Propaganda – Ich zweifle, also bin ich

Propaganda – Ich zweifle, also bin ich, äußerte einst Descartes, bevor er seinen berühmten Satz, seine Ausgangsthese, „ich denke, also bin ich“, folgerichtig ableiten konnte.

Der Zweifel ist das eigentliche Kernstück von Descartes These, denn denken können viele auch im Kreis oder stur geradeaus, ohne den Blick nach rechts oder links zu wenden.

Propaganda: Das zweifelnde Ich, das des Denkens fähig ist

Descartes, das Denken, das Zweifeln und das Sein

Die propagandistische Phrase „die Wissenschaft sagt …“ ist ein Paradoxon.

Die Wissenschaft sagt nichts Feststehendes, sie stellt Thesen auf, Antithesen und Synthesen und versucht sich damit einer Wahrheit anzunähern, sie zeichnet hier einen kleinen Ausschnitt einer Wirklichkeitskonstruktion, nicht einmal die Wirklichkeit oder die in sich geschlossene Wahrheit selbst, diese haben zu viele Facetten, um vom Menschen erfasst zu werden, selbst dann, wenn es sich aus heutiger Sicht um gute, überprüfbare oder messbare Wissenschaft handelt.

Die Wirklichkeit ist lediglich ein Konstrukt, auf das sich bestimmte Gruppen geeinigt haben, sie hat mindestens drei Bedingungen, die Sprache, die Beobachtung und die Kultur.

„Ich denke, also bin ich“ löst Descartes (#Anzeige) auf in „ich zweifle, also bin ich“, um am Ende seiner Überlegungen wieder beim „ich denke, also bin ich“ anzukommen. Im Rückschluss bedeutet das aber entweder „nur, wenn ich zweifle, bin ich auch“ oder „Denken setzt das Zweifeln voraus“. Wer glaubt (einem anderen, sich selbst) statt zu zweifeln, denkt nicht. Er denkt die Gedanken der anderen, des Vorgedachten, löst sich im anderen, in der Gefolgschaft, in der Masse auf, er ist also noch nicht.

Hier unterscheidet sich das Denken eindeutig vom Glauben, der kein Hinterfragen, keine Leistung, kein Denken, keine Wissenschaft erfordert. Entwicklungspsychologisch handelt es sich hierbei um das noch unausgereifte Denken eines Kindes, das seine Eltern, Lehrer und Erwachsene noch nicht hinterfragen kann.

Ich zweifle, also werde ich

Das frühe Zweifeln im Trotzalter

Ein frühes Zweifeln an der eigenen bisherigen Wirklichkeitskonstruktion und die Unterscheidung zwischen „Ich und Du“, „Ja und Nein“, „Gut und Böse“ lernt ein Kind im Trotzalter, in dem es lernt „ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt, um den sich alles dreht“, es gibt auch andere, die ebenfalls etwas wollen. Das kann sich von meinem Wollen unterscheiden. Hier lernt es auch die Unterscheidung zwischen „Ja und Nein“.

Dieser Prozess geht mit viel Wut und Geschrei beim Kind einher, weil die Umgebung zu manchen Bedürfnissen, zum eigenen Willen „Nein“ sagt, das Kind lernt nach der permanenten symbiotischen Versorgung durch die Eltern, eine neue Wirklichkeit kennen, es hat sich der Wirklichkeitskonstruktion der Erwachsenen einen Schritt angenähert und gleichzeitig beginnt es sich langsam aus der Symbiose zu lösen, eine eigene Wirklichkeit und einen eigenen Willen zu entwickeln, die unabhängig von den Eltern sind.

Das Kind entwickelt ein einfaches Weltbild und spaltet die Welt in Gut und Böse auf, z.B. der Papa ist böse, weil er mir den Lutscher nicht gegeben hat, die Mama ist lieb, sie hat mir den Lutscher gegeben.

Ich zweifle und hinterfrage, also werde ich – Nietzsches Löwe

In der Pubertät führt diese Phase dann mit etwa 14 Jahren zu einem ernsthaften Hinterfragen der Eltern und Erwachsenen, bei Nietzsches „Mann mit der Laterne“ entspricht das der Phase des Löwen auf dem Weg der Menschwerdung.

Propaganda, Trotzalter und Kultur

Auf kultureller Ebene ist auf der Entwicklungsstufe des Trotzalters das Schwarz-Weiß-Denken anzusiedeln, das die Propaganda zum Durchsetzen ihrer Agenda oder im Krieg pp. zur Manipulation nutzt oder Autoren im Kitsch-Roman, im Western pp. zur Bildung eines rudimentären Menschen- und Weltbildes.

Faschismen und andere autoritäre Staatsformen bedienen sich dieses Schwarz-Weiß-Denkens, „Ich/meine Partei und meine/unsere Gefolgschaft sind die Guten. Die anderen, die Kritik an uns üben, anderen Idealen oder Werten folgen, einer anderen Ethnie oder Religion angehören oder biologisch anders sind, weil sie z.B. keine Genversuche an sich haben vollziehen lassen, sind die Bösen“.

Faschismus, Totalitarismus und Krieg funktionieren nicht ohne den Rückgriff auf die frühen Entwicklungsstufen des Lebens und der Kultur mit Hilfe von Propaganda.

Propaganda und Emotionalisierung

Der Rückgriff auf diese frühen Stufen der Entwicklung gelingt den Herrschenden in der Regel durch eine dramatische Emotionalisierung der Masse, häufig geschieht das durch Endzeiterzählungen wie „wir werden vernichtet, wenn wir nicht dies oder jenes tun“, im Rahmen der Propaganda, die Herrschenden bündeln die Masse, indem sie Gefühle von Angst oder Wut in einer Gesellschaft zum Eskalieren bringen, um sie danach hinter sich als Führungspersonen zu vereinen. Das funktioniert auch mit positiven Gefühlen, findet aber seltener Anwendung.

Das Bündeln positiver Gefühle

Ein Beispiel für das Bündeln positiver Gefühle in der Propaganda war Merkels „Willkommenskultur“, die viele Ehrenamtliche auf den Plan rief, auch solche, die sonst ohne jede Gefühlsregung oder einen Akt der Menschlichkeit an einem Obdachlosen oder bereits länger hier lebenden Flüchtling vorbeilaufen und die auch nicht darüber nachdachten, dass es doch Merkel war, die von der Leyen erlaubte, Syrien völkerrechtswidrig mit Frankreich zu überfallen, ohne diesen Gewaltakt hätte es die Flüchtlingskrise vielleicht nie gegeben.

