Neues Hirnimplantat – ALS, Schlaganfall, Lähmung

Neues Hirnimplantat – ALS, Schlaganfall, Lähmung – Über 60.000 Elektroden auf einem hauchdünnen Chip entschlüsseln mit Hilfe von KI Bewegungen, Wahrnehmungen und Absichten von Menschen.

Wissenschaftler der Columbia University School of Engineering and Applied Science entwickelten ein hauchdünnes neues Hirnimplantat (BISC), das eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Hirn und Computer herstellen kann.

Ein hauchdünner Siliziumchip schafft eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI). Dieser Chip bildet eine drahtlose Verbindung zwischen Gehirn und externen Computern. Das gesamte System nennt sich Biological Interface System to Cortex (BISC).

Das Apparatur wurde in Zusammenarbeit zwischen der Columbia University, dem New-York-Presbyterian Hospital, der Stanford University und der University of Pennsylvania hergestellt.

Mit einem minimalinvasivem Eingriff, einer kleinen Bohrung durch die Schädeldecke, kann das neue Hirnimplantat in das Gehirn eingebracht werden, wie erste erfolgreiche Versuche zeigten.

Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch bei neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie die Anfallskontrolle zu unterstützen und bei Schlaganfall, ALS sowie Rückenmarksverletzungen eine Wiederherstellung von motorischen, visuellen und verbalen Fähigkeiten.

Technik des neuen Hirnimplantates

Die meisten computergesteuerten Implantate nehmen viel Platz im Körper ein, der neue Chip ist aber so hauchdünn, dass er Platz zwischen Schädel und Gehirn im Subduralraum findet und auf dem Hirn unter der Schädeldecke aufliegt.

Nicht-penetrierende Elektroden werden in flexible Substrate eingebettet, um die elektrische Aktivität der Hirnoberfläche aufzuzeichnen.

Die drahtlose Gehirn-Computerschnittstelle besitzt 65.536 Elektroden zum Aufzeichnen mit 1024 auswählbaren Kanälen. Die Stromversorgung erfolgt ebenfalls drahtlos. Die gesamte Technik wird in einem einzigen Metall-Oxid-Halbleiter-Substrat integriert.

Durch die drahtlose Verbindung fehlen die bisher benötigten Verdrahtungen bei Hirnimplantaten, die die Implantate unpraktisch und anfällig für Störungen machten.

Das neue Hirnimplantat kann unter der Dura Mater (der Hirnhaut) implantiert mit einer externen Relaisstation kommunizieren.

Taesung Jung, Nanyu Zeng u.a. konnten zeigen, dass das Gerät bei Schweinen 2 Wochen und bis zu zwei Monate bei nicht-menschlichen Primaten zuverlässige Aufzeichnungen aus dem somatosensorischen, motorischen und visuellen Kortex lieferte und Hirnsignale mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung dekodierte.

Die präklinische Untersuchungen im motorischen und visuellen Kortex wurden an der Universität Pennsylvania durchgeführt.

Laut Bijan Pesaran bietet das Miniaturmodell auch Möglichkeiten für neue Technologien wie Licht und Ton, sodass sie in Zukunft auch bei Schwerhörigkeit und Blindheit nützlich sein könnten.

Neues Hirnimplantat – Ethik

Gehirn-Computer-Schnittstellen wie das neue Hirnimplantat bieten eine große Chance für Menschen mit neurologischen Erkrankungen und Behinderungen, wie ALS, schwere Epilepsie, Lähmungen, Rückenmarksverletzungen pp.. In Zukunft könnten sie auch bei Schwerhörigkeit und Erblindung Nutzen bringen.

Wie viele große Forschungen stellen sie aber auch eine Gefahr dar, so kündigte die US-Luftwaffe an, ihren Soldaten Gehirn-Computer-Schnittstellen einzubauen, um sich einen Vorteil im Krieg zu verschaffen, wenn die US-Luftwaffe so durch eine rasante Datenauswertung von Wärme-Bild-Kameras, Sensoren, GPS pp. Ziele der Zerstörung und der Tötung schneller und präziser treffen kann.

Andere wiederum erhoffen sich Vorteile in Ausbildung und Beruf, wenn sie mit einer Gehirn-Computer-Schnittstelle schnell auf Daten zugreifen können. Jeder vierte amerikanische Student würde sich laut Umfrage eine Gehirn-Computer-Schnittstelle einbauen lassen.

Hinzu kommen medizinische Risiken, die jede OP hat, sowie psychologische, soziale und emotionale Risiken, wenn Cyborgs in bestimmten Situationen den homo sapiens überlegen sind z.B. durch das schnelle Abrufen von Daten und Informationen, andererseits das eigenständige Recherchieren, Denken und Lernen nicht mehr beherrschen und dem homo sapiens hier weit unterlegen sein werden.

Bereits heute zeigt sich, wie die Digitalisierung zur Servicewüste und zur Beschäftgungstherapie avanciert sowie zum Abbau der Denkleistung, etwa in Pisa-Studien, aber auch, wenn Medien, Führer und Suchmaschinen Scharlatanerie betreiben und erfolgreich erklären mit hohen Steuerausgaben und Verarmung der Bevölkerung könne das Klima verändert werden oder mit Gehorsam, Plünderung von Betrieben und Krankenkassen sowie Wunderheilern können Infektionskrankheiten ausgemerzt werden.

Quellen:

https://www.nature.com/articles/s41928-025-01509-9

Wissenschaftsfreiheit in Gefahr?

Wissenschaftsfreiheit in Gefahr – 85% der deutschen Wissenschaftler sehen die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr. Das zeigt eine neue Studie der Freien Universität Berlin.

Spätestens seit der Coronakrise wurde nicht nur Wissenschaftlern, sondern auch der Bevölkerung deutlich, dass die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr ist. Wissenschaftler, die nicht den Regierungs-Politikern, der Pharmalobby, der Waffenlobby und den Fernsehwissenschaftlern folgten, sondern Fakten zum Infektionsgeschehen und der Krankenhausbelegung benannten und Evidenz forderten, wurden systematisch aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen, diskreditiert und entlassen, wie z.B. Ulrike Guérot, die zwischen Maßnahmenbefürwortern und Maßnahmenkritikern vermittelte oder Patrik Baab, der sich wagte auf beiden Seiten der Front in der Ukraine zu recherchieren. Insgesamt wurden rund 50 Wissenschaftler in Deutschland in den letzten Jahren entlassen, die der Meinung der Regierung widersprachen.

Ähnlich eingeschüchtert wie beim Thema Corona, mRNA, Klima oder Ukraine werden jetzt auch Wissenschaftler, deren Forschungen einen Nahost-Bezug haben. Damit beschäftigt sich die Studie von Jannis Julien Grimm, Sven Chojnacki u.a., die am 15. September 2025 am Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde.

Die Studie: Wissenschaftsfreiheit in Gefahr!

Selbstzensur und Einschränkungen seit dem 07. Oktober 2023

Die Studie befragte insgesamt rund 2000 Wissenschaftler in einer disziplinübergreifenden Online-Befragung, deren Forschungen einen Nahostbezug haben-

Im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch offener, wissenschaftlicher Debatten und der politischen Diskursverengung, Anfechtungen und Sanktionen befinden sich Forschende in Verunsicherung und Zurückhaltung ihrer Ergebnisse zu Israel/Palästina. Besonders betroffen fühlen sich Forschende mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen oder hoher Drittmittelabhängigkeit.

Einig waren sich die Wissenschaftler, dass die zentrale Aufgabe von Universitäten der Schutz der pluralen Meinungsäußerung sei.

Die Studie liefert zum ersten Mal eine Evidenz der fehlenden Wissenschaftsfreiheit in Deutschland und deckt sich mit den Befunden der US-Erhebungen des Middle East Scholar Barometer.

Die Ergebnisse: Wissenschaftsfreiheit in Gefahr

85% der Befragten nehmen eine zunehmende oder stark zunehmende Abnahme der Wissenschaftsfreiheit wahr. Unter den Postdocs (nach der Dr.-Arbeit) ist die Bedrohung mit 90,5% am größten.

Selbstzensur der Wissenschaftler:

  • 76% halten sich bei Themen zu Israel zurück
  • 81%, bei öffentlichen Veranstaltungen
  • 54% in den Medien
  • 42%. im Kollegium

Über 50% der Wissenschaftler nehmen einen gestiegenen Druck an ihrer Hochschule wahr, das Thema Israel zu meiden.

