führen.
REM – Schlaf und Gedächtnis
Schlaf und Hirnalterung
Schlafentzug stört die präfrontale Hemmung des Gedächtnisabrufs. Die Hemmung des Gedächtnisabrufs ist notwendig, um im Alltag nicht von unangenehmen Erinnerungen heimgesucht zu werden. Der Hemmungsmechanismus, der während des Tages abnimmt, wird im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) während des nächtlichen Schlafes wieder hergestellt.
Forscher um Congying Chu und Sebastian C. Holst fanden heraus , dass eine Nacht Schlafentzug das Gehirn um 1-2 Jahre altern lässt-. Die Hirnalterung bilde sich aber bei normalem Schlaf in Folge wieder zurück-.
Marcus O. Harrington und Theodoros Karapanagiotidis setzten ihre Probanden einem Schlafentzug aus und stellten fest, dass die durch den Schlafentzug entstandenen Funktionsstörungen des Gedächtnisses zu einem Defizit führen, unerwünschte Erinnerungen unterdrücken zu können und verschlechtern das selbst erzeugte Denken. Durch die Störung der neuronalen Schaltkreise werden Zwangsgedanken hervorgerufen, wie immer wiederkehrende schlechte Erinnerungen oder sich wiederholende negative Gedanken.
Die Kontrollfunktionen des Hirnes, negative Gedanken und Erinnerungen aus dem Gedächtnis fernzuhalten, scheinen auf den REM-Schlaf angewiesen zu sein.
Neurokognitive Ebene der Erinnerungen
Auf neurokognitiver Ebene werden Erinnerungen durch den rechten dorsolateralen präfrontalen Kortex gesteuert, der Abrufvorgänge im Hippocampus herunterreguliert. rDLPFC ist ein übergreifender Inhibitor (Stoff, der chemische, biologische oder physikalische Vorgänge hemmt oder verlangsamt), der Handlungen stoppen und Erinnerungen unterdrücken kann. Schlafentzug verringerte die Aktivierung von rDLPFC und führte zu einem Zusammenbruch der Aufgaben. Auch die Amygdala wird bei bedrohungsbezogener Informationsverarbeitung gestört, sodass es nachts zu Angstzuständen kam. Hippocampus und Amygdala gehören zum Stammhirn und geben Erinnerungen an die Großhirnrinde ab. Bei Fehlsteuerungen kann es zu Angstzuständen und Abspalten von Erinnerungen kommen.
Die Studie
Schlaf und Schlafentzug
Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen gehen mit Zwangsgedanken und unangenehmen Erinnerungen einher. Während unangenehme Erinnerungen und Zwangsgedanken für Gesunde nur eine vorübergehende Erscheinung sind, sind sie für psychisch kranke Menschen oft belastender Alltag.
Gesunde können sich der belastenden Erinnerungen und der Zwangsgedanken erwehren, indem sie sie nicht wieder aufrufen oder unterdrücken. Diese Möglichkeit hängt auch von einem guten Schlaf ab, da im REM-Schlaf die Kontrollfunktionen des Hirnes aufgefrischt werden.
Die zielgerechte Unterdrückung unerwünschter Erinnerungen hängt auch von der adaptiven Trennung der funktionellen Netzwerke im Gehirn ab.
Um die Folgen von Schlafstörungen zu untersuchen, setzten die Wissenschaftler ihre gesunden Probanden einem Schlafentzug aus, die Kontrollgruppe schlief normal.
Die Probanden der Studie mit Schlafentzug berichteten bei den Aufgabenstellungen, die sie nach dem Schlafentzug erhielten, häufiger von einer Ablenkung durch unerwünschte Gedanken statt einem auf die Aufgaben fokussierten Denken als ausgeruhte Probanden, was auf den Zusammenbruch des Kontrollprozesses im Hirn hinweist.
Untersucht wurden Herzfrequenz, das Gehirn mittels MRT, der REM-Schlaf und die Denkmuster der Schlafentzugs- und der Kontrollgruppe.
Untersucht wurden 87 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. Die Wissenschaftler erhoffen, dass durch die Studie Präventivmaßnahmen gegen psychische Erkrankungen, wie z.B. bessere Problemlösungsstrategien, und eine bessere Behandlung von Schlafstörungen entwickelt werden können.
Ursachen von Schlafstörungen
Wo kommen Schlafstörungen her?
Die Ursachen von chronischen Schlafstörungen sind vielfältig und reichen von äußeren Anlässen, wie Schichtarbeit, über Hormonstörungen und psychische Erkrankungen bis hin zu physischen Erkrankungen.
Mögliche Ursachen von Schlafstörungen
Verschobener Tages-Nacht-Rhythmus, wie z.B. bei Schichtarbeit
Stress und Sorgen
Hormonstörungen, wie z.B. in den Wechseljahren
Psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Posttraumatische Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Psychosen
Schilddrüsenerkrankungen, wie Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse)
Häufiger Harndrang, wie z.B. bei Diabetes
Medikamente
Infektionskrankheiten
neurologische Erkrankungen
neurodegenerative Erkrankungen
Autoimmunerkrankungen
Schmerzkrankheiten
Lungenerkrankungen pp.
Welcher Arzt bei Schlafstörungen?
Schlafstörungen – Wann zum Arzt?
Können Stress, Sorgen und ein verschobener Schlafrhythmus ausgeschlossen werden, sollten auch körperliche Erkrankungen, wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Prostataerkrankungen (häufiger Harndrang) pp. ausgeschlossen werden, bevor ein Psychiater, Psychotherapeut oder ein Schlaflabor aufgesucht wird.
Ein Facharzt für Allgemeinmedizin kann hier erste Untersuchungen einleiten, um z.B. eine Schilddrüsenerkrankung zu bestätigen oder auszuschließen. Bei einer Bestätigung wird an einen Nuklearmediziner oder Endokrinologen zur Behandlung überwiesen. Bei der Feststellung von Diabetes wird an einen Diabetologen weiter überwiesen, bei Schmerzerkrankungen an einen Rheumatologen pp..
Können physische Erkrankungen ausgeschlossen werden, kann an einen Psychotherapeuten oder Psychiater weiter verwiesen werden. Chronische Schlafstörungen, die nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, können Vorboten einer psychischen Erkrankung sein und sollten behandelt werden, um einen Ausbruch zu verhindern.
Ein Schlaflabor kann weitere Ursachen für die Schlafstörungen feststellen.
Hausmittel für einen gesunden Schlaf
Was tun bei Schlafstörungen?
Schlafstörungen, die durch Stress, verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, Sorgen und Nöte ausgelöst sind, können häufig auch ohne Arzt behandelt werden.
Bei Überarbeitung und Stress kann z.B. eine bessere Organisation des Allltags und/oder eine Prioritätenliste hilfreich sein. Dazu wird zunächst eine Liste mit allen Aufgaben angelegt. Danach werden die Aufgaben von wichtig bis unwichtig unterteilt, z.B. in einer solchen Tabelle:
Sehr wichtig
Wichtig, aber verschiebbar
Weniger wichtig
Kann gestrichen werden
z.B. Arbeit
z.B. Wäsche waschen
z.B. Garagentor streichen
z.B. zusätzliche Vereinsarbeit
z.B. Hausaufgaben kontrollieren
Abendessen
Nach dem Eintragen in die Tabelle können die Aufgaben der 4. Spalte direkt gestrichen, die in der 3. Spalte als verzichtbar angesehen werden.
Jetzt können die Augaben der Spalte 1 und 2 in einen Wochenplaner eingetragen werden, ist er danach noch unrealistisch voll, um Entspannung im Alltag zu erlangen, müssen die Aufgaben noch einmal überdacht werden. Welche Aufgaben können verschoben oder doch gestrichen werden, welche Aufgaben können delegiert werden? Welches Zeitlimit soll für welche Aufgabe angesetzt werden? Bleibt genug Zeit für Freizeit und Entspannung?
Gesunder Schlaf – Was kann noch für Entspannung sorgen?
Spaziergang
Entspannungstechniken, wie z.B. autogenes Training, Yoga, Meditation
Sport, insbesondere bei Büroarbeit sorgt der körperliche Ausgleich für Entspannung
ein gutes Buch
Kerzenlicht
bei religiösen Menschen ein Gebet
Waldbaden oder Waldspaziergang, das Grün und die ätherischen Öle der Bäume und Pflanzen sorgen für Entspannung
Hobby, Spiel und Spaß
Kräutertees, insbesondere beruhigende Kräuter, wie Baldrian, Hopfen pp.. Bei Allergien oder Johanniskraut vorher einen Arzt zu Rate ziehen: Johanniskraut ist z.B. nach Organtransplantationen nicht geeignet und macht lichtempfindlich.
Entspannungsphase einige Stunden vor dem Schlafengehen einläuten
Sorgen, Ängste und Schuldgefühle können den Schlaf rauben, insbesondere tagsüber verdrängte Probleme suchen sich abends im Bett ihren Raum, in der Entspannung kreisen dann die Gedanken um die ungelösten Probleme und halten vom Schlafen ab.
Das Gute ist, es kann vermieden werden: Die meisten Konflitke sind lösbar, nur auf wenige Probleme haben wir keinen Einfluss.
Dabei ist es wichtig, sich tagsüber Zeit für die eigenen Probleme zu nehmen, müde lassen sich Probleme nur schwer lösen, Gedankenkreisen im Bett führt selten zu einem befriedigenden Ergebnis. Ausgeruht aber können für die meisten Nöte Lösungen gefunden werden, sei es eine Aussprache mit dem Partner, die Entwicklung einer Strategie im Beruf oder privat oder ein notwendiges Konsequenzen ziehen bei andernfalls nicht lösbaren Konflikten.
Nur auf wenige Schwierigkeiten hat der Mensch kaum bis keinen Einfluss, wie z.B. auf die politische Situation, eine schwere Erkrankung, eine Kündigung vom Arbeitgeber, den Tod einer nahestehenden Person oder eine ungewollte Trennung.
Auch hier ist es wichtig, sich tagsüber Zeit zu nehmen, bei solchen Konflikten geht es nicht um direkte, unmögliche Lösungen des Problems, sondern um das Verarbeiten desgleichen und den Umgang mit ihm.