Ohne das Bündeln der Masse mit Hilfe von Propaganda zur Aktivierung von Ehrenamtlichen wäre die Flüchtlingskrise in einem Desaster geendet mit verhungernden und erfrierenden Flüchtlingen mitten in Deutschland.

Negative Gefühle in der Propaganda

Ich zweifle, also bin ich

Die Klaviatur des Bedienens negativer Gefühle liegt jedem autoritären Staat und jedem Krieg zugrunde. Jetzt können die einstigen Werte einer Gesellschaft auf den Kopf gestellt werden. Und tatsächlich verrücken die Ismen (Autoritarismus, Faschismus, Totalitarismus) nicht nur Werte etwas nach rechts oder links, nach oben oder unten, sondern sie stellen sie vollständig auf den Kopf, aus Schwarz wird Weiß und aus Weiß Schwarz, jetzt kann das Glauben, Gehorchen, das Ausschließen der Anderen, die Jagd auf die Anderen, der Krieg … beginnen.

Nur der Zweifel am massenhysterischen Denken im Sinne Descartes lässt hier ein Hinterfragen zu, eine Besinnung auf sich und die eigenen Werte, ein Denken, also bin ich.

Ich denke, also bin ich (#Anzeige), ich bin nicht die Masse oder das Gefolge, weil ich gezweifelt habe und mich besinnen und denken konnte.

Warum wird die Wichtigkeit des Zweifels im Denkakt bei Descartes so wenig besprochen?

Ich glaube, das kann sich nun jeder selbst beantworten, das Denken ohne Zweifel ist auch im Kreis möglich oder in Gefolgschaft eines Führers. In diesen Fällen führt das Denken aber nicht zum Sein, sondern zum Schein, zur Auflösung des Ichs in der Masse oder in Gefolgschaft.

Denken heißt Nein sagen – Derrida

Derrida geht hier noch einen Schritt weiter „Denken heißt Nein sagen“ (#Anzeige), nicht mehr nur das Bewusstsein des „Neins“, weil ich hinterfragt habe, sondern auch das Aussprechen desgleichen, die Pflicht zur Sprache der Intellektuellen, die aber häufig genau dann versagt und sich ebenfalls anpasst, ohne laut zu denken, öffentlich zu zweifeln, wenn sie am dringendsten benötigt wird.

Das Motto der Ismen, wer spricht, fliegt aus dem öffentlichen Diskurs oder wird strafverfolgt, lässt die Intellektuellen der Masse oder den Herrschern folgen, statt umgekehrt.

Anstatt das Nein im Denken und Sprechen einzuführen und über den Tellerrand des Jas zu schauen, des Glaubens, der Ismen, machen sie sich ebenfalls zur Gefolgschaft der Herrschaft oder der Masse.

Derrida fand heraus, dass bei geschlossenen Behauptungen seine Studenten nicht mehr in der Lage waren, ein Nein überhaupt zu denken. Die Argumentation der Studierenden berief sich ausschließlich auf das Ja, sodass er seinen Studenten mit seiner Vorlesungsreihe „Denken heißt Nein sagen“ beibrachte über den eigenen Tellerand und die eigenen Glaubenssätze zu schauen.

Das Nein zu denken, lohnt sich grundsätzlich immer, auch dann, wenn es bei weiteren Überlegungen wieder in ein Ja münden sollte. Mit dem Zweifel eröffnen sich zwischen den Rändern des Jas und des Neins Welten der Differenzierung, hier befinden sich die Grautöne, die Schätze des Denkaktes, die Möglichkeiten, die Kompromisse, die Lösungen, die niemand aussparen sollte, wenn er von sich behaupten will, er denke oder er sei. Gerade in Zeiten der Umwälzungen, des Chaos und der Ismen ist das wichtiger denn je.

Wenn das Nein verstummt, wenn die Intellektuellen verstummen und sich anpassen, weil Widerspruch und Ungehorsam bestraft werden, so kann jeder aus dem Geschichtsfundus ableiten, die Zeiten werden ungemütlich, Ismen greifen wieder um sich, ob Faschismus, Totalitarismus, Autoritarismus oder weitere Ismen. Jetzt sind zweifeln und denken gefragt.

Die Wirklichkeitskonstruktion in der Propaganda. Homo sacer – Giorgio Agamben

Zeiten von neuen, autoritären Wirklichkeitskonstruktionen sind nahezu immer von politisch ernannten homo sacer (#Anzeige) (das heilige Leben, das getötet werden darf) geprägt, im Sinne Giorgio Agambens. 2020 erklärte die Politik die alten Menschen und das Pflegepersonal zum homo sacer, um die alten Leute im Anschluss ohne Ärzte wie Schwerverbrecher in die Heime zu sperren und alleine sterben zu lassen oder das Pflegepersonal dazu zu nötigen, sich an gefährlichen Menschenversuchen zu beteiligen.

Jetzt sind die LGBTQs als neue homo sacer ernannt worden, bei denen es nur eine Frage der Zeit ist, wann sie wie die alten Menschen und das Pflegepersonal zum Abschuss freigegeben werden. Verbal sind sie das bereits, denn der Neid derjenigen, die die Gefahr, die in der Rolle des homo sacers liegt, nicht erkennen, die Hintergründe nicht kennen, reagieren nur auf den Ismus, der die Herrscher dazu ermächtigt, eine Gruppe über alle anderen Gruppen zu stellen, sie zum Heiligtum zu erklären.

Freiheit ist die Freiheit Nein zu sagen – Derrida

Denken heißt Nein sagen (#Anzeige)- Derrida

Freiheit ist die Freiheit Nein zu sagen, wenn der Staat sukzessive in die persönlichsten Bereiche der Bürger vordringen will und Entscheidungs- und Sprachspielräume immer weiter verengt z.B. wann, wie, womit, mit wem und wohin sich jemand bewegen darf, wie er heizt, wie er isst, wie er atmet, welche Medikamente er einzunehmen hat, was er sagen und denken darf oder ob, was, wo und wie er bezahlen darf, wenn das digitale Geld eingeführt wird und bei Asylbewerbern in manchen Gegenden bereits mit entsprechenden Begrenzungen eingeführt wurde.

Die Konstruktion einer Schwarz-Weiß-Welt in Kindheit, Kultur und Psychopathologie

Propaganda – ich zweifle, also bin ich

Die Welt auf naive Kindervorstellungen der Wirklichkeit zu reduzieren, ist ein klassisches Merkmal von Propaganda, der Werbung und der Lüge, das sollte grundsätzlich aufhorchen lassen. Hier ist sicher eines der wichtigsten Merkmale zu finden, dass etwas faul ist, dass etwas hinterfragt werden sollte, dass ein Nein zumindest überdacht werden sollte.