  • 53% waren von Bedrohungen und Einschränkungen betroffen
  • 14% wurden institutionell ausgegrenzt
  • 16% waren von Ausladungen betroffen
  • 16% von medialer Diffamierung
  • 19% von Antisemitismusvorwürfen
  • 19% von Hassreden und Drohungen im Netz

Besonders hohe Werte der Selbstzensur zeigen sich in den Disziplinen

  • Arabistik
  • Islamwissenschaft
  • Kultur
  • Politik
  • Sozialwissenschaften

Methodik der Studie

Die Studie basiert auf einer Online-Erhebung von in Deutschland tätigen Wissenschaftlern mit einem wissenschaftlichen Bezug zu Israel/Palästina. Einbezogen wurden Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Think Tanks. In der Auswertung wurden quantitativ-statistische Analysen mit Freitextantworten zu den Themenbereichen kombiniert.

Einordnung der Studienergebnisse

Die Studie weist Parallelen zu den Befunden des Middle East Barometers in den USA auf sowie zu anderen Erhebungen in Deutschland zur akademischen Redefreiheit und zu Anfeindungen gegen Forschende.

Die Besonderheiten im deutschen Kontext sind die hohe öffentliche Politisierung der Wissenschaft und die Reaktionen innerhalb der Hochschulen.

Es ist dringender Handlungsbedarf gefordert, der die Wissenschaftsfreiheit, die Debattenkultur und den Schutz der Forschenden wieder herstellt. Der Einfluss von Politik, Industrie und Stakeholdern auf Hochschulen, Institute und Forschende muss unterbunden werden, wenn an deutschen Hochschulen wieder Wissenschaftsfreiheit und unmanipulierte, evidenzbasierte Wissenschaft stattfinden soll.

Weiterführend:

Wissenschaft zwischen Freiheit und Autoritarismus

Quellen:

Studie: myScience

Middle East Scholar Barometer

Patrik Baab: Auf beiden Seiten der Front

Größenwahn und Kontrollsucht – Ende der Demokratie?

Ende der Demokratie? Seit 2020 können wir beobachten wie Verfassungen, Menschenrechte, Nürnberger Kodex, Genfer Konvention, Gentechnikgesetze, Medizinrecht, Datenschutz pp. westenweit gesprengt wurden und systematisch auch juristisch abgeschafft werden.

Westliche Werte wie Frieden, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit, Menschenwürde und Demokratie gehören der Vergangenheit an. Die Bevölkerung ist tief gespalten zwischen denen, die ihre Souveränität und ihre Menschenwürde zurückerhalten wollen und denen, die froh sind, dass sie keine Verantwortung für ihr Handeln mehr übernehmen müssen und die Verantwortung gern an den Staat abgegeben haben. Freiheit ist ein hohes demokratisches und abendländisches Gut, andererseits erfordert sie eigenverantwortliches Handeln, damit sind viele überfordert und halten deswegen das Gehorchen zunächst für das kleinere Übel, aber …

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren“ (Benjamin Franklin)

Wo sind die Ursprünge? Wann begann das System zu kippen?

Wann kippte die Demokratie? Viele machen Ex-Bundeskanzlerin Merkel verantwortlich, die zugegebenermaßen einige Entscheidungen ohne Bevölkerung und ohne Bundestag getroffen hat, entgegen der demokratischen Gesetze und die auch tatsächlich 2020 gegen Grundgesetz und Menschenrechte mit dem Ministerpräsidentenrat repressiv durchregierte.

Im Osten Deutschlands beginnt für viele bereits nach der Wiedervereinigung ein autokratisches Durchregieren des Westens über die Köpfe des Ostens hinweg, die sich Demokratie anders vorstellten als nun westlicher Führung unterworfen zu werden.

Im Westen war zu diesem Zeitpunkt noch alles in Ordnung, aber auch hier begann der Kipppunkt bereits mit Ex-Bundeskanzler Schröder und den Grünen, die Arbeitslose enteigneten und entrechteten sowie den ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach dem zweiten Weltkrieg gegen Serbien mit einer False-Flag-Aktion führten, also schon einige Jahre vor Merkel, die lieber völkerrechtswidrige Kriege gegen muslimische Länder führte und 2020 die Demokratie nachhaltig abschaffte.

Zu den Kipppunkten der Demokratie habe ich bereits 2013 ein Essay geschrieben, als Edward Snowden nach Moskau fliehen musste, nachdem er die damals noch geheimen Überwachungsprogramme der USA preisgab. Aufgrund der Aktualität wurde es bei KUNO 2023 erneut veröffentlicht und ich veröffentliche es heute auch hier noch einmal, da es meiner Ansicht nach die Fäulnis- und Kipppunkte der Demokratie in ein totalitäres System ganz gut herausgearbeitet hat:

Größenwahn und Kontrollsucht – Das Ende der Demokratie?

„Jahrtausende hindurch ist der Mensch das geblieben, was er für Aristoteles war: ein lebendes Tier, das auch einer politischen Existenz fähig ist. Der moderne Mensch ist ein Tier, in dessen Politik sein Leben als Lebewesen auf dem Spiel steht.“ (Foucault, Der Wille zum Wissen)

Gott ist tot (Friedrich Nietzsche) und mit ihm die demokratischen Werte, so scheint es in Anbetracht von Prism, Tempora …

Die Macht der Sprache oder wie wird aus einem X ein U

Fast zeitgleich mit der finanziellen Abwertung bestimmter Berufe ging eine sprachliche Aufwertung einher. Was passiert, wenn dem für unmündig gehaltenen Bürger etwas genommen werden soll, was er zum Leben benötigt: eine sprachliche Aufwertung. So wurde z.B. aus dem Hausmeister ein Facility Manager, um mit dem verbalen Aufstieg zum Manager darüber hinwegzutäuschen, dass fortan ein Großteil des Gehaltes nicht mehr auf sein Konto eingeht, sondern auf das seiner Personalvermittlungsfirma. Nach der Einführung der sozialen, beruflichen und finanziellen Verarmung der Arbeitslosen mittels Hartz IV, Zwangsarbeit und weiteren Zwangsmaßnahmen, wurden aus den ehemaligen Klienten »Kunden«, um die menschenverachtende Arbeitspolitik zu vertuschen, die autoritären Verhältnisse zu leugnen. Diese Liste ließe sich ewig fortsetzen, jedoch sollen hier wenige Beispiele genügen, um aufzuzeigen, wie mit Sprache manipuliert und Macht ausgeübt wird.

Ähnliches passierte bei Prism, statt den Lauschangriff als solchen anzuerkennen, wird er als Sicherheitsmaßnahme zur Terror- und Kriminalitätsbekämpfung dargeboten, in der Hoffnung der Bürger denke nicht nach: Die Ausrede, es könne sich hierbei um Kriminalitätsbekämpfung handeln, ist lächerlich, da die organisierte Kriminalität in unserem Land objektiv zugenommen hat: Menschenhandel, Drogenringe, Pädophilenringe sowie Waffenhandel wurden nicht ausgehebelt, sondern als Subkulturen am Rande der Gesellschaft weiterhin gepflegt. Wären die Lauschangriffe aus Sicherheitsgründen eingeführt, ist festzustellen, dass kriminelle Vereinigungen weder verschwunden sind, noch hat es nennenswerte Erfolge zur Bekämpfung dieser gegeben, dies lässt nur zwei Schlüsse zu, 1. die Kriminalitätsbekämpfung ist nicht gewollt oder 2. es geht nicht um Sicherheit. Wenn also unsere Gefängnisse weiterhin von Kleinkriminellen besiedelt sind, obwohl angesichts der Totalüberwachung und ihren Möglichkeiten, Gefängnisse auch mit Großkriminellen belegt werden könnten, müssen wir zu dem Schluss kommen, es geht allein um Macht, um Weltherrschaft, ein Wissen über alles und jeden. Wo aber bleibt die Demokratie, die jedem Menschen ein Grundrecht auf Freiheit und Privatheit zusichert?

Ist die Demokratie in Gefahr?