Trauer, Wut und Angst sind notwendig für den Verarbeitungsprozess, werden sie tagsüber vermieden, können sich Gefühle und Gedanken abends im Bett ausbreiten und zu Schlafstörungen führen. Der bewusste Verarbeitungsprozess mit allen Trauerphasen ist aber notwendig, um Trost zu finden und zur Entwicklung neuer Lebenswege.
Nutzen die eigenen Strategien nicht, um die Schlafstörungen in den Griff zu bekommen, können Beratungsstellen und Psychotherapeuten weiterhelfen.
Afrika – Tierprodukte verbessern die Mangelernährung von Kindern: Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch wirken sich positiv auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder in Afrika aus. Eine neue Studie aus Kenia in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn hat mehr als 32.000 Wachstumsdaten von Kindern im Vorschulalter verglichen.
Kinder, die tierische Produkte auf ihrem Speiseplan hatten, litten weniger unter Entwicklungsdefiziten.
Rund 150 Millionen Kinder bis zu einem Alter von 5 Jahren leiden weltweit unter massiven Wachstums- und Entwicklungsstörungen, die zu Kleinwuchs, beeinträchtigter kognitiver Entwicklung und zum Tod führen können. Die Ursache ist Mangelernährung. Etwa die Hälfte der wachstumsverzögerten Kinder lebt in Afrika unterhalb der Sahelzone.
Die Studie
Tierprodukte können Wachstumsverzögerungen in Afrika mindern
Die Studie zeigt, dass der Konsum von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern das Risiko von Wachstumsstörungen reduziert. Den größten Effekt hatten Eier, gefolgt von Milchprodukten, Fisch und Fleisch.
Bereits kleine Mengen von Tierprodukten reduzierten das Risiko einer Wachstums- und Entwicklungsstörung um rund 7%.
Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) wirkten sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung aus, sind aber in den afrikanischen Ländern in den ländlichen Gegenden oft nicht ganzjährig verfügbar und konnten auch den positiven Effekt auf die Entwicklung der Kinder von Tierprodukten, wie Eier, Fleisch und Milchprodukten nicht erreichen.
Die Lebensmittelpreisinflation, die mit den Lockdowns eingeleitet wurde und mit den Sanktionen des Westens gegen Länder des Ostens und der daraus resultierenden Energiekrise weiter vorangetrieben wurde, verschärft die Situation der Kinder in Afrika.
Afrika: Vorbeugung von Kindersterblichkeit, Morbidität, körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen
Um Kindersterblichkeit, Morbidität sowie körperlichen und kognitiven Entwicklungsstörungen vorzubeugen, untersuchten Dr. Makaiko Khonje vom CABI für Afrika in Kenia und Prof. Dr. Matin Quaim vom Zentrum für Ernährungsforschung der Universität Bonn, wie die Ernährungssituation von afrikanischen Kindern verbessert werden kann. Ihre Studie beruht auf repräsentativen Daten von 32.000 Kindern zwischen 0 bis 5 Jahren aus fünf afrikanischen Ländern, Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda.
Pflanzliche Lebensmittel alleine haben keine positiven Effekte auf die Ernährungssituation, hinzu kommt, dass sie in vielen ländlichen Regionen in Afrika nicht ganzjährig zur Verfügung stehen.
Bereits ältere, kleinere und regional angelegte Studien zeigten, dass Kinder, die mit tierischen Produkten, wie Eiern, Fleisch und Milchprodukten ernährt wurden, weniger häufig wachstumsverzögert sind.
Die Wachstumsverzögerung ist ein eindeutiges Indiz der Mangelernährung und Indikator für eine erhöhte Mortalität, beeinträchtigte körperliche und geistige Entwicklung sowie für weitere Krankheiten durch den geschwächten Körper.
Bereits bei dem Verzehr kleiner Mengen von Tierprodukten verringerte sich die Wachstumsverzögerung um 6,8%.
Wieso treten Wachstumsverzögerungen in Afrika auf?
Wachstumsverzögerungen treten bei einem Mangel an hochwertigen Proteinen und Mikronährstoffen auf, wie z.B. Vitamin B12, durch unzureichende Nahrungsaufnahme.
In den untersuchten afrikanischen Ländern Äthopien, Malawi, Nigeria, Tansania und Uganda sind 27% der Kinder unterentwickelt.
In 81% der Haushalte der Studie in den 5 Ländern werden ASFs (Tierprodukte) konsumiert, in 96% der Haushalte werden Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (proteinreich) konsumiert, Obst nur in 45% der Haushalte. Die pflanzlichen Lebensmittel konnten die Wachstumsverzögerungen nur um 3,9% verringern, die mit Tierprodukten um 6,8%.
Fazit:
Die Studie der Wissenschaftler aus Afrika und Deutschland zeigt, wie wichtig die Rolle von Tierprodukten in der menschlichen Ernährung ist, insbsondere von Kindern im Vorschulalter.
In Deutschland werden eher zu viele als zu wenig Tierprodukte konsumiert, doch zeichnet sich hier ein Trend ab, auf Tierprodukte zu verzichten. Genmanipulierte und chemisch veränderte Lebensmittel sowie kultiviertes Fleisch oder Fleischersatzprodukte sollen die Nahrungsmittel der Zukunft im Rahmen der Agenda 2030 in Europa werden, zum Teil wird in Schulen und Kindergärten ideologiegetrieben eine fleischlose Kost bereits umgesetzt. Hier sind langfristig trotz guter Ernährungssituation in Deutschland Mangelernährungen denkbar, insbesondere wenn Eltern nicht darauf achten können, das Defizit auszugleichen, etwa durch Fleisch oder Fisch am Wochenende oder durch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B12 oder Jod.
Da die Agenda 2030 weltweit umgesetzt werden soll, wird sich die Situation für die Menschen in Afrika, insbesondere für die Kinder, weiter verschärfen. Die Studie legt nahe, dass sich Wachstumsverzögerungen bei Kindern in Afrika ohne Tierprodukte weiter verschärfen werden.
Ob kultiviertes Fleisch und genmanipuliertes Gemüse und Getreide eine Mangelernährung in Zukunft ausgleichen können, ist fraglich, da es ausreichend Lebensmittel und weitere Möglichkeiten für alle bereits heute gibt, die Gehälter in der Dritten Welt nur künstlich zu niedrig gehalten werden, um ausreichend Nahrung für die Familie zu erwerben, sie beim Eigenanbau steriles Saatgut kaufen müssen oder durch die Industrie von Wasserquellen abgeschnitten werden.
Außerdem sind die möglichen negativen Auswirkungen der genmanipulierten Lebensmittel auf Mensch, Tier und Natur noch nicht ausreichend erforscht.
Unsterblichkeitsforscher um Ádám Sturm erbrachten den Beweis, dass Altern verhindert werden kann und damit potentiell eine Unsterblichkeit möglich wird.
Eine der größten Utopien der Transhumanisten ist die Unsterblichkeit. In den USA und Russland lassen sich reiche Transhumanisten nach dem Tod einfrieren, um wieder aufgetaut zu werden, wenn die Formel für die Unsterblichkeit gefunden wurde. Das lassen sie sich viel Geld kosten.
Jetzt haben ungarische Forscher um Ádám Sturm und Tibor Vella der Eötvös-Loránd-Universität herausgefunden, dass die Kontrolle der Aktivität von transposablen Elementen (TEs), auch Sprunggene genannt, in der DNA die Lebensdauer verlängern kann.
Ursache für das Altern gefunden
Der Alterungsprozess
Seit einigen Jahren wird an TEs der DNA geforscht, die für den Alterungsprozess verantwortlich sein sollen. Diese TEs können innerhalb der DNA ihren Standort wechseln. Wenn sie stark beansprucht werden, soll eine Destabilisierung des genetischen Codes ausgelöst und damit der Alterungsprozess beschleunigt werden.
Laut Publikationen von 2015 und 2017 haben die Altersforscher die Zusammenhänge zwischen piRNAs (Piwi-interacting RNAs) und einer möglichen Unsterblichkeit entdeckt.
Piwi-Proteine gehören zur Argonauten-Protein-Familie. Argonauten-Proteine sind evolutionär stark konservierte Proteine, die für die Regulation von Genen eine wichtige Rolle spielen. Sie kommen in fast allen Organismen vor.
Die Mobilität der TEs führt häufig zu Mutationen in funktionellen DNA-Regionen. In der potentiell unsterblichen Keimlinie werden TEs durch den Piwi-piRNA-Weg effektiv unterdrückt.
Zusätzlich steigt beim Altern die DNA-N6-Adenin-Methylierung. Die DNA-N6-Adenin-Methylierung spielt laut Forschern eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Alterns.
Das grundlegende Problem der Biologie, ob die zunehmende Mobilisierung der TEs eine Ursache oder eine Folge des Alterns ist, bleibt aber nach wie vor ungelöst.
Beweis der Unsterblichkeit
Alterungsprozesse verlangsamt
Die Kontrolle der TEs in der DNA von Fadenwürmern konnte das Leben dieser deutlich verlängern. Beim Piwi-piRNA- Weg handelt es sich um einen spezifischen Prozess, der die TEs der DNA kontrollieren kann. Dieser Prozess wurde in Krebszellen und in Zellen der unsterblichen Qualle (Turritopis dohrnii) beobachtet.
Mit dieser Erkenntnis hemmten die Wissenschaftler die beweglichen TEs der Fadenwürmer und konnten so eine Verlangsamung des Alterungsprozesses hervorrufen, der das Leben der Würmer um 30% verlängerte.
Der Traum von der Unsterblichkeit
Erste Schritte zum Beweis der Unsterblichkeit
Schon lange ist der Traum der Unsterblichkeit aus den Utopien, den Science Fiction-Romanen und Ideologien der Transhumanisten herausgetreten und wird wissenschaftlich auf unterschiedliche Weise verfolgt.
Während Ádám Sturm und Tibor Vella der Eötvös-Loránd-Universität mit ihren Forschungen zumindest an einem Fadenwurm beweisen konnten, dass sie mit Gentechnik den Schlüssel zum „ewigen Leben“ gefunden haben und mit ihren Arbeiten das Leben des Wurms zumindest verlängern konnten, arbeiten andere Wissenschaftler daran, das Bewusstsein auf einen PC, eine Cloud oder auf einer Festplatte festhalten zu können.