In der Psychopathologie werden diese naiven Wirklichkeitskonstruktionen des Schwarz-Weiß-Denkens Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen zugeschrieben, wie Narzissmus, Hysterie und Borderline-Störungen, die häufig in bestimmten Entwicklungsstufen stecken, in denen sie schwere Traumata erlebten, aus dieser Zeit stammen dann ihre Sichtweisen, denen sie auch als Erwachsene wieder anheimfallen.

Offenbar sind aber ganze Gesellschaften für primitive Weltbilder anfällig, schaffen es die Herrschenden übertriebene Gefühle wie Panik oder Hass in der Bevölkerung zu schüren. Das wusste bereits die Massenpsychologie Ende des 19. Jahrhunderts mit Vertretern wie Le Bon (#Anzeige), auf dessen Theorien bereits Hitler seine Herrschaft aufbaute und die die Psychologie später im Experiment wiederfand, wie z.B. im Milgram-Experiment.

Gefördert werden solche Weltbilder auch im Alltag, außerhalb von Umbrüchen, z.B. in vereinfachten Weltbildern in Romanen der Trivialliteratur, der täglichen Nachrichten, einseitiger Talkshows oder einseitiger Berichterstattungen oder durch den Aufbau von Feindbildern. Sie dienen der Erziehung und Beeinflussung des Denkens und Handelns der Masse, wie z.B. im Kalten Krieg oder wenn die eigene Regierung einen Angriffskrieg führen will.

Die wehrhafte Demokratie in der Propaganda

Wenn Regierungen des Westens heute von sich geben, „unsere wehrhafte Demokratie lässt keine andere Meinung zu“, z.B. die einer ungeliebten, kritischen Partei oder die des Auslands, unterstreichen sie damit den widersprüchlichen Charakter ihrer Aussagen, wie auch in „unsere Handlungen sind alternativlos“. Der Durchschnittsbürger, der nicht genau hinhört, nicht überlegt, beginnt sich hinter den Politikern zu vereinen, aufgrund der ausgelösten Verwirrung, die solche Paradoxien im Hirn zunächst hinterlassen, die den Bürger zunächst hilflos zurücklassen, aufgrund der Unverständlichkeit und Widersprüchlichkeit der getätigten Aussage.

Die Aussage ist inhaltlich tatsächlich widersprüchlich, es liegt nicht am Bürger, wenn er hier irritiert ist und nichts versteht. Hier werden mit Absicht Paradoxien in die Welt gesetzt, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Entweder haben wir eine Demokratie, dann sind alle Meinungen zugelassen, die nicht zur Gewalt aufrufen oder wir haben keine Demokratie, dann können andere Meinungen verboten werden, wie im Dritten Reich oder im Stalinismus, in denen auch die Handlungen des Staates stets alternativlos waren.

Das Geheimnis der Demokratie liegt doch in der Freiheit des Sprechbaren und der Handlungen, der Gleichberechtigung aller, im Verhandeln, die Demokratie hat es nicht nötig, sich gegen Meinungen, Satire, Witz oder Kritik zur Wehr zu setzen, Alternativen aus dem Diskurs auszuschließen, sondern lernt aus Kritik und argumentiert und verhandelt auch mit unliebsamen Partnern und Meinungen, findet Kompromisse, statt mit Ausschluss oder Gewalt zu drohen und zu reagieren.

Propaganda als Ermächtigung zur Gewalt

Der Ausschluss aus der Gemeinschaft kann sicher als eine höhere Stufe der Gewalt gewertet werden, da er zum einen schwerer als Gewalt zu erkennen ist als andere Gewaltformen, aber Einzelne oder Minderheiten in ihrer Existenz bedroht, zum einen, weil der Mensch biologisch betrachtet ein Herdentier ist und der Ausschluss aus der Gemeinschaft durch das epigenetischen Gedächtnis Existenzängste auslöst, da Ausgestoßene in der Geschichte immer vom Tod bedroht waren, zum zweiten, weil eine reale Gefahr droht, da sich einzelne aus der der Herrschaft folgenden Masse oder die Herrschaft selbst dazu berufen fühlen, zu Gewalt aufzurufen und/oder sie durchzuführen.

Ich erinnere an ein Plakat auf einer von den Herrschenden organisierten Demonstration, das dazu aufrief, AfDler zu töten. Obwohl es sich hier um einen tatsächlich strafbaren Akt handelte, der Mord oder der Aufruf zum Mord sind nach dem Dritten Reich in Deutschland immer strafbar gewesen, griffen weder Regierung noch Polizei dagegen ein. Sind ehemalige (abendländische) Werte im Rahmen eines Schwarz-Denkens erst einmal auf den Kopf gestellt, ist der Barbarei wieder Tür und Tor geöffnet.

Handelt es sich also bei der Staatsform nicht um eine Demokratie, muss sich ein Staat mit Gewalt gegen andere Meinungen, andere Perspektiven anderer Länder oder Parteien und Kritik wehren. Darin liegt das Paradoxon der Aussage, das undurchschaut zu Verwirrung und Hilflosigkeit führt. Hilflosigkeit und Verwirrung fördern aber das Bedürfnis nach starken Führern, was jedem autoritären Staat zugutekommt.

An welchem Punkt stehen wir, fragte Giorgio Agamben (#Anzeige), einer der größten Totalitarismusforscher, bereits 2020, als plötzlich wie in alten Zeiten mit Notstandsgesetzen durchregiert wurde. Es gab sie, die Intellektuellen, die sich noch trauten zu denken und zu zweifeln, doch sie waren rar gesät. „Es gibt kein Recht zu gehorchen“, forderte Hannah Arendt nach dem Zweiten Weltkrieg und appellierte damit an künftige Generationen, zu denken, Nein zu sagen und autoritären Strömungen nicht zu gehorchen.

Propaganda funktioniert nur dort, wo nicht gedacht wird

Wann sollte ich zweifeln? Wie schütze ich mich vor Propaganda?

Alle Menschen sind grundsätzlich anfällig für Propaganda, die einen mehr, die anderen weniger. Niemand kann alles hinterfragen, deswegen ist der Mensch auch in weiten Teilen auf den Glauben angewiesen, erst glaubt er den Eltern, dann den Lehrern, später Intellektuellen oder Wissenschaftlern. Das ist normal, doch woran erkennt einer, wann er zweifeln und hinterfragen sollte? Bereits Hitler benutzte „die Wissenschaft“ für seine Menschenversuche.