Spätestens seit Prism wissen wir, dass unser Leben als Lebewesen auf dem Spiel steht, Privatheit wurde abgeschafft, Grundrechte auf Würde, Freiheit und Unversehrtheit existieren nur noch auf dem Papier. Wir sind geschockt, so geschockt, dass die Reaktionen von „ich habe nichts zu verbergen“ bis hin zu „unsere Demokratie ist in Gefahr“ reichen.

Giorgio Agamben untersuchte das nackte Leben in Lagern und totalitären Staaten. In Homo sacer untersucht er, wieso eine Gesellschaft von einer Demokratie in einen totalitären Staat umgewandelt werden kann und umgekehrt, er beschreibt die Berührungspunkte von Demokratie und totalitärem System folgendermaßen:

„Die Sache ist die, daß ein und dieselbe Einforderung des nackten Lebens in den bürgerlichen Demokratien zu einem Vorrang des Privaten gegenüber dem Öffentlichen und der individuellen Freiheiten gegenüber den kollektiven Pflichten führt, in den totalitären Staaten dagegen zum entscheidenden politischen Kriterium und zum Ort souveräner Entscheidungen schlechthin wird. Und nur weil das biologische Leben mit seinen Bedürfnissen überall zum „politisch“ entscheidendem Faktum geworden ist, besteht überhaupt die Möglichkeit, die sonst unerklärliche Geschwindigkeit zu begreifen, mit der in unserem Jahrhundert die parlamentarischen Demokratien in totalitäre Staaten haben umstürzen und die totalitären Staaten sich beinah ohne Übergangslösung in parlamentarische Demokratien haben umwandeln können. In beiden Fällen vollzogen sich die Umbrüche in einem Umfeld, wo die Politik sich schon seit längerem in Biopolitik verwandelt hatte und wo der Einsatz nunmehr bloß darin bestand, zu bestimmen, welche Organisationsform sich für die Pflege, die Kontrolle und den Genuß des nackten Lebens am wirksamsten erweisen würde. Wenn das nackte Leben zur fundamentalen Referenz geworden ist, verlieren die traditionellen politischen Unterscheidungen (wie jene zwischen rechts und links, Liberalismus und Totalitarismus, privat und öffentlich) ihre Klarheit und Intelligibilität und treten in eine Zone der Unbestimmtheit. Auch das plötzliche Abdriften der Klassen des Exkommunismus in den extremsten Rassismus (wie in Serbien mit den Programmen der „ethnischen Säuberung“) und die Wiedergeburt des Faschismus in Europa haben hier ihre Wurzeln.“ (Giorgio Agamben, Homo sacer, Die souveräne Macht und das nackte Leben, S. 130)

Wo hört also die Demokratie auf und wann fängt das totalitäre System an?

Das Ende der Demokratie?

 Prism ist hier der erste Höhepunkt, ein wahrnehmbarer Skandal für jeden, gegen die Grundrechte einer Demokratie. Doch wo waren die Anfänge? Laut Agamben kippt ein demokratisches System u.a. durch Unbestimmtheit, fehlende Klarheit, die annähernde Gleichheit der Parteien in ein totalitäres System.

Spätestens seit Gerhard Schröder wissen wir, auch unsere Regierungsparteien unterscheiden sich nur noch diffus voneinander, die SPD, die früher den Sozialstaat verteidigte, hat mit dem Einführen von Hartz IV und Zwangsarbeit für Arbeitslose (1-Euro-Jobs) bewiesen, dass sie ihre sozialdemokratische Position aufgegeben und damit dem Einführen von Niedriglöhnen, Lohndumping und ein Ausbeuten von Leiharbeiten durch Vermittlungsfirmen und Arbeitgeber Vorschub geleistet hat. Heute ist es im Niedriglohnsektor kaum noch möglich, wenigstens das volle, niedrige Gehalt zu erhalten, welches der Arbeitgeber zahlt, da ein Großteil des Gehaltes von den Vermittlungsfirmen eingestrichen wird.

Die Einführung der Zwangsarbeit (1-Euro-Jobs) war bereits ein großer Angriff auf die deutsche Verfassung, in der in Artikel 12 ein Grundrecht auf Berufsfreiheit und ein Verbot der Zwangsarbeit erlassen sind.

Um eine Gegenwehr der Arbeitslosen in Bezug auf die Zwangsarbeit auszuschließen, wurde ihnen die Würde genommen, indem ihnen statt eines kleinen staatlichen Gehaltes, weiterhin Hartz IV plus einem Sklavenlohn ausgehändigt wurde, der zur Deckung des ordnungsmäßigen Erscheinens (wie Fahrkarte, neues Hemd) bezahlt wurde. Statt die Arbeit (etwas besser) zu bezahlen, wurden nun aber Arbeitgeber mit 500 Euro monatlich entlohnt, wenn sie zu dieser Versklavung beitrugen, was zur Folge hatte, dass weitere Stellen gestrichen werden konnten.

Um die Bevölkerung vom Verfassungsverstoß abzulenken und auf die Seite der undemokratischen Maßnahmen zu ziehen, wurde zeitgleich eine Medienhetze gegen Arbeitslose gestartet, in der Arbeitslose als faul und schmarotzend dargestellt wurden: Die Folge war, dass nicht der Verfassungsbruch angeprangert wurde, sondern der Arbeitslose selbst, der von nun an vom gesellschaftlichen Leben weitgehend ausgeschlossen bleiben sollte. Dies diente natürlich auch zur Abschreckung der arbeitenden Bevölkerung, deren Angst, Anpassung und Konkurrenzdruck wuchs und dadurch in weiten Teilen, Arbeitende von mündigen, kritischen Arbeitnehmern zu angepassten, obrigkeitsgläubigen Untergebenen mutierten. Sie wurden zum Spielball, sodass sich undemokratische, antisoziale Strukturen nicht nur in der Politik, sondern auch im Arbeitsleben und der Gesellschaft verbreiteten. Die Folge ist ein steigendes Aufkommen an Mobbing sowie Burnout-Syndrom.

Seit langem können Telefonate abgehört werden. Das Eindringen in die Privatsphäre eines Menschen unterlag und unterliegt immer noch, eindeutigen gesetzlichen Regelungen: In Deutschland ist es legitim, wenn ein begründeter Verdacht auf ein schwerwiegendes Verbrechen vorliegt, ein Richter entscheidet über die Genehmigung einer Abhörmaßnahme (Artikel 13). Durch Prism und Tempora werden also unsere demokratischen Grundsätze ausgehebelt, inwieweit die deutsche Regierung selbst in diesen Skandal, die demokratischen Grundrechte zu unterlaufen, involviert ist, selbst einen Nutzen davon trägt, ist ungewiss, sicher ist, sie hat nicht schützend eingegriffen, weder politisch, noch technisch.

Searle  unterscheidet ökologische Macht von politischer: Politische Mächte beruhen nicht auf einem Verlangen, sondern seien deontisch. Ein politisches System sei nur aufgrund von Versprechen möglich, diese Versprechen befinden sich in den Gesetzbüchern, unter anderem sind hier unsere Grundrechte geregelt.

Macht ist nicht von vornherein etwas Schlechtes, sie wird schlecht, wenn sie missbraucht wird, wenn sie zum eigenen Vorteil und dem Nachteil der anderen eingesetzt wird. Kontrollsüchtige, narzisstische und größenwahnsinnige Menschen neigen zum Machtmissbrauch. Leute mit diesen Eigenschaften sind stark verunsichert, wenn ihre Macht-, Kontroll- oder Bewunderungsbedürfnisse nicht (mehr) befriedigt werden, sind aber häufig in hohen Positionen und Politik anzutreffen. Hier werden dann einstige Versprechen missachtet, ignoriert und gebrochen. Das Bedürfnis nach Allherrschaft setzt sich durch, um Macht aufrechtzuerhalten, zu sichern oder wieder zu erlangen.

Die Legitimierung unserer Regierung von Prism war also nicht der erste Anschlag auf unsere freiheitlich demokratische Verfassung, wohl aber der größte, er betrifft nicht nur einen Teil der Bevölkerung direkt, sondern alle Menschen. Das Schweigen und Nichtstun unserer Regierung spricht Bände, ob es um die Teilhabe an der Macht geht oder ob sie durch Prism selbst erpressbar geworden ist, sei einmal dahingestellt.