Und Wissenschaftler um Vina Chamola und Ankar Vineet entwickelten 2020 einen auf Gehirn-Computer-Schnittstelle-basierten-Humanoiden. Brain-Computer-Interfaces (BCIs) sind eine Technik, die die Gehirnsignale einer Person aufzeichnen und verarbeiten.
BCIs bieten die Möglichkeit einen Kommunikationsmechanismus mit dem Gehirn durch denken zu steuern und z.B. an einen Stuhl oder einen humanoiden Roboter pp. weiterzuleiten. Der humanoide Roboter, der dem Menschen in Form und Funktion ähnelt, kann also per Gedanken Befehle empfangen und ausführen und so bestimmte Aufgaben erledigen.
Das ist hilfreich, um körperlich behinderten Personen zu helfen, aber auch für Militäroperationen oder Desaster Recovery. Diese BCI-Systeme litten aber lange Zeit unter Ungenauigkeit, da sich die Eingaben bei unterschiedlichen Personen abweichend zeigten. Deswegen wurden hybride BCI-Systeme entwickelt mit einer Multisensorfusion, aus EEG, Elektromyographie (EMG), Elektrokortik (ECoG), Funktionsmagnet Resonanzbildung (fMRI) und Nahinfrarot Spektroskopie (NIRS). Das konnte eine genauere Ausgabe bewerkstelligen.
Dies ist allerdings erst der erste Schritt zur Unsterblichkeit, weitere Schritte, wie das Einbauen eines menschlichen Hirnes wären notwendig, um hier eine Untersterblichkeit zu erlangen. Bisher können aber nur Hirnorganoide mit KI und Chimären mit einem menschlichen Hirn-Organoid entwickelt werden.
Die Wiederbelebung
Wissenschaftler arbeiten daran, mit Hilfe der Gentechnik ausgestorbene Tiere wiederzubeleben. So entschlüsselten sie z.B. den genetischen Code der Wandertaube, die seit 1914 als ausgestorben gilt, um diesen nachzubauen. Etwa 1 Millionen Buchstaben müssten dafür künstlich hergestellt werden. Mit der Genschere CRISPR-Cas9 entnehmen sie einer normalen Taube Genabschnitte und ersetzen sie durch Genmaterial der toten Wandertaube. Andere Wissenschaftler wollen so Mammuts wiederherstellen. 100.000 Dollar spendete der US-Milliardär Peter Thiel für einen Mammut-Clon. Bisher gelang aber lediglich eine Maus mit Mammut-Fell.
Lebensverlängernde Medikamente
Amazon-Chef Jeff Bezos und der Mitgründer von Google Sergey Brin investieren in lebensverlängernde Pillen. Novartis experimentiert mit lebenverlängernden Medikamenten, z.B. mit einem Bakterium von den Osterinseln, dessen Enzym „target of rapamycin complex 1“ (TORC1) die Immunkraft von älteren Menschen stärken soll. Hiermit sollen die Grippeimpfung besser wirken und die Atemwegsinfekte reduziert werden. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen PureTech Health gründete Novartis ein Start Up, um mit weiteren Medikamententests gealterte Immunzellen verjüngen zu können. Novartis gilt als Vorreiter von Verjüngungsmedikamenten.
Nanotechnlogie
Die Nanotechnologie entwickelt Nanoroboter, die Organe und Zellen heilen können sollen.
Kryotechnik
In den USA und Russland lassen sich Menschen mit Hilfe der Kryotechnik einfrieren, um so konserviert zu werden. Der erste Mensch hat sich auf diese Weise 1967 in den USA einfrieren lassen. Dabei wird nach dem Tod der Körper in flüssigem Stickstoff auf -196°C heruntergekühlt und damit chemische Reaktionen im Körper sowie der Zellverfall unterbunden. Etwa 300 Menschen lagern so ein. Es gibt sogar erste Erfolge aus den USA die Scheintoten wiederzubeleben. Damit das Wasser im Körper nicht zu Eis wird, wird das Blut komplett aus dem Körper entfernt und durch eine chemische Lösung ersetzt, die der niedrigen Temperatur standhält.
Menschen werden so in den Kryoschlaf versetzt, bis Möglichkeiten zur Heilung ihrer Krankheit oder die Unsterblichkeitsformel gefunden werden.
Klonen
2023 berichteten chinesische Forscher der Northwest University of Agricultural and Forestry Science and Technology, sie hätten 3 Kühe geclont, die doppelt so viel Milch wie eine normale Kuh geben. Sie stellten aus den Ohren von hochproduktiven Holstein-Kühen 120 Embryonen her, die die 1,7 fache Menge Milch produzieren. Aufgrund ihrer Größte wurden die drei Kühe am 30. Dezember 2022 per Kaiserschnitt geboren.
Diskussion
Beweis der Unsterblichkeit
Handelt es sich bei den Unsterblichkeitsphantasien der Transhumanisten um Utopien oder Dystopien?
Der Transhumanismus versteht sich als moderne Philosophierichtung, die auf Julien Huxley zurückgeht. Huxley traf sich bereits in den 1950ern wieder mit den eugenischen Welt-Eliten, um mit ihnen Zukunftspläne für die Eugenik nach dem Nationalsozialismus zu schmieden. Gemeinsam beschlossen sie, die Eugenik ruhen zu lassen, bis Gras über den Nationalsozialismus gewachsen ist. Julien Huxley war von 1946 bis 1948 der erste Generaldirektor der UNESCO.
Der Transhumanismus ist keine klassische Philosophie, er plädiert dafür den Humanismus und die Aufklärung hinter sich zu lassen sowie Kultur und Religion abzuschaffen, um mit den neuen Technologien den homo sapiens sapiens zu überwinden und einen Nachfolger zu schaffen, den sogenannten Übermenschen.
Der Transhumanismus geht davon aus, dass der homo sapiens sapiens wie der Neandertaler ausstirbt und deswegen der Mensch selbst Hand am Menschen anlegen muss, um sein Überleben zu sichern (Stefan Lorenz Sorgner: Der Übermensch, Schwabeverlag, 2019). Grob teilt er sich in 2 technische Ausrichtungen auf, die eine präferiert die Gentechnik, bei der z.B. mit der Genschere CRISPR-Cas9 Menschen nach eigenen Vorstellungen mit besonderen Eigenschaften entwickelt werden können oder aber mit Technik und KI Cyborgs geschaffen werden können, bzw. das eigene Bewusstsein nach dem Tod auf einer Festplatte oder in einer Cloud gespeichert werden soll.
An den Vorstellungen der Transhumanisten wird schnell deutlich, dass es sich eher um eine Religion mit Endzeitvorstellungen handelt als um eine Philosophie. Die Vorstellungen widersprechen der natürlichen Evolution und der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen, ethische Errungenschaften wie den Humanismus und die Aufklärung oder Kultur will der Transhumanismus abschaffen. Nichtsdestotrotz haben Transhumanisten viel Geld investiert, um ihre Vorstellungen vom Übermenschen, der möglichst mit Unsterblichkeit ausgestattet sein soll, Wirklichkeit werden zu lassen, so könnte z.B. die Genschere CRISPR-Cas9 Erbkrankheiten oder Mutationen aus dem Körper entfernen und ersetzen oder sogar durch lebensverlängernde Genabschnitte aus Tieren ausgetauscht werden, die älter als Menschen werden.
Wo fängt der Mensch an und wo hört er auf? Wo ist die Grenze zwischen Medizin oder einer Krücke, wie z.B. einer Brille oder einem Herzschrittmacher, und einer neu geschaffenen Kreatur?
Wie ist es zu bewerten, wenn der Mensch eigene Lebe- oder Mischwesen erschafft, um das Leben zu verlängern oder unsterblich zu werden? Wie wäre ein Leben ohne Krankheiten, Alter, Mängel oder gar ohne Tod?
Will der Mensch wieder Gott spielen? Will er wieder darüber bestimmen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht? Wo sind die Grenzen und wer setzt sie? Wann wird die Bevölkerung in die Diskussion eingebunden?
Hirn-Organoid mit KI: Forscher um Hongwei Cai der Indiana Universität haben ein aus menschlichen Zellen gezüchtetes Hirn-Organoid mit Elektronik verknüpft, sodass ein Hybrid-Computer entstanden ist.
Mensch-Maschine-Verschmelzungen waren lange Zeit Utopien der Transhumanisten und Stoff für Science Fiction.
Doch Mensch-Maschine-Schnittstellen, Cyborgs und Roboter mit Hirn sind mit der Zusammenarbeit von Neurobiologie und Technik auf dem Weg aus den Vorstellungen von Transhumanisten und Science-Fiction-Autoren zur Realität zu werden.
Nature Electronics entwickelte z.B. einen Hirn-Organoiden mit elektronischer Umgebung, der Sprache lernen kann und mathematische Gleichungen lösen.
Selbstlernende Systeme aus reinen KI-Systemen, wie ChatGPT benötigen Millionen Watt, um funktionieren zu können, außerdem können sie bis heute kein Bewusstsein ausbilden und benötigen jahrelanges Training. Selbstlernende Systeme aus KI sind Energiefresser. Schon länger arbeiten Wissenschaftler daran, sie mit lebendigen Geweben zu verbinden. Das menschliche Hirn benötigt im Vergleich nur wenige Watt.
Von der Stammzelle zum Organoid
Hirnorganoid
Ein Organoid ist eine Organstruktur, die in vitro dreidimensionale Gewebestrukturen eines Organs aus Stammzellen entstehen lässt.
Hirnorganoide können für bestimmte Hirnareale mit der entsprechenden Gewebestruktur in Nährlösung entwickelt werden. Sie bestehen aus Nerven- und Gliazellen. Sie werden heute aber nicht größer als eine Erbse, ein komplettes Gehirn kann noch nicht herangezüchtet werden.
Die Hirn-Organoide reagieren ähnlich wie ein menschliches Gehirn auf Reize und senden elektrische Signale aus, sie ändern ihre Reaktionen und bilden Verknüpfungen.
Hirn-Organid mit KI-System
Von der KI zur Brainoware
Forscher um Hongwei Cai der Indiana Universität haben ein aus menschlichen Zellen gezüchtetes Hirn-Organoid mit Elektronik verknüpft, sodass ein Hybrid-Computer entstanden ist.