Spätestens, wenn die Rechte ohne dass ein (echtes) Verbrechen begangen wurde, eingeschränkt werden oder das eigene Geld in die Taschen anderer gefüllt wird. Das sind sichere Anzeichen, dass etwas faul im Staat ist oder auch in einer Beziehung anderer Art. So, wie es Heiratsschwindler oder betrügerische Banden gibt, so gibt es auch in der Politik und in der Wirtschaft Betrug. Das ist nichts Neues, gerät aber manchmal in Vergessenheit.

Es gibt einen guten Grundsatz, auf den jeder aufbauen kann: „Wenn du wissen willst, was wirklich passiert, wenn viele Turbulenzen im Vordergrund stehen, die Medien und die Politik zu beherrschen scheinen: Schau, wohin das Geld fließt und was im Hintergrund passiert.“

Die Konstruktion der Wirklichkeit – Propaganda
Nur, wenn ich an der Propaganda zweifle, bin ich

Nur weil Wirklichkeit grundsätzlich immer konstruiert ist, ist es möglich, Demokratien von heute auf morgen umzustürzen und ein neues staatliches Konstrukt aufzubauen, sie in den Faschismus oder Totalitarismus zu führen. 1933 und 2020 passierte das z.B unter Zuhilfenahme von Notstandsgesetzen in Kombination mit dem Schüren von Angst.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Wie unterschiedlich die Wirklichkeiten der Menschen sind, zeigt bereits der Blick auf die Geschichte des eigenen Landes oder der Blick auf andere Länder. Sie unterscheiden sich schon in ihren Höflichkeitsfloskeln, Begrüßungsformeln oder wie viel Abstand zum anderen als höflich oder unverschämt gilt. Wie bedrängt wir uns fühlen, merken wir bereits, wenn uns ein Fremder so nahe auf den Leib rückt, wie ein guter Freund oder Verwandter. In anderen Ländern kann dieser Abstand durchaus der Abstand der Höflichkeit und des Respekts sein und unser Zurücktreten dann als unhöflich gelten. Das kann bereits zu Spannungen führen, wenn beiden Seiten nicht bewusst ist, was da passiert.

Das ist es in der Regel nicht, weil sich der Abstand zum Fremden in den unterschiedlichen Kulturen auf der emotionalen, nicht auf der Bewusstseinsebene abspielt, der eine fühlt sich bedrängt, der andere durch das Zurücktreten des vermeintlich Bedrängten beleidigt oder abgelehnt. Das kann bereits zu Spannungen, Konflikten und Ablehnung führen.

Propaganda kann Sprache, Normen und Gesetze sprengen

Sprengt ein Staat solche oder andere Normen und die Bevölkerung folgt, kann er auch die Gesetze sprengen. Normen, Sprache und Gesetze, ein anderer Umgang miteinander, ändern sich normalerweise langsam, sie ergeben sich automatisch aus der Entwicklung der Bevölkerung und der Kultur. So führte meine Generation in der Jugend z.B. das „Hallo“ als Begrüßungsform ein. Heute ist diese Begrüßung normal geworden, damals führte sie noch zur Empörung bei den Erwachsenen.

Wird aber von oben eingegriffen und z.B. das Händeschütteln verboten oder das Umarmen, der kulturelle Abstand zum Anderen geändert, wird die Sprache künstlich abgeändert, handelt es sich um autoritäre Maßnahmen, die nicht natürlich aus der Weiterentwicklung der Kultur entstanden sind.

Die Kriegsenkelgeneration hatte bereits ein größeres Bedürfnis nach Nähe und führte deswegen saloppe Grußformeln im eigenen Umfeld ein, als die Kriegskindergeneration, die sich andere noch durch ein tiefes Misstrauen mit förmlichen Grüßen vom Leib halten wollte. Das führte damals zunächst zu Spannungen zwischen den Generationen bis das „Hallo“ zum Alltag wurde.

Elitäre, autoritäre Sprache und Propaganda

Heute gelten ein kleiner Wortschatz, vereinfachte Grammatik, das Wegfallen des Genitivs und kurze Sätze sowie die vielen Anglizismen und das Gendern als woke und wurden vielfach künstlich autoritär auferlegt. Es entstand dadurch wenig bis kein Gewinn, dafür viel Verarmung und Verunstaltung der Sprache, die in weiten Teilen trotz Vereinfachung zu immer mehr Unverständlichkeit führt.

Wer die elitäre, verunstaltete Sprachkultur nicht unterstützt, macht bisher einfach bei der Sprachvergewaltigung nicht mit, obwohl sie im Rahmen der Krise autoritär auferlegt werden sollte. Bestimmten Gruppen wird sie aber aufgezwungen, wie Studenten oder Beamten. Migranten, Flüchtlingen, Kindern und Behinderten wird so das Sprachverständnis noch erschwert, sie werden von den selbst ernannten Eliten einerseits bewusst ausgegrenzt, andererseits lernen sie kein richtiges Deutsch mehr.

Zum Glück macht der größte Teil der Bevölkerung hierbei nicht mit, zweifelte die angeblich edlen Motive zurecht an, und integriert die Schwächsten einer Gesellschaft dadurch weiterhin.

In denjenigen, die bei den neuen Sprachregelungen ohne Not mitmachen, kann man die treue Gefolgschaft der Herrschaftsklasse erkennen, die entweder ohne zu denken mitmacht oder aber sich Vorteile durch das Nachahmen der elitären Sprachregelung erhofft.

Veränderung von Sprache, Ritualen, Begrenzungen und Werten durch Propaganda

Der beste Boden für Veränderung, Faschismus und Totalitarismus ist gelegt mit der Beschäftigung des Einübens von neuen Ritualen, neuer Sprache, den neuen Begrenzungen des Sprechbaren und neuen Werten. So wird die Bevölkerung davon abgelenkt, wohin ihr Geld fließt und welche Gesetze hinter ihrem Rücken abgeschlossen werden, denn die neue Staats-Wirklichkeit brav zu erlernen ist anstrengend genug.

Propaganda – Werte müssen auf dem Kopf stehen

An diesem Punkt können auch die Werte leicht auf den Kopf gestellt werden.

Wieso werden Werte nicht einfach nach rechts oder nach links verrückt, sondern auf den Kopf gestellt?
Vermutlich, weil sie so leichter einzuprägen sind und zum Zweiten, weil so weiterhin das Schwarz-Weiß-Schema bedient werden kann, auch die Herrschenden müssen dann wenig hinzulernen.

Wenn aus aufgenötigten Menschenversuchen (Zwang) Freiheit wird, aus der Isolationsfolter von alten Menschen in Heimen Schutz, dann wird es beim Denken ohne zu denken, am fehlenden Zweifel der Richtigkeit der neuen Werte, der Bevölkerung sehr leicht gemacht, sich die neu erschaffene Wirklichkeit mit den neuen Werten einzuprägen.