Hier demonstriert die Regierung Verfassungsverstöße in weitreichendem Umfang, da in einer Demokratie nicht nur die Bürger, sondern auch die Mächtigen sich der Verfassung und den Gesetzen zu beugen haben. Über dem gesamten BGB steht Artikel 1 Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Mit dem Nicht-Einschreiten gegen Prism, Tempora wird auch gegen Artikel 2 der Grundrechte verstoßen: (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

„Verschieben sich die Machtverhältnisse wesentlich, so vergehen Rechte und es bilden sich neue, — dies zeigt das Völkerrecht in seinem fortwährenden Vergehen und Entstehen. Nimmt unsere Macht wesentlich ab, so verändert sich das Gefühl Derer, welche bisher unser Recht gewährleisteten: sie ermessen, ob sie uns wieder in den alten Vollbesitz bringen können, — fühlen sie sich hierzu außer Stande, so leugnen sie von da an unsere »Rechte«.“ (Morgenröthe, Nietzsche)

Möglichkeiten des politischen und technischen Schutzes der Grundrechte sowie der Demokratie

Mit Erschrecken müssen wir feststellen, dass bis heute weder eine Forderung zum Abstellen des Lauschangriffes, noch ein Antrag auf eine internationale Untersuchungskommission gestellt wurden.

Weder Behörden mit sensiblen Daten noch Privatpersonen wurden Verschlüsselungsprogramme zur eigenständigen Spionageabwehr geboten, in Aussicht gestellt oder öffentlich gefordert, bzw. in Auftrag gegeben. Das lässt eigentlich nur zwei Schlüsse zu: Entweder ist die Bundesregierung viel tiefer in den Skandal involviert als bisher bekannt oder die Regierung selbst ist durch den Lauschangriff so erpressbar geworden, dass sie nicht mehr regierungsfähig ist.

Ein Wehren oder Abtreten würde hier Größe demonstrieren, wäre ein Indiz für demokratische Ziele, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Macht, ein Zeichen gegen Machtmissbrauch und totalitäre Systeme.

Ein Abtreten widerspräche jedoch dem narzisstischen Selbst und der These Nietzsches, dem Willen zur Macht, dem jedes Individuum erliege. Politische, menschliche Größe werden wir hier also nicht erwarten können. Folglich ist das Volk gefordert.

Die Rolle des Volkes oder das Ende der Demokratie?

Presse, Offene Briefe, Petitionen, Demonstrationen ließen die Regierung bisher unberührt, sie hat sich offensichtlich dazu entschlossen, die Affäre auszusitzen und zu hoffen, dass bis zur Wahl nicht allzu viel ans Licht kommt. Nach dem Schweigen ein paar beruhigende Worte und ein mehr oder weniger geschicktes Umschiffen des Skandals.

Den Umfragen zufolge scheint die Rechnung aufzugehen, das Volk hat sich gebeugt, akzeptiert stillschweigend, dass wichtige Grundrechte verletzt wurden, dass für die Regierung demokratische Gesetze nicht mehr gelten sowie dass sie keinen Einhalt mehr vor den Persönlichkeitsrechten des Einzelnen, in diesem Falle aller, gewährt. Nun wird dem deutschen Volk ja von vielen Seiten Obrigkeitshörigkeit vorgeworfen, dies würde auch die Unterwerfung der Regierung unter den »großen Bruder« erklären, obwohl ein Lauschangriff dieser Größenordnung eine eindeutige Kriegserklärung darstellt, vorausgesetzt, dass er nicht in Zusammenarbeit mit unserer Regierung/unseres Geheimdienstes stattgefunden hat.

Der Bürger, der jedoch nur scheinbar die Möglichkeit hat, mit der Wahl einen Regierungswechsel zu ermöglichen durch das chaotische Gebaren der Alternativparteien und dem Angleichen der wenigen, wechselnden Regierungsparteien untereinander (siehe oben), hat bei der Wahl keine Wahl. Die Wahl des einzelnen Bürgers besteht im Moment nur aus drei Alternativen, a) dem Wahlboykott, b) der Protestwahl (die aber wie der Boykott nicht zu einer anderen, unterscheidbaren Regierung führen wird) oder c) auf die alten Parteien zu setzen. Will der Bürger also die Regierung mitbestimmen, bleiben ihm nur die am Skandal direkt oder indirekt beteiligten, traditionellen Parteien.

Die Beteiligung der deutschen Regierung/Parteien an Prism und Tempora bietet zwar genug juristisches Material (Gesetzesverstöße), um die Regierung/beteiligten Parteien/Personen am Skandal abzusetzen, offiziell zu entmachten, jedoch dürfte es sich hier um einen jahrelangen Prozess handeln.

Artikel 20 (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Für eine zeitnahe Lösung bliebe also eine Revolte, um die Regierung zu stürzen, wie in anderen Ländern üblich, jedoch würde natürlich auch unsere Regierung sich mit Gewalt »verteidigen«, auch wenn sie, wie anderswo, im Unrecht ist.

Sofern die Bürger also Gewalt vermeiden wollen, sind sie schachmatt. Erst einmal.

Tatsächlich hat es mehr Widerstand gegeben als erwartet: Journalisten, Autoren, Künstler, Blogger, Demonstranten sowie Bürger forderten ihre Rechte ein, starteten Petitionen, viele nahmen trotz Überwachung und im Ungewissen, wie gefährlich das bereits sein kann, ihre Meinungsfreiheit wahr. Das ist zwar in Anbetracht dessen, dass die Regierung trotz allem keinerlei Schritte für den Schutz aller und der Demokratie unternimmt, nur ein schwacher Trost, jedoch gibt es Anlass zur Hoffnung, dass ein Zusammenschluss vieler möglich ist, um demokratische Grundrechte zu verteidigen und die bereits verlorenen zurückzufordern.

Bleibt Gott tot?

Weiterführende Artikel zum Thema: Der gläserne Patient-Daten sind das neue Öl und Smart Cities-Die überwachte Gesellschaft

Quellen:

Giorgio Agamben: homo sacer 

Michel Foucault: Der Wille zum Wissen

Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Morgenröthe 

John R. Searle: Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit  

Smart Cities – Die überwachte Gesellschaft

Smart Cities – Die überwachte Gesellschaft

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beauftragte das Fraunhofer Institut für experimentelles Softwareengineering (IESE) und das deutsche Institut für Urbanistik (Difu) eine praxisorientierte Studie zu erstellen, um KI in die Stadtentwicklung einzubetten.

73 deutsche Städte meldeten sich als Modellprojekte für die überwachte Stadt an. Berlin und Heidelberg sogar als C40-Städte, die zusätzlich auf Autoverkehr, Fleisch- und Milchprodukte verzichten wollen, also Städte für gesunde, junge, kinderlose Veganer entwickeln wollen.

Seit 2019 wird das„Modellprojekt Smart Cities“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen begleitet, die Studie soll das Praxiswissen in die Breite tragen und auch für kleinere und mittlere Kommunen zur Verfügung stellen.

Der Data Act

Smart City – Die überwachte Gesellschaft

2023 verabschiedete das EU-Parlament den Data Act, um die überwachten Städte zu legitimieren und aus den Daten seiner Bürger finanzielle Vorteile zu ziehen, unter dem Motto „Daten sind das neue Öl“.

Verschiedene Modelle der Smart Cities werden unter weiteren Begriffen zusammengefasst als Intelligente Städte, C40 mit strengen „Klimaauflagen“, 15-Minuten-Städte, in denen der Bürger eine Zone von 15 Minuten um seinen Wohnort diesen nicht mehr verlassen muss und soll, oder Smart Cities.