Sie platzierten ein Hirn-Organoid auf einer Elektrodenplatte, so konnten sie die Hirnströme ableiten und es Reizen aussetzen. Das Netzwerk erhält eine externe elektrische Stimulation und sendet Ausgaben über die neuronale Aktivität des Minihirns, als Basis für eine biologisch-elektrische KI.
Zunächst sollte die „Brainoware“ lernen japanische Silben zu erkennen, dafür wandelte die externe Elektronik die akustischen Signale in elektrische Pulse um und leitete sie an das Hirn-Organoid weiter. Die Reaktion des Minigehirns wurde dann von der Elektronik wieder dekodiert.
Anfangs produzierte das Hirn-Organoid nur Zufallstreffer, während es nach 4 Trainings-Einheiten bereits eine Trefferquote von 78% erreichte, die japanischen Silben zu erkennen.
Auch die Struktur des Hirn-Organoiden veränderte sich, es entwickelte mehr Verknüpfungen als untrainierte Organoide und neue Synapsen .
Künstliche Intelligenz soll so effizienter und leistungsfähiger werden.
Die sogenannte Brainoware lernte durch Training nichtlineare Gleichungen zu lösen und Sprachsilben zu erkennen.
Erste bioorganische Hybridsysteme waren Roboter mit Nervenzellen.
Mensch-Nager-Chimären
Hirn-Organoide in Ratten
Ein Forscherteam um Omer Rehvar, Felicity Gore, Kevin W. Kelley der Stanford Universität USA, Abteilung Psychiatrie und Verhaltensforschung, untersuchte Chimären aus Ratten, denen ein menschliches Hirn-Organoid eingepflanzt wurde.
Da in vitro erzeugte Hirn-Organoide die Untersuchungsmöglichkeiten begrenzen, weil sie sich in vivo nicht vernetzen können, nicht an einen Blutkreislauf angebunden werden und keine Verhaltensweisen ausbilden können, konnten mit in vivo heranreifende Zellen in Rattenhirnen diese Grenzen überwinden, ausreifen, Vernetzungen bilden und könnten in Zukunft Verhaltensauffälligkeiten z.B. bei psychischen Erkrankungen oder Demenz aufzeigen.
Bereits ältere Versuche an erwachsenen Nagern zeigten, dass die menschlichen Organoide in Ratten überleben können, jedoch war das Trainingsverhalten der Zellen eingeschränkt. In neugeborenen Ratten implantierte menschliche Hirnzellen hatten die Möglichkeit sich weiter zu vernetzen und heranzureifen. Sowohl im MRT als auch in Versuchen zum Lernverhalten der Ratten gab es Hinweise, dass die implantierten Organoide auf Reize reagieren und das Verhalten der Ratten beeinflussen können.
Das Hirnorganoid wurde aus Stammzellen der Großhirnrinde angezüchtet und in den Kortex neugeborener Ratten transplantiert. Rehvar und andere konnten zeigen, dass Organoide aus kortikalen menschlichen Stammzellen reife Hirnzellen in vivo bei Ratten ausbilden konnten.
Sergiu Pasca: „Wir platzieren die Organoide durch einen chirurgischen Eingriff direkt in dem Teil des Kortex, der auf die Schnurrhaare der Ratte reagiert. Dann entdeckten wir, dass in den nächsten Monaten Blutgefäße innerhalb des menschlichen Transplantats wachsen und das Transplantat so überlebt. Es kann bis zu 9–10 Mal so groß werden. Und im Wesentlichen erhält man am Ende eine Einheit menschlichen Kortex, die auf einer Seite einer Hemisphäre der Ratte sitzt und etwa ein Drittel der Hemisphäre der Ratte bedeckt.“
In vitro erzeugte Hirn-Organoide dienten Forschern bisher, um Krankheiten zu untersuchen und Therapien zu entwickeln. Diese Untersuchungen waren jedoch begrenzt, in neugeborenen Ratten implantierte Hirn-Organoide entwickeln sich sowohl anatomisch als auch funktionell in den Rattenhirnen. Die Forscher erhoffen sich hier, mehr über die Gehirnentwicklung und die Entstehung und Behandlung von Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen zu lernen. Die Studie ist auf nature erschienen. https://www.nature.com/articles/s41586-022-05277-w
Ethik
Mensch-Maschine-Verschmelzungen sowie Chimären werfen natürlich auch Fragen zur Ethik auf. Forscher erhoffen sich bei Hirn-Organoiden mehr Effizienz in der Datenverarbeitung und Stromersparnis der KI, doch was ist, wenn die KI bei weiterer Forschung auf diese Weise Bewusstsein entwickeln kann? Wissenschaftler erhoffen sich zwar eine KI mit Bewusstsein, das sei der nächste Schritt bei der KI, doch welche Folgen hätte das?
Ähnlich verhält es sich mit Mensch-Tier-Chimären, was würde passieren, wenn menschliche und tierische Gehirne in Zukunft verschmelzen könnten und sich unkontrolliert beide Denk- und Verhaltensweisen entwickeln würden?
Was darf der Mensch und wo liegen die ethischen Grenzen?
Wie wäre es juristisch einzuordnen, wenn selbst erschaffene Mensch-Maschine-Konstruktionen oder Mensch-Tier-Wesen Schaden anrichten? Wäre der Entwickler verantwortlich oder das erschaffene Wesen, die biotechnische Konstruktion?
Die Propaganda der Nationalsozialisten und ihre Rolle in der modernen Propaganda
Propaganda im Dritten Reich – Die Techniken der modernen, westlichen Propaganda beruhen auf der Propagandawissenschaft des Nationalsozialismus. Hitler war der erste, der aus der Propaganda eine Wissenschaft machte, sie erforschte und die systematischen Grundlagen dafür schuf.
Nie war Propaganda in den westlichen Demokratien in Politik und Medien präsenter und durchdringender als in den letzten 3,5 Jahren. Ob Corona, Ukraine, Klima oder Israel, der Bürger wurde und wird von morgens bis abends mit Propaganda überschwemmt, sei es im Fernsehen, in den sozialen Netzwerken oder in den Zeitungen, die allgegenwärtige Botschaft: Das wichtigste sei Haltung. Natürlich nicht die eigene, sondern die der Politik, an die sich die „Volksseele“ anzupassen habe. Krieg kann schließlich nicht ohne Bevölkerung geführt werden-
Die Grundlagen der professionellen Propaganda
Die Rolle der Nationalsozialisten bei der Entwicklung der modernen Propaganda
Hitler baute seine Propaganda auf der Propaganda der Roten, deren Propaganda er sehr bewunderte, und der Kriegspropaganda auf. Allerdings waren die kommunistische Partei und die Arbeiterbewegung auch seine größten Konkurrenten.
Also schürte er Angst vor der KPD, indem er behauptete, sie sei für den Reichstagsbrand verantwortlich und eine Gefahr für Deutschland, so erhielt er die Mehrheit im Reichstag, um mit Notstandsgesetzen durchregieren zu können.
Das Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaft definiert Propaganda laut Willi Münzenberg folgendermaßen: „Propaganda (v.lat. propagare=verbreiten) ist Massenwerbung für geistige Gefolgschaft durch Gedanken, für die die Volksmassen durch Beeinflussung gewonnen werden sollen.“
Lenin definierte Propaganda so: „Die Propaganda hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Kampfbedingungen und Kampfziele des Proletariats in einer bestimmten Situation zu erhärten, anknüpfend an die Prinzipien des Marxismus. Die Agitation verfolgt den Zweck, diese allgemeinen Richtlinien, die sich aus den Prinzipien des Marxismus ergeben, in besonderen Knotenpunkten zusammenzufassen, sie als Aktionsparolen umzuschmieden.“
Die Grundlagen der professionellen Propaganda lieferte Ende des 19. Jahrhunderts die Massenpsychologie.
Der deutsche Propaganda-Diskurs erhielt eine Wende durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Es zeigte sich, dass Propaganda wirkt, denn die Nationalsozialisten schnitten bei der Wahl im März 1933 hervorragend ab.
Die Propaganda auf dem Weg zur professionellen Anwendung Hitlers Forschung zur Propaganda im Dritten Reich
Propaganda hat es schon immer gegeben, ohne Propaganda gäbe es keine Kriege. Soldaten und Bevölkerung müssen auf Kriege eingestimmt werden, um eine Kriegswirtschaft zu befürworten, auf Fremde zu schießen, dem anderen Volk den Tod zu wünschen. In der westlichen Propaganda werden Kriege in der Regel mit einer False Flag, dem Aufbau von Unruhestiftern und Terroreinheiten oder mit dem Unterschlagen von Hintergrundinformationen begonnen, ob Brutkastenlüge, angebliche KZs in Serbien, angebliche Massenvernichtungswaffen in der Hand eines grausamen, nicht zurechnungsfähigen Führers, dem Aufbau von Terroreinheiten im Mittleren und Nahen Osten pp., jedes Mittel ist recht, um ein Land in den Krieg zu führen.
„Wie kommt es zur „Bildung“ der kriegerischen Masse? Was schafft von einem Augenblick auf den anderen, diesen unheimlichen Zusammenhalt? Was bringt den Menschen dazu, so viel aufs Spiel zu setzen? … Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist und verkündet diese Bedrohung vor aller Welt: „Ich kann getötet werden“, erklärt man und leise denkt man dazu: „Weil ich den oder jenen töten will.“ Der Ton müsste in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: „Ich will den oder jenen töten, deshalb kann ich getötet werden.“ (Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S. 82, #Anzeige)
Die Nationalsozialisten verleugneten die Propaganda nicht, sondern stellten sie sogar in den Mittelpunkt ihres Erfolges. Propaganda war zur neuen Waffe geworden. Goebbels sagte in seiner Antrittsrede: „Ich verwahre mich dagegen, daß die Propaganda etwas Minderwertiges sei, denn wir säßen heute nicht in den Ministersesseln, wenn wir nicht die großen Künstler der Propaganda wären.“ (Propaganda, Bussemer, S. 153, #Anzeige)
Seiner Meinung nach sei die Propaganda das wichtigste Element in der Lehre des Nationalsozialismus, die den Anspruch auf die Entwicklung einer Sozialethik habe.