Wenn aus Menschen, die unser Grundgesetz hochhalten und sein Einhalten einfordern, plötzlich Nazis und Faschisten werden, dann haben bereits Demokratie und Faschismus ihre Position und ihre Bewertung getauscht.

Ich zweifle am Schein und finde das Sein – Propaganda

Homo Sacer durch Denken erkennen

Denken heißt hier auch den Schein aufzudecken, den Schein in mir, den Schein in dem anderen.

In jeder Erhöhung steckt immer auch eine Abwertung. Stelle ich also einen anderen oder eine Gruppe über mich, werte ich mich selbst ab, umgekehrt genauso, dann werte ich die anderen ab und erhöhe mich selbst-

Legt der Staat solche Aufwertungen und Abwertungen bestimmter Bevölkerungsgruppen an den Tag, erhöht er z.B. die Alten, das Pflegepersonal, LGBTQs oder die Ukrainer und stellt sie über die Bevölkerung, z.B. indem er nicht die alle gleichberechtigt verbindende deutsche Fahne, sondern die Fahnen bestimmter Minderheiten hissen lässt, handelt er a) aus rassistischen, menschenverachtenden Motiven und b) aus dem Bestreben die Bevölkerung zu spalten, um die eigene Macht zu stärken und c) schafft er homo sacer, die zunächst auf ein erhöhtes Podest gestellt werden, um sie danach zum Abschuss freizugeben.

So etwas geschieht nicht zufällig, sondern ist Teil von faschistischen Staaten. Es lenkt die Aggression vom faschistischen Staat weg auf eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung. Hier zielen die Herrschenden auf Gefühle wie Neid und verletztes Gerechtigkeitsgefühl ab, die wiederum Angst und Wut in den Anderen, Abgewerteten auslösen und im schlimmsten Fall zum Bürgerkrieg führen können, zumindest aber zu Spannungen, Ängsten und Spaltungen in der Bevölkerung.

Verstärkt wird das Ganze heutzutage mit Trollfabriken, die in den sozialen Netzwerken, Witze oder Beschimpfungen oder auch die Erhöhungen von Minderheiten teilen und echte Menschen dazu anstiften, es ihnen gleich zu tun. Für Menschen, die den Schein nicht hinterfragen, sind hier viele Fallen. aufgestellt. Der angebliche Rechtsruck scheint Wirklichkeit zu werden, aus dem Erhöhten wird der Verfolgte und umgekehrt, zumindest in den Köpfen der Menschen.

Angefeuert wird der homo sacer (#Anzeige) von Medien und Politik, die z.B. Auftritte von LGBTQs aus dem Rotlichtmiliieu in Schulen oder Kindergärten fördern, Massenvergewaltigungen von Kindern und jungen Frauen und Messerattacken gegen die bunte Zivilgesellschaft durch eingewanderte Terroristen eisern als richtig verteidigen und ohne ernsthafte Konsequenzen lassen. Auch hier wurden homo sacer geschaffen, heilige Leben, die getötet werden dürfen.

Propaganda und Wirklichkeitskonstruktion

Die Propaganda zu verschiedenen Themen, die Strategien, die Fallen und die unterschiedlichen Wirklichkeitskonstruktionen, die in der Regel nicht viel mit der Wahrheit zu tun haben, können nur mit Zweifel und Denken erkannt und überwunden werden mit dem Abgleich der Realität draußen, mit der Besinnung auf das eigene Sein und das des anderen, mit dem Abgleichen der eigenen und der abendländischen Werte oder der Werte des Grundgesetzes.

Um beim Beispiel „AfDler ausgrenzen oder töten“ zu bleiben, muss hinterfragt werden, entspricht es wirklich meinen Werten, dass bestimmte Gruppen oder Parteien aus der Gemeinschaft ausgeschlossen oder getötet werden dürfen, nur weil sie eine andere Meinung als die Herrschenden haben, diese kritisieren und deswegen zum Abschuss freigegeben werden?

Propaganda: Wirklichkeitskonstruktion und Barbarei

Abschlussworte

Auf den Schauplätzen der neuen Wirklichkeitskonstruktionen wird an allen Ecken und Enden der Köder der Barbarei ausgelegt. Manche haben ihn bereits geschluckt, grenzten Ungeimpfte aus, wollen gegen Russen in den Krieg ziehen, denunzieren Kritiker beim Berliner Register, sprechen sich gegen Muslime aus oder fordern bereits einen Staat, der alles kontrolliert und vorschreibt und jeden Abweichler, jeden Zweifler, jeden Denker ausschließt.

Solchen Menschen fehlt der Mut zum Denken, zum Zweifeln, zum Sein. Sie benötigen das Lob des Staates, die Bestätigung zu den Guten zu gehören, um den Anschein eines Seins zu erhalten.

Diese Menschen haben längst vergessen, dass das Sein, das Denken und das Gute nur in sich selbst zu finden sind und dass dies alles kein Staat der Welt für sie übernehmen kann. Das ist schon in der Vergangenheit immer schief gegangen.

Aus der Reihe Propaganda: Propaganda im Dritten Reich

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Propaganda im Dritten Reich

Die Propaganda der Nationalsozialisten und ihre Rolle in der modernen Propaganda

Propaganda im Dritten Reich – Die Techniken der modernen, westlichen Propaganda beruhen auf der Propagandawissenschaft des Nationalsozialismus. Hitler war der erste, der aus der Propaganda eine Wissenschaft machte, sie erforschte und die systematischen Grundlagen dafür schuf.

Nie war Propaganda in den westlichen Demokratien in Politik und Medien präsenter und durchdringender als in den letzten 3,5 Jahren. Ob Corona, Ukraine, Klima oder Israel, der Bürger wurde und wird von morgens bis abends mit Propaganda überschwemmt, sei es im Fernsehen, in den sozialen Netzwerken oder in den Zeitungen, die allgegenwärtige Botschaft: Das wichtigste sei Haltung. Natürlich nicht die eigene, sondern die der Politik, an die sich die „Volksseele“ anzupassen habe. Krieg kann schließlich nicht ohne Bevölkerung geführt werden-

Die Grundlagen der professionellen Propaganda

Die Rolle der Nationalsozialisten bei der Entwicklung der modernen Propaganda

Hitler baute seine Propaganda auf der Propaganda der Roten, deren Propaganda er sehr bewunderte, und der Kriegspropaganda auf. Allerdings waren die kommunistische Partei und die Arbeiterbewegung auch seine größten Konkurrenten.

Also schürte er Angst vor der KPD, indem er behauptete, sie sei für den Reichstagsbrand verantwortlich und eine Gefahr für Deutschland, so erhielt er die Mehrheit im Reichstag, um mit Notstandsgesetzen durchregieren zu können.