Die Studie

Smart City Modelle in Deutschland

Die Studie lotet Nutzungspotenziale aus und schlüsselt technische und nichttechnische Voraussetzungen einer erfolgreichen Integration von KI in Kommunen auf … KI wird bereits erfolgreich für die Verschränkung der operativen und planerischen Ebene, die Nutzung, Aufbereitung und Verknüpfung sektorübergreifender Daten, das (teil-)automatisierte Infrastruktur-Monitoring, die bedarfsgerechte Steuerung und Verteilung von Ressourcen sowie für bessere Zugangsmöglichkeiten zu kommunalen Diensten und Prozessen für Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Aus technischer Sicht häufen sich dabei vor allem Leistungen der KI im Hinblick auf Mustererkennung (Modelle der Bild- und Videoerkennung), Planung (Vorhersagemodelle) und Interaktion (generative Modelle) …
Die Überwachung und auch die Sanktionierung von etwaigen Verstößen (z. B. Geldbußen) gegen
die vorgenannten Pflichten aus dem AI Act wird für Anbieter von GPAI die Kommission tragen und muss im Übrigen von einer nationalen Behörde übernommen werden, die die Mitglieds-Staaten bis zum 2. August 2025 zu benennen haben. In Deutschland wird dies voraussichtlich die Bundesnetzagentur sein (Stand: Mai 2025).“

Die Studie hat 125 Handlungsfelder der KI für Städte und Regionen untersucht, diese umspannen folgende Bereiche:

  • Energie und Umwelt
  • Infrastruktur
  • Wohnen
  • Wirtschaft
  • Soziales und Integration
  • Gesundheit
  • Bildung und Kultur
  • Stadtentwicklung und Planung
  • Mobilität
  • E-Government
  • Sicherheit

Es wurden unterschiedliche Modell-Projekte untersucht, z.B. untersucht Bamberg den eigenen Baumbestand und dessen Pflegebedarf mit Drohnen, Konstanz verfolgt eine intelligente Steuerung der Stromnetze, um erneuerbare Energien besser zu integrieren und Hamburg wertet anhand von Sprachmodellen Rückmeldungen aus der Bevölkerung aus, erkennt und bündelt so Themen.

eID (ID2020), ePA, Sensoren, Gesichtserkennung, Autoerkennung, biometrische Daten, wie Fingerabdrücke und die Gendatenbank, sozialer Status, Einkaufsverhalten, CO2-Verbrauch, Smart Homes (Heizüberwachung, Kühlschranküberwachung pp.) produzieren eine Unmenge an Daten, die gebündelt und durch KI ausgewertet werden sollen für Forschung, Industrie und Staat.

Die Gefahren

Smart Cities – Die überwachte Gesellschaft

Lindner kündigte 2022 an, dass auf dem Personalausweis der Bürger ihre sämtlichen Daten zusammengeführt werden sollen, auch gegen den Willen der Bürger. Die eID soll den gläsernen Bürger ermöglichen über den gläsernen Patienten (ePA) hinaus.

In der Smart-City-Charta von 2017, die inzwischen nur noch in verkürzter Form zur Verfügung steht, war noch zu lesen, mit den Smart Cities könnten Wahlen abgeschafft werden, da der Staat durch die Totalüberwachung mit Sensoren besser wisse, was der Bürger wolle, als der Bürger selbst.

In Paris müssen bereits mehrere hundert Euro bezahlt werden, sollte ein Auto in die Innenstadt fahren, in GB zerstörten Aktivisten einen Großteil der neu installierten Überwachungskameras wieder. Auch in Deutschland gab es am 09. September 2025 einen Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin, der den Firmen galt, die für den militärisch-finanziellen Komplex die Daten der Bürger sammeln, zusammenführen und auswerten sollen. Anarchisten bekannten sich auf der linksradikalen Plattform Indymedia dazu.

In China werden schon längere Zeit verschiedene Modelle der Smart Cities mit Sozialkreditsystem angetestet, das erwünschtes Verhalten von Bürgern belohnt und unerwünschtes abstraft. Dazu gibt es einige arte-Dokumentationen.

Offiziell soll es in der EU kein Sozial-Kredit-System geben, aber auch Deutschland hat bereits mehrere Modellprojekte zum Sozialkreditsystem durchgeführt, so durften in der Corona-Krise nur Menschen, die Staat, Militär, Oligarchen und Industrie gehorchten und sich an den experimentellen Genversuchen beteiligten, am öffentlichen Leben teilnehmen und in manchen Regionen erhalten Asylbewerber eine Bezahlkarte mit digitalem Geld statt Bargeld, das sie nur für bestimmte Produkte und mit einer regionalen Begrenzung ausgeben dürfen. Bargeld zur freien Verfügung erhalten sie lediglich 50 Euro pro Monat. So kann das digitale Geld selbst ohne Smart City zum digitalen Gefängnis werden.

Quelle:

Smart-City-Dialog

Künstliche Intelligenz in smarten Städten und Regionen

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes, das deckten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Stoffwechselforschung auf.

Übergewicht ist ein weit verbreitetes Phänomen in Industrienationen, die über einen Nahrungsmittelüberfluss verfügen.

Durch die ungesicherte Nahrungsaufnahme unserer Vorfahren entwickelte der Mensch die Möglichkeit Fettzellen aufzubauen, um in schlechten Zeiten davon zehren zu können, in Zeiten der Ernteausfälle, im oder nach einem Krieg oder bei anderen Hungerkatastrophen. So sicherte er sein Überleben.

Übergewicht – eine sinnvolle Einrichtung der Natur

Jahrzehntelanger Nahrungsüberschuss nach dem zweiten Weltkrieg in den Industrienationen führte bei vielen Menschen zu einem ungesunden Übergewicht, da Hungersnöte fehlten, in denen Menschen auf das angesammelte Körperfett zugreifen, um das Überleben zu sichern.

Dieser nützliche biologische Mechanismus wurde in den letzten Jahrzehnten in sein Gegenteil gekehrt, sodass viele Menschen an sogenannten „Zivilisationkrankheiten“ leiden, wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Fetteber, Atemnot pp., die nach derzeitigem Forschungsstand bei vielen Menschen auf den Nahrungsüberschuss und den Aufbau von zu viel Körperfett zurückzuführen sind, häufig in Kombination mit Bewegungsmangel durch vorwiegend sitzende Tätigkeiten.

Nervenzellen verantworten Übergewicht

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Forscher des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung fanden nun heraus, dass Übergewicht auf bestimmte Nervenzellen zurückzuführen ist.

Die Forschergruppe untersuchte den Hypothalamus von Mäusen und stellte fest, dass für eine erhöhte Nahrungsaufnahme PNOC/NPY-Nervenzellen verantwortlich sind. Diese Nervenzellen befinden sich auch im Gehirn von Menschen.

Die Forscher stellten das mit Hilfe neuer molekularbiologischer und genetischer Methoden fest, die die Vielzahl an Nervenzellen in Cluster unterteilen können.

Etwa 10% der Nervenzellen besitzen einen Leptin-Rezeptor. Das Hormon Leptin wird im Fettgewebe hergestellt und unterdrückt den Hunger.

Entfernten die Forscher den Leptin-Rezeptor, stellte sich bei den Mäusen kein Sättigungsgefühl ein und sie wurden übergewichtig.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse, erhoffen sich die Forscher Medikamente gegen Übergewicht entwickeln zu können.

Die Lust auf Süßes nach dem Essen

Warum bei vielen Menschen nach dem Essen die Lust auf Süßes bleibt und ein Dessert gegessen wird, untersuchte das Stoffwechselzentrum ebenfalls-

Untersuchungen an Mäusen ergaben, dass gesättigte Mäuse wie Menschen noch ein Dessert essen.

Durch Hirnuntersuchungen der Mäuse konnte festgestellt werden, dass für das Sättigungsgefühl ebenfalls Nervenzellen verantwortlich sind, sogenannte POMC-Neuronen, die den Appetit unterdrücken.

Die POMC-Neuronen schütten bei den Mäusen nicht nur Sättigungssignale, sondern auch das körpereigene Opiat ß-Endorphin aus, das auf andere Opiat-Rezeptoren wirkt, die Belohnungssignale ausschütten. Das veranlasst die Mäuse dazu, Zucker zu essen, um die Belohnungssignale zu verstärken. Dieser Schaltkreis wird nur bei Zucker ausgelöst, nicht bei üblicher fettreicher Nahrung.

Wird dieser Weg von den Forschern zum Belohnungssystem blockiert, verzichten die Mäuse auf Zucker, allerdings nur satte Mäusen, hungrige nicht.

Wie reagieren Menschen auf Zucker?

Hirnscans konnten zeigen, dass auch bei Menschen das Belohnungssystem im Gehirn reagierte, wenn sie Zuckerlösung erhielten. Wie bei Mäusen liegen die Sättigungs-Neuronen dicht neben den Opiatrezeptoren.

Aus biologischer Sicht ist dieser Mechanismus sinnvoll, da Zucker in der Natur selten ist, aber schnell Energie liefert.