Die Propaganda habe drei entscheidende Vorteile, sie
-lenke und unterbinde soziale Konflikte -verbessere die Position Deutschlands auf der internationalen Bühne -diene den Machthabern zur Absicherung ihrer Politik
Journalismus im Mittelpunkt der Politik
Die Propaganda – Wissenschaft im Dritten Reich
Der Journalismus war bis zum Nationalsozialismus ein eher randständiges Fach. Durch die Nationalsozialisten rückte er in den wissenschaftlichen und politischen Mittelpunkt. Früh wurde er von den Nationalsozialisten in Beschlag genommen, es wurde an den Hochschulen das Fach Zeitungswissenschaft eingerichtet, damit wurde der Journalismus zur Wissenschaft erhoben, mit dem es galt, schnell Karriere machen zu können, insbesondere wenn gleichzeitig Propaganda belegt wurde.
Das wichtigste Mittel auf das Hitler und die Nationalsozialisten bauten, war die Propaganda. Sie erhielt ein eigenes Ministerium, dem Goebbels vorstand. Ihren Wahlerfolg im März 1933 führten die Nationalsozialisten auf die Wirksamkeit dieser Propaganda zurück.
Später sollte die Zeitungswissenschaft mit der Publizistik zusammengelegt werden, um Propaganda auch auf Plakaten, in Kinos und im Radio auszusenden. Die Gleichschaltung der Zeitungswissenschaftler wurde beschlossen. In der Leipziger Antrittsvorlesung von Hans Amandus Münster von 1934 hieß es dazu:
„Die volkserzieherische Aufgabe der Zeitungswissenschaft im Rahmen der allgemeinen politischen Erziehungsarbeit besteht darin, Verständnis zu verbreiten für die Notwendigkeit und Art unserer Propaganda und unserer Publizistik. Vertrauen zu seiner Politik erringt ein Volksführer leichter als Einsicht in die Richtigkeit seiner Propagandamaßnahmen. Die Zeitungswissenschaft kann hier helfen. Allerdings muss sie aus echtem nationalsozialistischen Geist betrieben werden. Sie kann zur Gefahr für den Staat werden, wenn sie von Lauen (sic) gelehrt wird oder gar zur Kritik an den Propagandamaßnahmen erzieht und etwa dem jungen Studierenden den Glauben an die Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit der Volksaufklärung unseres Staates durch skeptische zersetzende Kritik untergräbt.“ (Thymian Bussemer: Propaganda, 2008, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2.Aufl., #Anzeige)
Die Einführung des Haltungsjournalismus in Deutschland hat eine ähnliche Aufgabe. Zeitungsartikel und Berichterstattungen bestehen heute häufig nur noch aus einigen wenigen halben Informationen oder Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, der Rest des Artikels besteht aus Haltung zur Volkserziehung und Lenkung der Gedanken und Handlungen der Bevölkerung.
Die Propagandawissenschaft bezog später auch noch die Publizistik mit ein, um Plakate, Kino und Radio für Propagandazwecke zu nutzen.
Auch in der Coronakrise, in der Jens Spahn sein Propagandabudget verdreißigfachte und die Propaganda nicht nur 24 Stunden am Tag in allen Zeitungen, im Fernsehen, sondern auch in den sozialen Netzwerken, auf Plakaten, vor jedem Geschäft, im Bus, an Apotheken pp. verbreiten ließ, konnte hier u.a. auf die Propagandawissenschaft des Dritten Reiches zurückgegriffen werden. Ebenso hatte die Maske u.a. Propagandazwecke, damit sich Menschen nicht nur vor der Zeitung, auf der Straße, vorm PC, am Radio oder vorm Fernseher an die Botschaften der Propaganda erinnerten, sondern auch am Arbeitsplatz, beim Arzt und überall, wo sie sonst zusammenkamen. Außerdem war die Maske der verlängerte Arm der Cancel Culture. Lange vor der Krise wurde es modern, Menschen öffentlich abzustrafen, wenn sie frei redeten. Ein Wort, ein Satz, ein falscher Vergleich, eine unmoderne Äußerung reichten aus, um eine Horde Moralisten auf den Plan zu rufen, die den Redner öffentlich an den Pranger stellten und seine moralische und soziale Vernichtung forderten. Durch die Maskenpflicht verstummte die ganze Gesellschaft für Wochen und Monate. An Orten, an denen sonst ausgiebig geredet wurde, hielten manche noch hinter der Maske die Luft an und brachten kein Wort heraus, also Cancel Culture par excellence.
Mitte der 30er Jahre bekämpften die Nationalsozialisten die Propagandawissenschaft wieder, da zu viele Kritiker vor dem Scheitern der Wissenschaft warnten, sie legten schonungslos die methodischen Defizite offen.
Es entstand ein interner Kampf, da eine Analyse der Propaganda erwünscht war.
Hitler und die Propaganda
Propaganda im Dritten Reich – Die Änderung von Sprache und Werten
„Man begriff nie, daß die Stärke einer politischen Partei keineswegs in einer großen und selbständigen Geistigkeit der einzelnen Mitglieder liegt, als vielmehr im disziplinierten Gehorsam, mit dem ihre Mitglieder der geistigen Führung Gefolgschaft leisten!“ (Münzenberg Mein Kampf, S. 510)
An dieser Stelle erinnere ich gerne an Lothar Wieler, der im öffentlichen Fernsehen von sich gab, „die Regeln dürfen überhaupt nie hinterfragt werden“.
Für Hitler war politische Propaganda Reklame für „psychologische Laboratorien des Reichskriegsministeriums“ (Münzenberg, Propaganda als Waffe, 1935, #Anzeige)
Hitlers Propaganda ersetzte das fehlende Programm und den fehlenden Inhalt seiner Ideologie. Die Nationalsozialisten glaubten an Propaganda als nie versiegende Waffe. Auch heute ist die Propaganda nach wie vor Teil der Kriegstechniken und wurde inzwischen weiter ausgebaut, sie erstreckt sich auf fast alle Bereiche des Lebens.
Am 1. Januar 1934 bestätigte Goebbels „Geniale Propaganda. Propaganda hat die Stellung sturmreif geschossen“ und
„Sie (die Propaganda) machte die Menschen in ihrer bisherigen Welt irre und für eine neue reif.“
2020 wurden die Bürger ebenfalls durch die Propaganda und insbesondere durch die sich ständig widersprechenden Botschaften dieser Propaganda „irre“ gemacht und offen für die Agenda 2030, die Transformation in eine neue Welt mit strengen weltweiten Vorgaben zur inneren Haltung, zur Sprache, dem eigenen Verhalten wie auch dem Einfordern von absolutem Gehorsam. Sprach man die irre Gemachten auf die Widersprüche der Propaganda an, erklärten sie einem z.B. ernsthaft, die Wissenschaft sei heute so schnell, dass sie täglich neue Ergebnisse liefere. Die Verrücktheit ihrer Aussagen bemerkten sie selbst nicht mehr, der Glaube an die Führer war durch die Propaganda zu groß.
Hitler beschrieb in „Mein Kampf“, dass er mit Hilfe der Propaganda seinen Anhängern den Himmel als Hölle verkaufen könne und das elendste Leben als Paradies. Illusion sei das Wichtigste in der Politik.
Hitler definierte die ehemaligen Werte ähnlich wie 2020 Spahn und Söder und in Folge die Ampel um.
Lüge sei Wahrheit Knechtschaft: Freiheit Diktatur: höhere Demokratie Kriegsvorbereitung: Friedenssicherung Ausbeutung sei deutscher Sozialismus
Wer die neuen Werte in Frage stellte, dessen Meinung wurde unterdrückt, um die Magie der Illusion nicht zu zerstören, gestern wie heute.
Propaganda im Dritten Reich
Fahnen und Farben als Propaganda
Hitler schrieb über die Kommunisten bei seinen nationalsozialistischen Kundgebungen (Münzenberg S.177) „Schon die rote Farbe zog sie in unsere Versammlungssäle, (…). Wir haben die rote Farbe unserer Plakate nach genauem und gründlichen Überlegen gewählt, um dadurch die linke Seite zu reizen, …“
Um von den tatsächlichen Motiven seiner Politik abzulenken und das fehlende Programm zu übertünchen, schmückte sich Hitler mit der Farbe Rot der Linken, nicht nur bei seinen Veranstaltungen und Plakaten, sondern auch die Hakenkreuzfahne war rot gestaltet. Tatsächlich schaffte er es mit dieser Finte, die Linken auf seine Veranstaltungen zu locken und auch unter ihnen eine Anhängerschaft zu finden.
Auch die Ampel schmückt sich mit falschen Fahnen, um die Linken anzulocken, sei es die Regenbogenfahne oder die Fahnen anderer Länder. Wie Hitler lenkt sie von den eigentlichen Motiven ab und lockt die Linke an, die 2020 viele ihrer Wähler verloren hat, weil sie sich öffentlich zum Hyperkapitalismus der anderen Parteien bekannte und dem Aushebeln der Grundrechte, und deren Wähler mit dem Kurswechsel der Linken heimatlos geworden sind. Die Aneignung fremder Fahnen hat heute noch einen anderen Zweck als die rote Hakenkreuzfahne im Dritten Reich, sie soll zusätzlich Verwirrung zur Zugehörigkeit und Identität in der Bevölkerung stiften, insbesondere durch das beliebige Austauschen dieser Fahnen. Um den geforderten Verlust von Identität und Zugehörigkeit zu boykottieren, sind heute viele Konservative mit Deutschlandfahne in den sozialen Netzwerken zu finden.
Massenpsychologie
Die wissenschaftliche Basis der Propaganda im Dritten Reich
Hitler glaubte an die Omnipotenz von Propaganda, man könne der Masse auch Botschaften einhämmern, die keinen Bezug zur Realität haben. Er glaubte an die primitive Massenseele, die Massenpsychologie, die z.B. mit Le Bon das Verhalten der Masse analysierte; die Massenseele sei verkümmert und primitiv und warte auf Ekstase, um niedrige Instinkte freizusetzen.