Das Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaft definiert Propaganda laut Willi Münzenberg folgendermaßen: „Propaganda (v.lat. propagare=verbreiten) ist Massenwerbung für geistige Gefolgschaft durch Gedanken, für die die Volksmassen durch Beeinflussung gewonnen werden sollen.“

Lenin definierte Propaganda so: „Die Propaganda hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Kampfbedingungen und Kampfziele des Proletariats in einer bestimmten Situation zu erhärten, anknüpfend an die Prinzipien des Marxismus. Die Agitation verfolgt den Zweck, diese allgemeinen Richtlinien, die sich aus den Prinzipien des Marxismus ergeben, in besonderen Knotenpunkten zusammenzufassen, sie als Aktionsparolen umzuschmieden.“

Die Grundlagen der professionellen Propaganda lieferte Ende des 19. Jahrhunderts die Massenpsychologie.

Der deutsche Propaganda-Diskurs erhielt eine Wende durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Es zeigte sich, dass Propaganda wirkt, denn die Nationalsozialisten schnitten bei der Wahl im März 1933 hervorragend ab.

Die Propaganda auf dem Weg zur professionellen Anwendung
Hitlers Forschung zur Propaganda im Dritten Reich

Propaganda hat es schon immer gegeben, ohne Propaganda gäbe es keine Kriege. Soldaten und Bevölkerung müssen auf Kriege eingestimmt werden, um eine Kriegswirtschaft zu befürworten, auf Fremde zu schießen, dem anderen Volk den Tod zu wünschen. In der westlichen Propaganda werden Kriege in der Regel mit einer False Flag, dem Aufbau von Unruhestiftern und Terroreinheiten oder mit dem Unterschlagen von Hintergrundinformationen begonnen, ob Brutkastenlüge, angebliche KZs in Serbien, angebliche Massenvernichtungswaffen in der Hand eines grausamen, nicht zurechnungsfähigen Führers, dem Aufbau von Terroreinheiten im Mittleren und Nahen Osten pp., jedes Mittel ist recht, um ein Land in den Krieg zu führen.

„Wie kommt es zur „Bildung“ der kriegerischen Masse? Was schafft von einem Augenblick auf den anderen, diesen unheimlichen Zusammenhalt? Was bringt den Menschen dazu, so viel aufs Spiel zu setzen? …
Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist und verkündet diese Bedrohung vor aller Welt: „Ich kann getötet werden“, erklärt man und leise denkt man dazu: „Weil ich den oder jenen töten will.“  Der Ton müsste in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: „Ich will den oder jenen töten, deshalb kann ich getötet werden.“ (Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S. 82, #Anzeige)

Die Nationalsozialisten verleugneten die Propaganda nicht, sondern stellten sie sogar in den Mittelpunkt ihres Erfolges. Propaganda war zur neuen Waffe geworden.
Goebbels sagte in seiner Antrittsrede: „Ich verwahre mich dagegen, daß die Propaganda etwas Minderwertiges sei, denn wir säßen heute nicht in den Ministersesseln, wenn wir nicht die großen Künstler der Propaganda wären.“ (Propaganda, Bussemer, S. 153, #Anzeige)

Seiner Meinung nach sei die Propaganda das wichtigste Element in der Lehre des Nationalsozialismus, die den Anspruch auf die Entwicklung einer Sozialethik habe.

Die Propaganda habe drei entscheidende Vorteile, sie

-lenke und unterbinde soziale Konflikte
-verbessere die Position Deutschlands auf der internationalen Bühne
-diene den Machthabern zur Absicherung ihrer Politik


Journalismus im Mittelpunkt der Politik

Die Propaganda – Wissenschaft im Dritten Reich

Der Journalismus war bis zum Nationalsozialismus ein eher randständiges Fach. Durch die Nationalsozialisten rückte er in den wissenschaftlichen und politischen Mittelpunkt. Früh wurde er von den Nationalsozialisten in Beschlag genommen, es wurde an den Hochschulen das Fach Zeitungswissenschaft eingerichtet, damit wurde der Journalismus zur Wissenschaft erhoben, mit dem es galt, schnell Karriere machen zu können, insbesondere wenn gleichzeitig Propaganda belegt wurde.

Das wichtigste Mittel auf das Hitler und die Nationalsozialisten bauten, war die Propaganda. Sie erhielt ein eigenes Ministerium, dem Goebbels vorstand. Ihren Wahlerfolg im März 1933 führten die Nationalsozialisten auf die Wirksamkeit dieser Propaganda zurück.

Später sollte die Zeitungswissenschaft mit der Publizistik zusammengelegt werden, um Propaganda auch auf Plakaten, in Kinos und im Radio auszusenden. Die Gleichschaltung der Zeitungswissenschaftler wurde beschlossen. In der Leipziger Antrittsvorlesung von Hans Amandus Münster von 1934 hieß es dazu:

„Die volkserzieherische Aufgabe der Zeitungswissenschaft im Rahmen der allgemeinen politischen Erziehungsarbeit besteht darin, Verständnis zu verbreiten für die Notwendigkeit und Art unserer Propaganda und unserer Publizistik. Vertrauen zu seiner Politik erringt ein Volksführer leichter als Einsicht in die Richtigkeit seiner Propagandamaßnahmen. Die Zeitungswissenschaft kann hier helfen. Allerdings muss sie aus echtem nationalsozialistischen Geist betrieben werden. Sie kann zur Gefahr für den Staat werden, wenn sie von Lauen (sic) gelehrt wird oder gar zur Kritik an den Propagandamaßnahmen erzieht und etwa dem jungen Studierenden den Glauben an die Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit der Volksaufklärung unseres Staates durch skeptische zersetzende Kritik untergräbt.“ (Thymian Bussemer: Propaganda, 2008, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2.Aufl., #Anzeige)

Die Einführung des Haltungsjournalismus in Deutschland hat eine ähnliche Aufgabe. Zeitungsartikel und Berichterstattungen bestehen heute häufig nur noch aus einigen wenigen halben Informationen oder Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, der Rest des Artikels besteht aus Haltung zur Volkserziehung und Lenkung der Gedanken und Handlungen der Bevölkerung.

Die Propagandawissenschaft bezog später auch noch die Publizistik mit ein, um Plakate, Kino und Radio für Propagandazwecke zu nutzen.