Die Forscher sehen hier eine Relevanz bei der Behandlung von Übergewicht, es gäbe bereits Medikamente, die den Opiatweg im Gehirn blockieren, aber der Gewichtsverlust durch diese Medikamente ist begrenzt. In Kombination mit anderen Medikamenten, könnten sie allerdings hilfreich zur Bekämpfung des Übergewichts sein.

Quelle: Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung

Diskussion

Nervenzellen verantworten Übergewicht und Lust auf Süßes

Lange Zeit wurde übergewichtigen Menschen unterstellt, dass sie ein Disziplinproblem haben. Hier ist die Forschung inzwischen fortgeschrittener und räumt mit den alten Vorurteilen auf. Körperfett aufzubauen sei evolutionär sogar sinnvoll, um Hungersnöte überleben zu können.

Durch den jahrzehntelangen Wohlstand und den Nahrungsmittelüberschuss in den westlichen Industrienationen, die vorangegangenen Hungersnöte in den Kriegs- und Nachkriegszeiten, entwickelte sich jedoch das Problem des Übergewichts mit entsprechenden körperlichen Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen bei vielen.

Da durch jahrelanges Übergewicht das Übergewicht aber bei sehr vielen Menschen durch Diäten und Nahrungsumstellung nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, werden derzeit in Deutschland vielen Übergewichtigen Magenverkleinerungen, Schlauchmagen, Diätspritzen oder Medikamente zur Gewichtsreduktion angeboten.

Medikamente und Operationen bergen aber Risiken, die die Risiken des Übergewichts übertreffen können, insbesondere können die Operationen gefährlich werden in Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Umstrukturierung und von drohenden sowie bestehenden Kriegen. Diätmedikamente können gefährliche Nebenwirkungen haben, Eiweißpulver und Vitaminprodukte, die operierte ehemals Übergewichtige einnehmen müssen, um ihren Körper ausreichend versorgen zu können, können in der Umstrukturierung von Wirtschaft und Macht sowie im Wirtschaftskrieg oder einem möglichen heißen Krieg in den Regalen von Supermärkten, Drogerien und Apotheken fehlen oder stark überteuert sein.

Hinzu kommt, dass die Forschung trotz der beachtlichen Erkenntnisse das Problem nicht löst. Übergewicht in Zeiten wie diesen, kann im Rahmen durchaus sinnvoll sein, wenn keiner weiß, wohin der Wirtschaftskrieg der EU noch führt, der andere Länder treffen sollte, aber auf die EU zurückfällt und die EU zur Zeit Kriegsvorbereitungen trifft.

Die Forschungen untersuchen nicht, wieso ein Mensch übergewichtig wird, der andere nicht. Das kann viele Ursachen haben, die offen bleiben. Auch sind nicht alle Menschen darauf konditioniert, mit Zucker ihr Belohnungssystem anzuregen, sie wollen kein Dessert, wenn sie satt sind.

Denkanstoß zu den möglichen Ursachen von Übergewicht und Lust auf Süßes

Während des Wirtschaftsaufschwungs in den 70er/80er Jahren wurden viele Kinder gezwungen, ihren Teller aufzuessen, auch wenn sie satt waren, da die Eltern noch Hungersnot in der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hatten. Führte das zu Beginn noch zu Übelkeit, lernte das Kind mit der Zeit, sein Sättigungsgefühl nicht mehr zu spüren und aß häufig mehr, als es benötigte, was es auch im Erwachsenenalter beibehielt.

In vielen Familien wurde dieses und ähnliches Verhalten weitergegeben an die Nachfolgegenerationen, sodass auch mehrere Generationen nach dem Krieg immer noch Übergewicht entsteht.

Menschen mit viel Lust auf Süßes, die zeitweise oder permanent ihr Belohnungssystem aktivieren wollen, haben möglicherweise wenig andere Möglichkeiten sich zu belohnen, was sie aber lernen könnten.

Weitere Ursachen können zu Übergewicht führen, wenn z.B. einem Säugling immer, wenn er schreit, die Flasche gegeben wird, auch wenn er aus ganz anderen Gründen als Hunger schreit. So lernt der Säugling früh, Probleme mit Nahrung zu kompensieren, statt sie zu lösen.

Weitere Faktoren spielen eine Rolle, da Kinder heute ihre Freizeit häufig vor dem Smartphone, dem PC oder der Spielekonsole verbringen, statt auf dem Spielplatz, im Wald oder auf dem Sportplatz.

Um nicht nur Symptombekämpfung mit Hilfe von Medikamenten oder Operationen zu betreiben, sollte zusätzlich nach den Ursachen geforscht und ein Umgang mit ihnen gefunden werden oder eine Behandlung für sie, da auch genetische Faktoren eine Rolle spielen sollen, auch wenn eine Symptombekämpfung im Einzelfall richtig sein kann, etwa wenn sonst ein Herzinfarkt droht.

Mittel- oder langfristig sollten Kinder aber lernen, ihrem natürlichen Sättigungsgefühl nachgehen zu dürfen sowie ihrem Bewegungsdrang. Das dürfte die beste Vorbeugung gegen ein ungesundes Übergewicht sein, Eltern müssten befähigt werden, ihren Kindern diese Freiräume einzuräumen.

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Weiterführend zur Ernährung:

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Schlaf – Gesunder Schlaf, Schlafstörungen und Erkrankungen

Schlaf – Gesunder Schlaf, Schlafstörungen und Erkrankungen – Viele Menschen leiden an Schlafstörungen. Sie können nicht einschlafen, durchschlafen oder wachen zu früh auf. Die Folgen einer unruhigen Nacht sind oft allgemeines Unwohlsein, Konzentrationsmangel, unangenehme Erinnerungen und Zwangsgedanken.

Ein gesunder Schlaf beträgt zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht. Es gibt allerdings Abweichungen, manche Menschen benötigen mehr oder weniger Schlaf.

Schlafstörungen und Gedächtnis

Schlafstörungen und Zwangsgedanken

Marcus O. Harrington und Theodoros Karapanagiotidis von der University of California fanden heraus, dass durch den Schlafmangel Gedächtniskontrolldefizite im menschlichen Gehirn entstehen.

Patienten mit Schlafstörungen leiden unter Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder zu frühem Aufwachen. Schlafstörungen können ein Hinweis auf die Entwicklung oder das Bestehen einer psychischen Erkrankung sein.

Schlafstörungen und Zwangsgedanken gehen häufig einer psychischen Erkrankung voraus und begleiten diese.

Wie wirkt sich Schlafmangel aufs Gehirn aus?

Schlaf und Schlafentzug

Die kalifornischen Forscher fanden heraus, dass auch gesunde Menschen bei Schlafentzug Probleme haben, ihre Zwangsgedanken unter Kontrolle zu halten.

Da psychischen Erkrankungen häufig Schlafstörungen vorausgehen, könnte die Studie helfen, Präventions- und Behandlungsstrategien für psychische Erkrankungen zu entwickeln, z.B. könnten Problembewältigungsstrategien und Problemlösungen zu einem besseren Schlaf und dem Verhindern einer psychischen Erkrankung führen.

REM – Schlaf und Gedächtnis

Schlaf und Hirnalterung

Schlafentzug stört die präfrontale Hemmung des Gedächtnisabrufs. Die Hemmung des Gedächtnisabrufs ist notwendig, um im Alltag nicht von unangenehmen Erinnerungen heimgesucht zu werden. Der Hemmungsmechanismus, der während des Tages abnimmt, wird im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) während des nächtlichen Schlafes wieder hergestellt.

Forscher um Congying Chu und Sebastian C. Holst fanden heraus , dass eine Nacht Schlafentzug das Gehirn um 1-2 Jahre altern lässt-. Die Hirnalterung bilde sich aber bei normalem Schlaf in Folge wieder zurück-.

Marcus O. Harrington und Theodoros Karapanagiotidis setzten ihre Probanden einem Schlafentzug aus und stellten fest, dass die durch den Schlafentzug entstandenen Funktionsstörungen des Gedächtnisses zu einem Defizit führen, unerwünschte Erinnerungen unterdrücken zu können und verschlechtern das selbst erzeugte Denken. Durch die Störung der neuronalen Schaltkreise werden Zwangsgedanken hervorgerufen, wie immer wiederkehrende schlechte Erinnerungen oder sich wiederholende negative Gedanken.

Die Kontrollfunktionen des Hirnes, negative Gedanken und Erinnerungen aus dem Gedächtnis fernzuhalten, scheinen auf den REM-Schlaf angewiesen zu sein.