Die Forschungen der Massenpsychologie (#Anzeige), die beobachtet hatte, dass Massen ihr Denken ausschalten und einem Führer nacheifern, auch dann, wenn er zerstörerisch agiert, halfen Hitler mit Hilfe der Propaganda und seiner Führerschaft seine grausamen Pläne umzusetzen.
Laut Le Bon (#Anzeige) denken Massen lediglich noch mit dem Stammhirn und laufen instinktiv einem Führer mit all seinen Taten hinterher, sie beteiligen sich auch an den Taten, die sie alleine nie begehen würden.
Wer hätte vor 2020 ohne Führer seine alten Eltern eingesperrt oder einsperren lassen, seine Freunde wegen einer anderen Meinung beschimpft und verlassen, sich nicht schützend vor seine Kinder gestellt, Angehörige alleine sterben lassen oder Lungenkranken und alten Menschen den Sauerstoff vorenthalten, andere zu Menschenversuchen gedrängt? Wenige.
Das Milgram-Experiment nach dem zweiten Weltkrieg bestätigte Le Bons Thesen und lieferte Erklärungen zum Verhalten der deutschen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Beim Milgram-Experiment reichte ein Wissenschaftler als Autorität aus, die Probanden zum Austeilen bis hin zu tödlichen Stromschlägen zu veranlassen, um ihre nicht sichtbaren Gegenüber zu bestrafen, wenn sie eine Frage falsch beantworteten.
Die Techniken der Propaganda im Dritten Reich
Die Basis der Propaganda im Dritten Reich fußte vor allem auf drei Techniken:
der Massenpsychologie
permanenter Wiederholungen der gleichen Inhalte
der Unterfütterung mit Wissenschaft
An den drei Hauptsäulen von Hitlers Propaganda wird deutlich, dass es keine neue Idee im Rahmen der Klimapolitik oder der Coronakrise war, politische Erziehungsmaßnahmen mit Hilfe permanenter Wiederholungen und wissenschaftlicher Unterfütterung durchzusetzen.
Je öfter eine Idee, These oder eine Geschichte erzählt wird, desto eher glaubt das Gegenüber an den Wahrheitsgehalt des Vorgetragenen, auch dann, wenn es sich um (wissenschaftlichen) Unsinn handelt. Der Inhalt der Botschaft bekommt durch die unermüdliche Wiederholung einen symbolischen, kultischen Charakter, wie bei einem Ritual und muss deswegen weder durch Logik, noch durch Fakten untermauert werden, damit die Menschen die Botschaft für wahr halten.
Medizin im Dritten Reich – Impf – Propaganda im Dritten Reich
Propaganda zur Durchführung von Menschenversuchen
Bis in die 80er Jahre war es Tabu, Forschungen zur Medizin im Dritten Reich anzustellen. Bis dahin glaubten Bürger und Wissenschaftler, dass es sich bei der Medizin im Dritten Reich um perverse Einzeltäter handelte.
In Wirklichkeit hatte Hitler aber für seine Menschenversuche fast die gesamte Ärzteschaft und Behörden wie das Robert-Koch-Institut hinter sich. Selbst in Lagern inhaftierte Ärzte beteiligten sich für Begünstigungen pp. an Hitlers Menschenversuchen.
Da Hitler seine Politik mit Wissenschaft unterfüttern wollte, entließ er schon früh jüdische und oppositionelle Wissenschaftler, von denen er befürchtete, sie würden seine politischen Maßnahmen nicht wissenschaftlich untermauern und mittragen wollen, sondern sich dagegen auflehnen.
Um Ansehen im Ausland zu erlangen und die Bevölkerung von Menschenversuchen mit dem Überspringen der Tierphase zu überzeugen, schürten die Nationalsozialisten Angst vor Seuchen.
Tuberkulose, Encephalitis, Syphillis, Diphterie pp. grassierten nach dem ersten Weltkrieg, das nutzte Hitler 1937, um Angst vor Seuchen in der Bevölkerung zu schüren und die Menschenversuche mit neu entwickelten Impfstoffen als das Heilmittel der Wahl anzupreisen.
„Es waren nicht nur Einzelne, die abscheuliche Menschenversuche zum Beispiel mit Impfstoffen durchgeführt haben, vor allem an Patienten und KZ-Häftlingen. Es waren nicht nur Einzelne, die renommierte Wissenschaftler entlassen haben oder die Entlassung ihrer Kollegen widerspruchslos hinnahmen … Fälle von Zivilcoruage, von Protestbekundungen gegen das staatliche, das institutionelle und das individuelle Vorgehen sind nicht bekannt … Wir hätten uns mehr Courage im RKI erhofft.“ (Jörg Hacker 2008 bei der Präsentation des Forschungsprojektes „Das Robert-Koch-Institut im Nationasozialismus“ aus Hulverscheidt/Laukötter, #Anzeige))
Durch die Propaganda und die internationale Vernetzung mit ausländischen Behörden, Stiftungen und Pharmaindustrie gab es bei den Menschenversuchen der Nationalsozialisten eine internationale Zusammenarbeit und Finanzierung auch durch ausländische Stiftungen, es wurde zum Beipiel ein Impfstoff für die Fleckfieber Epidemie in Dänemark 1943 in Buchenwald an den KZ-Häftlingen erprobt. Die im Nationalsozialismus gebildeten und ausgebauten Netzwerke wurden nach dem zweiten Weltkrieg nie zerschlagen, sondern werden bis heute weiter gepflegt.
Das Schüren von Ängsten vor Seuchen, um Menschenversuche zu legitimieren, war Teil der Nazi-Propaganda und ebenfalls keine neue Erfindung 2020.
Der gläserne Patient soll Realität werden. Krankenakte, Gen-Datenbank, Sozialdaten und Bürger ID sollen miteinander verknüpft werden können. Im Januar 2025 ist das Anlegen der elektronischen Patientenakte für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland geplant.
2020 verabschiedete der Bundestag mit dem neuen Infektionsschutzgesetz §11-§15 IfSG u.a., dass Patienten-Daten für die Landesbehörden frei zugänglich gemacht werden können, für staatliche Organisationen, wie das Robert-Koch-Institut, und weitere Organisationen, wie z.B. die WHO.
HealthData@EU startete im Oktober 2022 als Pilot-Projekt die EHDS-Infrastruktur (Europäischer Raum für Gesundheitsdaten) zur Sekundärnutzung der Gesundheitsdaten. Hier sollen Ärzte, Patienten, Forscher, politische Entscheidungsträger und Unternehmen Zugang zu den Daten der EU-Bürger erhalten. Es soll einen Datenschutz geben.
Im Juni 2023 gründete Deutschland eine EDHS-Koalition, um den EDHS schnell umzusetzen und eine möglichst umfassende Datenbank zu erstellen.
Am 28. Juni 2023 verabschiedete das Europäische Parlament den Data Act, das EU-weite Datengesetz. Der Data Act tritt 2025 in Kraft.
Der Data Act – Gesetz zum Datenaustausch
Der gläserne Patient – Daten sind das neue Öl
In der Presse-Erklärung des Europäischen Parlamentes vom 14.03.2023 heißt es dazu:
„Das EU-Datengesetz („Data Act“) soll Hindernisse beseitigen, die den Zugang von Verbraucherinnen und Verbrauchern und Unternehmen zu Daten behindern. Das fördert Innovationen.
Der am Dienstag im Europäischen Parlament in Straßburg angenommene Gesetzesentwurf ist die Position des Parlaments für die Verhandlungen mit den EU-Staaten. Das Datengesetz regelt den Umgang mit nicht-personalisierten Daten und soll neue Dienste ermöglichen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, wo große Datenmengen für das Training von Algorithmen benötigt werden. Die geplanten Neuerungen können auch zu besseren Preisen für Kundendienstleistungen und Reparaturen von vernetzten Geräten führen.
Faire Datenverträge zwischen Verbrauchern und Herstellern
Die von Menschen und Maschinen erzeugten Datenmengen nehmen exponentiell zu und werden zu einem entscheidenden Faktor für Innovationen in Unternehmen und Behörden, etwa bei der Gestaltung intelligenter Städte. Diese Daten werden auch als „das neue Öl“ bezeichnet.
Das Datengesetz legt Regeln für den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten fest, die durch die Verwendung vernetzter Produkte wie Windkraftanlagen, intelligenter Hausgeräte oder moderner Autos oder damit verbundenen Dienste im Internet der Dinge erzeugt werden. So sollen faire Verträge über die gemeinsame Nutzung von Daten möglich werden.“
Der Data Act geht weit über die Gesundheitsdaten hinaus. Bisher beteiligen sich Deutschland, Frankreich und Finnland die Gesundheitsdaten ihrer Bürger abzugeben. Auch die Niederlande, Portugal und Großbritannien wollen die Gesundheitsdatenforschung ausbauen.
Genomsequenzierung Deutschland
Datenaustausch in Deutschland
Im Juli 2021 hat die Bundesregierung das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) veröffentlicht.
Mit dem neuen Gesetz können jetzt Modellvorhaben zur Gensequenzierung verwirklicht werden. Die Vorarbeit hierzu leistete die deutsche Genom-Initiative genomDE, die vom Gesundheitsministerium initiiert wurde.
In Deutschland soll zunächst eine Datenbank für die Onkologie entstehen, die genomische und phänotypische Daten aus der Krebsbehandlung verknüpft und so bessere Analysen liefern soll.
Patienten sollen eine genetisch personalisierte Versorgung erhalten, für die Forschung entsteht ein Datensatz, der Zusammenhänge zwischen Genomik und Therapieansätzen finden soll. Es besteht die Hoffnung, mit der Gensequenzierung onkologische Therapieansätze zu verbessern.
Laut Prof. Berlage vom Fraunhofer-Institut seien Gesamtgenomsequenzierungen und eine große Patientenkohorte notwendig, um die Daten sinnvoll auszuwerten.
Es sei eine Dateninfrastruktur notwendig, die es Krankenhäusern, onkologischen Praxen, Laboren und Patienten ermögliche, Daten mitzuteilen.
Eine solche Dateninfrastruktur soll als dezentrales Netzwerk angelegt werden. Zuständig hierfür soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sein.
Um das Projekt umzusetzen, sei es allerdings notwendig, sich in die Abhängigkeit von Stakeholdern zu begeben. Das könne laut Berlage nur gelingen, wenn Krankenhäuser und andere Einrichtungen bereit sind, mit Stakeholdern zusammenarbeiten.