Auch in der Coronakrise, in der Jens Spahn sein Propagandabudget verdreißigfachte und die Propaganda nicht nur 24 Stunden am Tag in allen Zeitungen, im Fernsehen, sondern auch in den sozialen Netzwerken, auf Plakaten, vor jedem Geschäft, im Bus, an Apotheken pp. verbreiten ließ, konnte hier u.a. auf die Propagandawissenschaft des Dritten Reiches zurückgegriffen werden. Ebenso hatte die Maske u.a. Propagandazwecke, damit sich Menschen nicht nur vor der Zeitung, auf der Straße, vorm PC, am Radio oder vorm Fernseher an die Botschaften der Propaganda erinnerten, sondern auch am Arbeitsplatz, beim Arzt und überall, wo sie sonst zusammenkamen. Außerdem war die Maske der verlängerte Arm der Cancel Culture. Lange vor der Krise wurde es modern, Menschen öffentlich abzustrafen, wenn sie frei redeten. Ein Wort, ein Satz, ein falscher Vergleich, eine unmoderne Äußerung reichten aus, um eine Horde Moralisten auf den Plan zu rufen, die den Redner öffentlich an den Pranger stellten und seine moralische und soziale Vernichtung forderten. Durch die Maskenpflicht verstummte die ganze Gesellschaft für Wochen und Monate. An Orten, an denen sonst ausgiebig geredet wurde, hielten manche noch hinter der Maske die Luft an und brachten kein Wort heraus, also Cancel Culture par excellence.

Mitte der 30er Jahre bekämpften die Nationalsozialisten die Propagandawissenschaft wieder, da zu viele Kritiker vor dem Scheitern der Wissenschaft warnten, sie legten schonungslos die methodischen Defizite offen.

Es entstand ein interner Kampf, da eine Analyse der Propaganda erwünscht war.

Hitler und die Propaganda

Propaganda im Dritten Reich – Die Änderung von Sprache und Werten

„Man begriff nie, daß die Stärke einer politischen Partei keineswegs in einer großen und selbständigen Geistigkeit der einzelnen Mitglieder liegt, als vielmehr im disziplinierten Gehorsam, mit dem ihre Mitglieder der geistigen Führung Gefolgschaft leisten!“ (Münzenberg Mein Kampf, S. 510)

An dieser Stelle erinnere ich gerne an Lothar Wieler, der im öffentlichen Fernsehen von sich gab, „die Regeln dürfen überhaupt nie hinterfragt werden“.

Für Hitler war politische Propaganda Reklame für „psychologische Laboratorien des Reichskriegsministeriums“ (Münzenberg, Propaganda als Waffe, 1935, #Anzeige)

Hitlers Propaganda ersetzte das fehlende Programm und den fehlenden Inhalt seiner Ideologie. Die Nationalsozialisten glaubten an Propaganda als nie versiegende Waffe. Auch heute ist die Propaganda nach wie vor Teil der Kriegstechniken und wurde inzwischen weiter ausgebaut, sie erstreckt sich auf fast alle Bereiche des Lebens.

Am 1. Januar 1934 bestätigte Goebbels „Geniale Propaganda. Propaganda hat die Stellung sturmreif geschossen“ und

„Sie (die Propaganda) machte die Menschen in ihrer bisherigen Welt irre und für eine neue reif.“

2020 wurden die Bürger ebenfalls durch die Propaganda und insbesondere durch die sich ständig widersprechenden Botschaften dieser Propaganda „irre“ gemacht und offen für die Agenda 2030, die Transformation in eine neue Welt mit strengen weltweiten Vorgaben zur inneren Haltung, zur Sprache, dem eigenen Verhalten wie auch dem Einfordern von absolutem Gehorsam. Sprach man die irre Gemachten auf die Widersprüche der Propaganda an, erklärten sie einem z.B. ernsthaft, die Wissenschaft sei heute so schnell, dass sie täglich neue Ergebnisse liefere. Die Verrücktheit ihrer Aussagen bemerkten sie selbst nicht mehr, der Glaube an die Führer war durch die Propaganda zu groß.

Hitler beschrieb in „Mein Kampf“, dass er mit Hilfe der Propaganda seinen Anhängern den Himmel als Hölle verkaufen könne und das elendste Leben als Paradies. Illusion sei das Wichtigste in der Politik.

Hitler definierte die ehemaligen Werte ähnlich wie 2020 Spahn und Söder und in Folge die Ampel um.

Lüge sei Wahrheit
Knechtschaft: Freiheit
Diktatur: höhere Demokratie
Kriegsvorbereitung: Friedenssicherung
Ausbeutung sei deutscher Sozialismus

Wer die neuen Werte in Frage stellte, dessen Meinung wurde unterdrückt, um die Magie der Illusion nicht zu zerstören, gestern wie heute.

Propaganda im Dritten Reich

Fahnen und Farben als Propaganda

Hitler schrieb über die Kommunisten bei seinen nationalsozialistischen Kundgebungen (Münzenberg S.177)
„Schon die rote Farbe zog sie in unsere Versammlungssäle, (…). Wir haben die rote Farbe unserer Plakate nach genauem und gründlichen Überlegen gewählt, um dadurch die linke Seite zu reizen, …“

Um von den tatsächlichen Motiven seiner Politik abzulenken und das fehlende Programm zu übertünchen, schmückte sich Hitler mit der Farbe Rot der Linken, nicht nur bei seinen Veranstaltungen und Plakaten, sondern auch die Hakenkreuzfahne war rot gestaltet. Tatsächlich schaffte er es mit dieser Finte, die Linken auf seine Veranstaltungen zu locken und auch unter ihnen eine Anhängerschaft zu finden.

Auch die Ampel schmückt sich mit falschen Fahnen, um die Linken anzulocken, sei es die Regenbogenfahne oder die Fahnen anderer Länder. Wie Hitler lenkt sie von den eigentlichen Motiven ab und lockt die Linke an, die 2020 viele ihrer Wähler verloren hat, weil sie sich öffentlich zum Hyperkapitalismus der anderen Parteien bekannte und dem Aushebeln der Grundrechte, und deren Wähler mit dem Kurswechsel der Linken heimatlos geworden sind. Die Aneignung fremder Fahnen hat heute noch einen anderen Zweck als die rote Hakenkreuzfahne im Dritten Reich, sie soll zusätzlich Verwirrung zur Zugehörigkeit und Identität in der Bevölkerung stiften, insbesondere durch das beliebige Austauschen dieser Fahnen. Um den geforderten Verlust von Identität und Zugehörigkeit zu boykottieren, sind heute viele Konservative mit Deutschlandfahne in den sozialen Netzwerken zu finden.