Neurokognitive Ebene der Erinnerungen

Auf neurokognitiver Ebene werden Erinnerungen durch den rechten dorsolateralen präfrontalen Kortex gesteuert, der Abrufvorgänge im Hippocampus herunterreguliert. rDLPFC ist ein übergreifender Inhibitor (Stoff, der chemische, biologische oder physikalische Vorgänge hemmt oder verlangsamt), der Handlungen stoppen und Erinnerungen unterdrücken kann. Schlafentzug verringerte die Aktivierung von rDLPFC und führte zu einem Zusammenbruch der Aufgaben. Auch die Amygdala wird bei bedrohungsbezogener Informationsverarbeitung gestört, sodass es nachts zu Angstzuständen kam. Hippocampus und Amygdala gehören zum Stammhirn und geben Erinnerungen an die Großhirnrinde ab. Bei Fehlsteuerungen kann es zu Angstzuständen und Abspalten von Erinnerungen kommen.

Die Studie

Schlaf und Schlafentzug

Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen gehen mit Zwangsgedanken und unangenehmen Erinnerungen einher. Während unangenehme Erinnerungen und Zwangsgedanken für Gesunde nur eine vorübergehende Erscheinung sind, sind sie für psychisch kranke Menschen oft belastender Alltag.

Gesunde können sich der belastenden Erinnerungen und der Zwangsgedanken erwehren, indem sie sie nicht wieder aufrufen oder unterdrücken. Diese Möglichkeit hängt auch von einem guten Schlaf ab, da im REM-Schlaf die Kontrollfunktionen des Hirnes aufgefrischt werden.

Die zielgerechte Unterdrückung unerwünschter Erinnerungen hängt auch von der adaptiven Trennung der funktionellen Netzwerke im Gehirn ab.

Um die Folgen von Schlafstörungen zu untersuchen, setzten die Wissenschaftler ihre gesunden Probanden einem Schlafentzug aus, die Kontrollgruppe schlief normal.

Die Probanden der Studie mit Schlafentzug berichteten bei den Aufgabenstellungen, die sie nach dem Schlafentzug erhielten, häufiger von einer Ablenkung durch unerwünschte Gedanken statt einem auf die Aufgaben fokussierten Denken als ausgeruhte Probanden, was auf den Zusammenbruch des Kontrollprozesses im Hirn hinweist.

Untersucht wurden Herzfrequenz, das Gehirn mittels MRT, der REM-Schlaf und die Denkmuster der Schlafentzugs- und der Kontrollgruppe.

Untersucht wurden 87 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. Die Wissenschaftler erhoffen, dass durch die Studie Präventivmaßnahmen gegen psychische Erkrankungen, wie z.B. bessere Problemlösungsstrategien, und eine bessere Behandlung von Schlafstörungen entwickelt werden können.

Ursachen von Schlafstörungen

Wo kommen Schlafstörungen her?

Die Ursachen von chronischen Schlafstörungen sind vielfältig und reichen von äußeren Anlässen, wie Schichtarbeit, über Hormonstörungen und psychische Erkrankungen bis hin zu physischen Erkrankungen.

Mögliche Ursachen von Schlafstörungen

  • Verschobener Tages-Nacht-Rhythmus, wie z.B. bei Schichtarbeit
  • Stress und Sorgen
  • Hormonstörungen, wie z.B. in den Wechseljahren
  • Psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Posttraumatische Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Psychosen
  • Schilddrüsenerkrankungen, wie Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse)
  • Häufiger Harndrang, wie z.B. bei Diabetes
  • Medikamente
  • Infektionskrankheiten
  • neurologische Erkrankungen
  • neurodegenerative Erkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Schmerzkrankheiten
  • Lungenerkrankungen pp.

Welcher Arzt bei Schlafstörungen?

Schlafstörungen – Wann zum Arzt?

Können Stress, Sorgen und ein verschobener Schlafrhythmus ausgeschlossen werden, sollten auch körperliche Erkrankungen, wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Prostataerkrankungen (häufiger Harndrang) pp. ausgeschlossen werden, bevor ein Psychiater, Psychotherapeut oder ein Schlaflabor aufgesucht wird.

Ein Facharzt für Allgemeinmedizin kann hier erste Untersuchungen einleiten, um z.B. eine Schilddrüsenerkrankung zu bestätigen oder auszuschließen. Bei einer Bestätigung wird an einen Nuklearmediziner oder Endokrinologen zur Behandlung überwiesen. Bei der Feststellung von Diabetes wird an einen Diabetologen weiter überwiesen, bei Schmerzerkrankungen an einen Rheumatologen pp..

Können physische Erkrankungen ausgeschlossen werden, kann an einen Psychotherapeuten oder Psychiater weiter verwiesen werden. Chronische Schlafstörungen, die nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, können Vorboten einer psychischen Erkrankung sein und sollten behandelt werden, um einen Ausbruch zu verhindern.

Ein Schlaflabor kann weitere Ursachen für die Schlafstörungen feststellen.

Hausmittel für einen gesunden Schlaf

Was tun bei Schlafstörungen?

Schlafstörungen, die durch Stress, verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, Sorgen und Nöte ausgelöst sind, können häufig auch ohne Arzt behandelt werden.

Bei Überarbeitung und Stress kann z.B. eine bessere Organisation des Allltags und/oder eine Prioritätenliste hilfreich sein. Dazu wird zunächst eine Liste mit allen Aufgaben angelegt. Danach werden die Aufgaben von wichtig bis unwichtig unterteilt, z.B. in einer solchen Tabelle:

Sehr wichtigWichtig, aber verschiebbarWeniger wichtigKann gestrichen werden
z.B. Arbeitz.B. Wäsche waschenz.B. Garagentor streichenz.B. zusätzliche Vereinsarbeit
z.B. Hausaufgaben kontrollieren
Abendessen

Nach dem Eintragen in die Tabelle können die Aufgaben der 4. Spalte direkt gestrichen, die in der 3. Spalte als verzichtbar angesehen werden.

Jetzt können die Augaben der Spalte 1 und 2 in einen Wochenplaner eingetragen werden, ist er danach noch unrealistisch voll, um Entspannung im Alltag zu erlangen, müssen die Aufgaben noch einmal überdacht werden. Welche Aufgaben können verschoben oder doch gestrichen werden, welche Aufgaben können delegiert werden? Welches Zeitlimit soll für welche Aufgabe angesetzt werden? Bleibt genug Zeit für Freizeit und Entspannung?

Gesunder Schlaf – Was kann noch für Entspannung sorgen?

  • Spaziergang
  • Entspannungstechniken, wie z.B. autogenes Training, Yoga, Meditation
  • Sport, insbesondere bei Büroarbeit sorgt der körperliche Ausgleich für Entspannung
  • ein gutes Buch
  • Kerzenlicht
  • bei religiösen Menschen ein Gebet
  • Waldbaden oder Waldspaziergang, das Grün und die ätherischen Öle der Bäume und Pflanzen sorgen für Entspannung
  • Hobby, Spiel und Spaß
  • Kräutertees, insbesondere beruhigende Kräuter, wie Baldrian, Hopfen pp.. Bei Allergien oder Johanniskraut vorher einen Arzt zu Rate ziehen: Johanniskraut ist z.B. nach Organtransplantationen nicht geeignet und macht lichtempfindlich.
  • Entspannungsphase einige Stunden vor dem Schlafengehen einläuten
  • festen Tag-Nacht-Rhythmus einhalten

Hilfreich kann auch das Führen eines Schlaftagebuchs sein, wie z.B. das 6 Minuten Schlaftagebuch – Endlich besser ein- und durchschlafen Tagebuch für Erwachsene (bezahlter Link zum Buch)

Schlafstörungen bei Sorgen, Nöten und Problemen

Sorgen, Ängste und Schuldgefühle können den Schlaf rauben, insbesondere tagsüber verdrängte Probleme suchen sich abends im Bett ihren Raum, in der Entspannung kreisen dann die Gedanken um die ungelösten Probleme und halten vom Schlafen ab.

Das Gute ist, es kann vermieden werden: Die meisten Konflitke sind lösbar, nur auf wenige Probleme haben wir keinen Einfluss.