Theoretisch könne für die Dateninfrastruktur die elektronische Patientenakte benutzt werden, eine gesetzliche Grundlage hierfür existiere bereits.
Finnland als Vorbild
Der gläserne Patient am Beispiel von Finnland
Für die finnische Datenerhebung wurde Findata gegründet, eine eigene Behörde, die bereits Gesundheitsdaten und Sozialdaten verknüpft. Sie gilt als Vorbild, da auch Deutschland und die EU alle Daten ihrer Bürger zusammenführen wollen.
Finnland beschloss 2019 ein neues Gesetz, die digitale Patientenakte mit Primärversorgung zusammen mit medizinischen Registern, Sozialdaten aller Art und Daten aus epidemiologischen Studien zugänglich zu machen für Forschung, Statistik und Politik.
Zusammengeführt werden diese Daten über eine persönliche Bürger-Identifikations-Nummer, die bereits jeder Finne besitzt und die EU weit sowie weltweit eingeführt werden soll (ID 2020).
Der Data Act ermöglicht das in der gesamten EU.
ID2020 – Das Zusammenführen aller Daten
Vom gläsernen Patienten zum gläsernen Bürger
In der EU ist Finnland Vorreiter beim Erstellen einer Bürger-ID (ID2020), der Zusammenführung unterschiedlicher Daten der Bürger auf einen Blick. Persönliche Daten, Gesundheitsakte, biometrische Daten wie Fingerabdruck und DNA, Finanzen und andere Sozialdaten wie Einkaufsverhalten oder CO2-Verbrauch sollen hier zusammengeführt werden können.
Weltweiter Vorreiter ist China, das bereits mehrere Projekte zum Zusammenführen der Daten hat mit digitalem Geld und verschiedenen Sozialkreditsystemen in der Testphase, um das Verhalten seiner Bürger über die Zusammenführung der Daten zu steuern.
Die Zusammenführung der Daten ließe sich z.B. wie in der Coronakrise durch einen QR-Code auf dem Smartphone verwirklichen, durch den Personalausweis, die Bankkarte oder auch durch ein Hautimplantat, wie es in Schweden zum Teil schon für verschiedene Zwecke verwendet wird.
„Mangel an effizienter Identitätskontrolle koste die Welt dreistellige Milliardenbeträge jährlich. Das will ID2020 ändern. Eine Allianz von Hightech-Konzernen wie Microsoft und Accenture, der Rockefeller-Stiftung, großer Hilfsorganisationen wie Mercy Corps, CARE und der von Bill Gates finanzierten Impfallianz GAVI. Enger Kooperationspartner sei auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, berichtet Dakota Gruener.“ (Quelle: Leben in der überwachten Gesellschaft, Deutschlandfunk Kultur)
Neue Funktionen der Genschere CRISPR-Cas9 entdeckt
Die Genschere CRISPR-Cas9 sorgte für einen Durchbruch in der Gentherapie. Nun haben Forschende neue Funktionen der Genschere entdeckt. CRISPR-Cas9 war die erste Genschere, die ohne Schäden DNA zerschneiden und auch ersetzen konnte. Alte Genscheren schnitten zu ungenau, um sie gezielt einsetzen zu können. 2020 erhielten die Forscherinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier, zwei Forscherinnen des Max-Planck-Instituts, dafür den Chemie-Nobelpreis.
Mit CRISPR Cas9 wehren Bakterien Phagen (Viren, die Bakterien befallen) ab. Wenn die Viren die Bakterien befallen, zwingen sie die Bakterien, die Viren zu vermehren. Als Abwehrmechanismus haben einige Bakterien deswegen die Genschere CRISPR entwickelt. Mit der Genschere finden und zerschneiden die Bakterien die Phagen und machen sie damit unschädlich. Die Bakterien integrieren die so enstandenen Bruchstücke der Viren in ihr Genom. Diese integrierten Bruchstücke dienen den Bakterien als Gedächtnis, sodass der nächste Angriff der Viren schnell erkannt und ausgeschaltet werden kann.
CRISPR sendet zusätzlich Signalmoleküle aus, um ein komplexes Angreifen zu ermöglichen. Die Forschenden haben nun entdeckt, dass diese Moleküle u.a. an ein Protein gebunden sind, namens CalpL, das einen enzymatischen Eiweißabbau durch Spaltung bewirkt. Die neu entdeckte Genschere zerschneidet das Protein CalpT, dabei sichert es ein drittes Eiweißmolekül, das den Stoffwechsel des Bakteriums auf Angriff umstellt, namens CalpS. Welche Gene CalpS dabei anschaltet, wissen die Forschenden noch nicht. Sie hoffen aber, dass sich die Genschere durch die neue Entdeckung noch vielfältiger gestaltet.
Ähnlich wie die Virenabwehr des Bakteriums funktioniert auch das menschliche Immunsystem, wenn Viren die Zellen des Körpers befallen.
Kurze Geschichte der Genschere CRISPR-Cas9
Chemie-Nobelpreis 2020
Die Grundlagenforschung zur Genschere begann bereits 1989. In den 1990er Jahren verfolgte Francisco Mojica die ersten Spuren der Genschere, er entdeckte ungewöhnliche DNA-Muster in den Chromosen von Mikroben. Mojica entdeckte die CRISPR-Repeats und fand heraus, dass sie zum Stammbaum des Lebens gehören. Um die Jahrtausendwende bekommt CRISPR ihren offiziellen Namen.
Ruud Jansen entdeckte 2002, dass CRISPR und Cas zusammengehören.
10 Jahre dauerte es dann noch bis eine passgenaue Genschere gefunden wurde.
Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier erhielten schließlich 2020 den Chemie-Nobelpreis für ihre 2012 publizierte Arbeit zur Genschere CRISPR Cas9 mit der sie zielgenau DNA aufspüren, reparieren, aufschneiden und ersetzen können. CRISPR-Cas9 ist die Genschere des Bakteriums Streptokokkus, das mit der Genschere Viren abwehren kann.
Die Entdeckung gab der Genforschung neuen Aufschwung und Hoffnung, mit CRISPR Cas9 zu immunisieren, Krankheiten zu heilen und selbst Schöpfer zu sein.
So immunisierte der chinesische Wissenschaftler He Jiankui mit der Genschere zwei Mädchen gegen HIV, die 2018 geboren wurden.
Chancen und Gefahren der CRISPR Cas9 Methode
Grenzen der Forschung: Neue Funktionen der CRISPR Cas9 Methode
Mit CRISPR Cas9 fanden die Forscherinnen ein Werkzeug, Krankheiten zu heilen, die bis dahin unheilbar waren, wie z.B. die spinale Muskelatrophie, vorausgesetzt der Arzt weiß, welche Teile der DNA die Erkrankungen aufweisen, herausgeschnitten und ersetzt werden müssen.
Wissenschaftler gehen von einem Durchbruch in der Medizin aus, bislang unheilbare Krankheiten wollen sie mit CRISPR Cas9 beheben. Mit der Genschere sei alles möglich, bemerkte kürzlich auch Hendrik Streeck in einem Interview mit der Welt, Krankheiten heilen, aber auch die Augenfarbe bestimmen und vieles mehr sei möglich. An dieser Stelle spricht Streeck die Eugenik an, die mittels Genschere noch weitere Auswüchse annehmen könnte, als mit den Versuchen der Menschenzucht des letzten Jahrhunderts. Designerbabys aus dem Katalog wären möglich, Aussehen, Intelligenz und Charakter könnten frei ausgewählt werden, Erbkrankheiten, Behinderungen und Schwächen ausgemerzt.
Doch ist das so leicht und was ist ethisch vertretbar?
Die 2018 geborenen chinesischen Zwillinge, die mit der Genschere CRISPR Cas9 gegen das HI-Virus immunisiert wurden, mittels einer Mutation des CCR5-Gens, wurden zwar gegen HIV immunisiert, dafür stieg die Anfälligkeit für andere Erkrankungen vermutlich an.
Der chinesische Wissenschaftler He Jiankui hat das Gen CCR5 mittels Genschere funktionsunfähig gemacht, da ein von diesem Gen hergestelltes Protein als Haupteintrittsquelle von HIV in die Zellen gilt. Die Mutation des CCR-5-Gens ähnelt der natürlich auftretenden Mutation D32, die die Lebenserwartung laut Analyse von über 400.000 Datensätzen der britschen Gendatenbank senkt. So zeigten Menschen mit zwei Veränderungen an CCR5 eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als Menschen ohne Mutation oder nur einer Mutation an CCR-5. Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass auch die beiden Babys eine geringere Lebenserwartung haben könnten. Die Kinder seien durch die Manipulation am Erbgut zwar immun gegen HIV, aber anfälliger für andere Infektionskrankheiten. Die Lebenserwartung sei gesenkt. Die Studie erschien auf Nature.
Immunreaktionen auf CRISPR Cas9 aus Streptokokkus
2018 erschien auf Nature Medicine bereits eine Pilot-Studie, dass Menschen auf das Eiweißmolekül Cas9 mit Abwehrreaktionen reagieren könnten, da es von dem Bakterium Streptokokkus stammt, das der menschliche Organismus als feindliches Eiweiß erkennt. Angina oder Scharlach sind z.B. Streptokokkeninfektionen, die der menschliche Körper natürlicherweise abwehrt.
Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, das CRISPR Cas9 ungewollte Erbgutveränderungen auslöst und das Krebsrisiko erhöht.
Die Studie der Charité gab Hinweise darauf, dass ungewollte Immunreaktionen auf Cas9 ausgelöst werden. Im Laborversuch reagierte das Blut von 48 Frauen und Männern mit einer T-Zellen-Reaktion auf das Eiweißmolekül. T-Zellen sind sogenannte Killerzellen im menschlichen Körper, die ein Gedächtnis gegen ihnen bekannte Erreger entwickeln und angreifen, sobald ein bekannter Krankheitserreger auftritt. Diese T-Zellen reagierten nicht nur auf Cas9 aus Streptokokkus, sondern auch auf Eiweißmoleküle anderer Erreger.