Massenpsychologie

Die wissenschaftliche Basis der Propaganda im Dritten Reich

Hitler glaubte an die Omnipotenz von Propaganda, man könne der Masse auch Botschaften einhämmern, die keinen Bezug zur Realität haben. Er glaubte an die primitive Massenseele, die Massenpsychologie, die z.B. mit Le Bon das Verhalten der Masse analysierte; die Massenseele sei verkümmert und primitiv und warte auf Ekstase, um niedrige Instinkte freizusetzen.

Die Forschungen der Massenpsychologie (#Anzeige), die beobachtet hatte, dass Massen ihr Denken ausschalten und einem Führer nacheifern, auch dann, wenn er zerstörerisch agiert, halfen Hitler mit Hilfe der Propaganda und seiner Führerschaft seine grausamen Pläne umzusetzen.

Laut Le Bon (#Anzeige) denken Massen lediglich noch mit dem Stammhirn und laufen instinktiv einem Führer mit all seinen Taten hinterher, sie beteiligen sich auch an den Taten, die sie alleine nie begehen würden.

Wer hätte vor 2020 ohne Führer seine alten Eltern eingesperrt oder einsperren lassen, seine Freunde wegen einer anderen Meinung beschimpft und verlassen, sich nicht schützend vor seine Kinder gestellt, Angehörige alleine sterben lassen oder Lungenkranken und alten Menschen den Sauerstoff vorenthalten, andere zu Menschenversuchen gedrängt? Wenige.

Das Milgram-Experiment nach dem zweiten Weltkrieg bestätigte Le Bons Thesen und lieferte Erklärungen zum Verhalten der deutschen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Beim Milgram-Experiment reichte ein Wissenschaftler als Autorität aus, die Probanden zum Austeilen bis hin zu tödlichen Stromschlägen zu veranlassen, um ihre nicht sichtbaren Gegenüber zu bestrafen, wenn sie eine Frage falsch beantworteten.

Die Techniken der Propaganda im Dritten Reich

Die Basis der Propaganda im Dritten Reich fußte vor allem auf drei Techniken:

  • der Massenpsychologie
  • permanenter Wiederholungen der gleichen Inhalte
  • der Unterfütterung mit Wissenschaft

An den drei Hauptsäulen von Hitlers Propaganda wird deutlich, dass es keine neue Idee im Rahmen der Klimapolitik oder der Coronakrise war, politische Erziehungsmaßnahmen mit Hilfe permanenter Wiederholungen und wissenschaftlicher Unterfütterung durchzusetzen.

Je öfter eine Idee, These oder eine Geschichte erzählt wird, desto eher glaubt das Gegenüber an den Wahrheitsgehalt des Vorgetragenen, auch dann, wenn es sich um (wissenschaftlichen) Unsinn handelt. Der Inhalt der Botschaft bekommt durch die unermüdliche Wiederholung einen symbolischen, kultischen Charakter, wie bei einem Ritual und muss deswegen weder durch Logik, noch durch Fakten untermauert werden, damit die Menschen die Botschaft für wahr halten.

Medizin im Dritten Reich – Impf – Propaganda im Dritten Reich

Propaganda zur Durchführung von Menschenversuchen

Bis in die 80er Jahre war es Tabu, Forschungen zur Medizin im Dritten Reich anzustellen. Bis dahin glaubten Bürger und Wissenschaftler, dass es sich bei der Medizin im Dritten Reich um perverse Einzeltäter handelte.

In Wirklichkeit hatte Hitler aber für seine Menschenversuche fast die gesamte Ärzteschaft und Behörden wie das Robert-Koch-Institut hinter sich. Selbst in Lagern inhaftierte Ärzte beteiligten sich für Begünstigungen pp. an Hitlers Menschenversuchen.

Da Hitler seine Politik mit Wissenschaft unterfüttern wollte, entließ er schon früh jüdische und oppositionelle Wissenschaftler, von denen er befürchtete, sie würden seine politischen Maßnahmen nicht wissenschaftlich untermauern und mittragen wollen, sondern sich dagegen auflehnen.

Um Ansehen im Ausland zu erlangen und die Bevölkerung von Menschenversuchen mit dem Überspringen der Tierphase zu überzeugen, schürten die Nationalsozialisten Angst vor Seuchen.

Tuberkulose, Encephalitis, Syphillis, Diphterie pp. grassierten nach dem ersten Weltkrieg, das nutzte Hitler 1937, um Angst vor Seuchen in der Bevölkerung zu schüren und die Menschenversuche mit neu entwickelten Impfstoffen als das Heilmittel der Wahl anzupreisen.

„Es waren nicht nur Einzelne, die abscheuliche Menschenversuche zum Beispiel mit Impfstoffen durchgeführt haben, vor allem an Patienten und KZ-Häftlingen. Es waren nicht nur Einzelne, die renommierte Wissenschaftler entlassen haben oder die Entlassung ihrer Kollegen widerspruchslos hinnahmen … Fälle von Zivilcoruage, von Protestbekundungen gegen das staatliche, das institutionelle und das individuelle Vorgehen sind nicht bekannt … Wir hätten uns mehr Courage im RKI erhofft.“ (Jörg Hacker 2008 bei der Präsentation des Forschungsprojektes „Das Robert-Koch-Institut im Nationasozialismus“ aus Hulverscheidt/Laukötter, #Anzeige))

Durch die Propaganda und die internationale Vernetzung mit ausländischen Behörden, Stiftungen und Pharmaindustrie gab es bei den Menschenversuchen der Nationalsozialisten eine internationale Zusammenarbeit und Finanzierung auch durch ausländische Stiftungen, es wurde zum Beipiel ein Impfstoff für die Fleckfieber Epidemie in Dänemark 1943 in Buchenwald an den KZ-Häftlingen erprobt. Die im Nationalsozialismus gebildeten und ausgebauten Netzwerke wurden nach dem zweiten Weltkrieg nie zerschlagen, sondern werden bis heute weiter gepflegt.

Das Schüren von Ängsten vor Seuchen, um Menschenversuche zu legitimieren, war Teil der Nazi-Propaganda und ebenfalls keine neue Erfindung 2020.

Weiterführend zur Propaganda: Propaganda – Ich zweifle, also bin ich

Quellen:

Propaganda als Waffe, Willi Münzenberg (ausgewählte Schriften, 1919-1949, #Anzeige))

Psychologie der Massen, Gustave Le Bon, Nikol-Verlage, 9. Aufl. 2014, #Anzeige

Masse und Macht, Elias Canetti, Fischer (#Anzeige)

Infektion und Institution, Zur Wissenschaftsgeschichte des Robert-Koch-Instituts im Nationalsozialismus, M. Hulverscheidt, A.Laukötter, Wallstein-Verlag (#Anzeige)

Propaganda, Konzepte und Theorien, Thymian Bussemer, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2.Aufl. (#Anzeige)

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