Beim Einsatz der Genschere außerhalb des Körpers können die Immunreaktionen vorher geprüft werden, innerhalb des Körpers, was bei vielen Krankheiten nötig ist, kann der Einsatz gefährlich werden, hier wird nach zusätzlichen Methoden geforscht.
Ob neue Funktionen der CRISPR Cas9 Methode ein besseres Sicherheitsprofil ermöglichen, ist noch unbekannt.
Zu den medizinischen Risiken durch CRISPR Cas9, die eine Anwendung nur bei schwersten Leiden rechtfertigen könnten, kommen die ethischen Fragen. Wo sind die Grenzen der Forschung? Was darf Medizin, was nicht? Will der Mensch sich hier zum Gott erheben? Welche Sicherheiten erhält der Bürger?
An den illegalen Erbgutmanipulationen des chinesischen Wissenschaftlers He Jiankui und in der Coronakrise wurde schnell deutlich, wie leicht Menschenrechte, Verfassungen und Medizinrecht außer Kraft gesetzt werden können, wenn nur genug Geld und Macht im Spiel ist.
Forschung: Kein Hinweis auf Hirnbeteiligung bei Covid-19
Lange Zeit wurde vermutet, dem Geruchsverlust bei Omikron und anderen Varianten von SARS-CoV-2 liege eine Hirnbeteiligung zugrunde. Diese Hypothese konnte jetzt widerlegt werden.
Wissenschaftler entnahmen Gewebeproben aus der Nase und dem Gehirn von Patienten, die an Covid-19 verstorben waren. Untersucht wurden Patienten der Corona-Varianten Delta und Omikron BA1 und BA2. Bei den über 100 Obduktionen ergab sich kein Hinweis auf eine Hirnbeteiligung.
Schutz vor Hirnbeteiligung durch das SARS-CoV-2-Virus
Nasenschleimhaut schützt vor Überwindung der Blut-Hirn-Schranke
Anosmie, also Geruchsverlust, tritt häufig im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion auf. Die Anomsie kann vorübergehend oder auch länger anhaltend sein.
Die Wissenschaftler der Forschungsstelle Neurogenetik des Max-Planck-Instituts Frankfurt entnahmen in Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftler der Uniklinik Leuven sowie Krankenhäusern in Brügge und Brüssel Gewebeproben aus Nasenschleimhaut und Gehirn der verstorbenen Patienten. Bei über 100 Patienten, die an Covid-19 starben, konnte keine Hirnbeteiligung nachgewiesen werden.
Untersucht wurden ausschließlich Patienten mit schweren Verläufen von Covid-19, die an Covid-19 starben und bei denen am ehesten eine Hirnbeteiligung vermutet hätte werden können.
Die Methode
Bereits im November 2021 wiesen Forschende darauf hin, dass der Geruchsverlust durch SARS-CoV-2 nicht durch die Hirnnerven, sondern durch die Stützzellen des Riechepithels ausgelöst wird. SARS-CoV-2 dringt nicht einmal bis zum Riechkolben vor, der die Verbindungsstelle zum Gehirn darstellt.
In der Nase leitet die Riechschleimhaut Gerüche an den Riechkolben weiter. Im Riechkolben befinden sich Geruchsnerven, die die Gerüche an die Hirnnerven weiterleiten.
Das Forscherteam hat eine chirurgische Methode entwickelt, die es den Forschenden erlaubt, Gewebeproben bereits ein bis zwei Stunden nach dem Tod zu entnehmen. Das führt dazu, dass diese Proben besonders gut für histologische und molekulare Untersuchungen geeignet sind.
70 Patienten wurden untersucht, ob eine Hirnbeteiligung vorliegt. Die Gewebeproben wurden der Nase, dem Riechkolben, dem Rachen und dem Frontallappen des Gehirns der Patienten entnommen. Die Proben wurden mikroskopisch auf RNA und Proteine des Virus untersucht.
Geruchsverlust bei Omikron, Delta, Alpha und der Wuhan-Variante
Alle Befunde negativ
Zusätzlich untersuchten die Forschenden Proben aus den Gehirnen der ursprünglichen Wuhan-Variante und der Alpha-Variante. Insgesamt wurden Proben von über 100 Patienten entnommen.
Auch Hirnwasser wurde untersucht. Alle Proben waren negativ.
Wie die Zellen, die perineurialen Fibroblasten, die um den Riechnerv angeordnet sind, den Riechnerv vor SARS-CoV-2 und anderen Atemwegserregern schützen, wissen die Forscher nicht.
Die Forschung dürfte auch deswegen interessant sein, weil die Spikeproteine, die durch die Impfung gegen das Virus verabreicht werden, um sich im Körper zu vervielfachen und so eine Antikörperreaktion hervorrufen sollen, die Hirnschranke überwinden zu können scheinen. Darauf weisen Pathologieberichte hin aber auch der Untersuchungsbericht von Pfizer selbst, der bereits im Februar 2021 u.a. Schlaganfälle und neurologische Erkrankungen als Nebenwirkungen der Impfungen aufgelistet hatte.
Forschung: Ernährungsweise und Umweltgifte ermitteln
Im Urin können durch Massenspektrometrie Umweltgifte nachgewiesen werden. Das neue Forschungsprojekt will nun die Essgewohnheiten im Urin bestimmen.
Lebensmittelchemiker Hans-Ulrich Humpf untersucht mit seinem Team an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, WWU, Lebensmittelgifte im Urin von Patienten, wie z.B. Schimmelpilze. Aber auch falsche Essgewohnheiten können zu Krankheiten führen. Der Chemiker will anhand von Blut- und Urinuntersuchungen mit Hilfe der Massenspektrometrie herausfinden wollen, wie sich Menschen ernähren und welchen Umweltgiften sie ausgesetzt sind.
So untersucht er in Simbabwe, im Gemeinschaftsprojekt unter Koordination der US-amerikanischen Cornell-Universität, die Ursachen von Entwicklungsstörungen bei Kindern, die Schimmelpilzen auf Mais zuzuordnen sein könnten, den die Mütter zu sich nehmen und der früh zugefüttert wird.
In Bangladesch werden Schimmelpilze auf Reis und Gewürzen untersucht.
Das neue Forschungsprojekt
Essgewohnheiten im Urin bestimmen
Lebensmittelrückstände lassen sich noch 10-24 Stunden nach dem Verzehr im Urin feststellen. Hans-Ulrich Humpf hat dafür ein Massenspektrometer, das fünfmal sensibler messen kann als übliche Geräte.
Bisherige Verfahren zur Bestimmung der Nahrungsaufnahme
Ernährungswissenschaftler nutzen Ernährungstagebücher von Patienten, um den Verzehr ungesunder Lebensmittel, ungesunde Mengen an Lebensmitteln oder ungenügende Kombinationen der Lebensmittel, bzw. fehlende Vielfalt festzustellen. In diesen Tagebüchern schreibt der Patient alle Lebensmittel und Getränke auf, die er zu sich nimmt. Anhand des Tagebuchs kann der Ernährungsmediziner erkennen, worauf z.B. Übergewicht oder gehäufte Gichtanfälle zurückzuführen sind.
Die Untersuchungsmethode
Einige Hundert Biomarker für Lebensmittel sind inzwischen bekannt. Allerdings wurden sie nicht ausreichend auf ihre Tauglichkeit geprüft, hinzu kommt, dass sie teilweise mehreren Ernährungsgruppen zuzuordnen sind. Amelie Frank, Humpfs Doktorandin, sucht deswegen nach Biomarkern, die sich einzelnen Lebensmitteln konkret zuordnen lassen, etwa bestimmten Getreide- oder Gemüsesorten.
Sind die Biomarker der unterschiedlichen Lebensmittel einmal bekannt, so könnten sie mit Hilfe der Massenspektrometrie innerhalb von 10-24 Stunden nach dem Essen im Urin oder Blut nachgewiesen werden.
Nach Frank könne das Ernährungsfehler aufspüren bei Menschen, die beim Ernährungstagebuch unterschlagen werden oder die nicht in der Lage sind, ein Ernährungstagebuch zu führen.
Quelle: Christina Hoppenbrock, Unizeitung wissen
Diskussion
Mit Hilfe der Ermittlung von Biomarkern für die einzelnen Lebensmittel könnten diese Lebensmittel im Urin oder Blut mittels Massenspektrometrie nachgewiesen werden. Die derzeitigen Geräte können Lebensmittel innerhalb von 10-24 Stunden nach Verzehr nachweisen. Um die Ernährungsgewohnheiten von Patienten festzustellen, wären also tägliche Untersuchungen notwendig. Das übliche Ernährungstagebuch für Patienten von Fachärzten für Ernährungswissenschaft werden sie deswegen kaum ersetzen können.
Erschwerend käme in den Industrieländern hinzu, dass die Fülle an Lebensmitteln, inklusive der Produkte der Lebensmittelindustrie, einen sehr hohen Arbeitsaufwand beim Erfassen bedeutet.
Nutzbar wäre das Forschungsprojekt voraussichtlich zunächst in Nichtindustrieländern, die begrenzte Nahrungsmittel zur Verfügung haben.
Eine große Chance sehe ich aber in der Kombination Umweltgifte auf Lebensmitteln im Menschen festzustellen. Auch wenn z.B. Schimmelpilze durch die strengeren Lebensmittelkontrollen in den Industrieländern in der Regel nicht in höheren, schädlichen Mengen zu sich genommen werden, so könnte sich bei regelmäßigem Verzehr eines bestimmten Lebensmittel ein anderes Bild der Menge von Pilzen im Körper ergeben.
Auch dürfte das Projekt insofern für die Industrienationen von Bedeutung sein, wenn zusätzlich zu Keimen und Pilzen nach zugesetzten Giften gesucht wird. Insbesondere in den Industrienationen sind viele Grundahrungsmittel mit einer Vielzahl an Pestiziden, Herbiziden und chemischem Dünger versetzt, deren Auswirkungen beim Verzehr weitgehend unerforscht sind. Hinzu kommen Schwermetalle und Medikamentenrückstände selbst im Trinkwasser sowie die chemischen Zusätze der Nahrungsmittelindustrie.
Um den Zusammenhang zwischen Erkrankung und Giften in der Nahrung hinreichend zuordnen zu können, müssten aber zusätzlich wenigstens statistische Erhebungen erstellt werden.