Dabei ist es wichtig, sich tagsüber Zeit für die eigenen Probleme zu nehmen, müde lassen sich Probleme nur schwer lösen, Gedankenkreisen im Bett führt selten zu einem befriedigenden Ergebnis. Ausgeruht aber können für die meisten Nöte Lösungen gefunden werden, sei es eine Aussprache mit dem Partner, die Entwicklung einer Strategie im Beruf oder privat oder ein notwendiges Konsequenzen ziehen bei andernfalls nicht lösbaren Konflikten.

Nur auf wenige Schwierigkeiten hat der Mensch kaum bis keinen Einfluss, wie z.B. auf die politische Situation, eine schwere Erkrankung, eine Kündigung vom Arbeitgeber, den Tod einer nahestehenden Person oder eine ungewollte Trennung.

Auch hier ist es wichtig, sich tagsüber Zeit zu nehmen, bei solchen Konflikten geht es nicht um direkte, unmögliche Lösungen des Problems, sondern um das Verarbeiten desgleichen und den Umgang mit ihm.

Trauer, Wut und Angst sind notwendig für den Verarbeitungsprozess, werden sie tagsüber vermieden, können sich Gefühle und Gedanken abends im Bett ausbreiten und zu Schlafstörungen führen. Der bewusste Verarbeitungsprozess mit allen Trauerphasen ist aber notwendig, um Trost zu finden und zur Entwicklung neuer Lebenswege.

Nutzen die eigenen Strategien nicht, um die Schlafstörungen in den Griff zu bekommen, können Beratungsstellen und Psychotherapeuten weiterhelfen.

Hilfreiche und weiterführende Links:

Das große Buch vom Schlaf: Die enorme Bedeutung des Schlafs – Beste Vorbeugung gegen Alzheimer, Krebs, Herzinfarkt und vieles mehr (bezahlter Link)

Das 6 Minuten Schlaftagebuch (bezahlter Link)

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Krieg – Der Todestrieb im 21. Jahrhundert

Krieg – Der Todestrieb im 21. Jahrhundert: Laut Claudia von Werlhof ist die Destruktion im Todestrieb Resultat von patriarchalischen Gesellschaften. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass Zerstörung, Gewalt und Krieg erst seit etwa 6000 Jahren das Leben der Menschheit mitbestimmen.

Ziel des Lebens

Das Ziel des Lebens in Industrienationen

Das Ziel eines jeden Lebens ist der Tod. Diese unumstößliche Tatsache zieht sich vom Pflanzenreich über das Tierreich bis hin zum Menschen. Die Konkurrenz untereinander führt zu Leben, Überleben und Tod, bereits bei den Pflanzen, wenn stärkere weniger starke Pflanzen verdrängen oder sie nach Ablauf ihrer Lebenszeit eingehen.

In den Industrienationen wird der Tod jedoch vom Leben abgespalten, so als gehöre er nicht dazu. Gräber am Rande der Stadt, das Tabu, den Tod anzusprechen, sowie das Ausgliedern der Sterbenden in Heime und Hospize zeugen von einem ungeheuren Kraftaufwand, den Tod aus dem Leben zu verbannen.

Eros und Thanatos

Krieg – Lebenstrieb und Todestrieb bei Freud

Das Abspalten des Todes und des Sterbens in modernen Gesellschaften führt laut Freud erst zur Destruktion in den Industrienationen, die zur Barbarei, zum Töten und zum Krieg führt. Der Tod wird nicht mehr als Teil des Lebens begriffen, er wird aus dem Bewusstsein ausgeschlossen, er muss bekämpft werden. Die beiden Urtriebe, Eros und Thanatos, müssen laut Freud bereits von Anbeginn des Lebens auf der Erde gewirkt haben, die unbelebte Materie wurde belebt und diesem Lebenstrieb wurde der Todestrieb als widerstrebende Kraft mitgegeben, der ein Zurück in die unbelebte Materie möglich macht, in der jedes Leben endet.

Laut Waldhoff führe das Abspalten des Todestriebes (bezahlter Link zum Buch) in modernen Gesellschaften erst zur Lust am Sterben, wie beim Suizid oder beim Töten, wie bei Mord oder im Krieg, sowie zur Abtötung des eigenen Denkens und des Denkens der anderen.

Ohne das Konzept des Todestriebes und dessen destruktive Auswüchse in modernen Gesellschaften ist kaum nachvollziehbar, wieso bei der letzten Bundestagswahl die Parteien die Mehrheit erhielten, die die Zensur in Deutschland einführten, die ein Abtöten des Denkens fördert und fordert sowie die Parteien, die sich unmissverständlich für einen Angriffskrieg gegen die größte Atommacht der Welt aussprachen.

Der Todestrieb bei frühen Hominiden

Die Abwesenheit von Gewalt, Mord und Krieg in frühen Gesellschaften

Frühe menschliche Hominide wie Neandertaler oder frühe Homo sapiens, die ihr Leben dem Lebenszyklus aus Geburt, Wachstum, Reife, Tod und Erneuerung widmeten, verehrten noch das Weibliche als schöpferische Kraft, wie archäologische Funde zeigen.

So hatten bereits die Neandertaler ein Bewusstsein für den Tod, sie gaben ihren Toten Grabzulagen bei und weitere Ausgrabungen geben Hinweise darauf, dass sie die Schwachen und Kranken pflegten. Frühe Hominide verehrten noch das Weibliche als schöpferische Kraft, das Leben spenden und Nahrung bieten kann, wie frühe weibliche Kultskulpturen zeigen, die etwa 30.000 Jahre und älter sind.

400.000 Jahre sollen unsere menschlichen Vorfahren, die das Sterben und den Tod noch nicht aus dem Bewusstsein verbannten, friedlich und mit hoher sozialer Kompetenz zusammengelebt haben. Kreuzungen zwischen den verschiedenen Hominiden-Arten weisen darauf hin, dass die Angst vor dem Fremden noch nicht existiert hat. Noch heute weisen die Menschen auf der Nordhalbkugel genetisches Material zwischen 1,5% und 6% von Neandertalern auf.

Vor etwa 6000 Jahren soll der Mensch dann gewalttätig geworden sein. (Kortum, Die Boten des Bösen) (bezahlter Link zum Buch)

Um zu verstehen, warum in den westlichen Industrienationen die Destruktion, die Unterdrückung des Lebenstriebes, die Barbarei und der Krieg im 21. Jahrhundert wieder so raumgreifend werden konnten, trotz der Erfahrungen im 20. Jahrhundert, benötigt es einen kleinen Blick in die Geschichte.

Der Todestrieb in der Antike

Platon – die Grundlagen für Krieg und Todestrieb im 21. Jahrhundert

Hinweise, sich die Menschen Untertan machen zu wollen und Krieg zu führen, also destruktive Kräfte des Todestriebes, finden wir z.B. bereits in Platons Politeia.

Als idealen Staat sah Platon (bezahlter Link zum Buch) nicht etwa die Demokratie, sondern den auf einem strengen Kastensystem aufgebauten Staat, dessen Führung an erster Stelle die Philosophen als Klügste des Landes übernehmen sollten. An zweiter Stelle sollten die Wächter stehen, die den Staat nach außen verteidigen, gefolgt von den Handwerkern und den Schluss bildeten die Bauern.

Die Wächter sollten bis zum 35. Lebensjahr der strengen Kontrolle und Erziehung der Philosophen unterstehen, um nicht ausscheren zu können. In der Erziehung sollte die Kunst eine wichtige Rolle einnehmen, jedoch sollte diese einer strengen Zensur zum Wohle des Staates unterworfen sein, damit die Wächter nichts erfuhren von grausamen Göttern, die Unglück bringen, Zwistigkeiten austrugen oder Liebesabenteuer hatten.

Männer und Frauen sollten gleichberechtigte Krieger sein und die Kinder der Wächter sollten als Zuschauer mit in den Krieg ziehen.

Platon vergleicht die Wächter mit Hunden: „Du weißt doch wohl, dass es in der Art guter Hunde liegt, gegen Vertraute und Bekannte dankbar, zutraulich, doch ganz anders gegen Unbekannte zu sein.“ (Politeia) (bezahlter Link zum Buch)

Bereits in der Antike spekulierten also die Herrschenden auf die Unterdrückung und die Kontrolle der Gedanken und Handlungen von Untergebenen und nutzten ihre Naivität und Ergebenheit aus. Schon Platon wusste, dass eine „hündische Unterwerfung“ bis zum Tod nur mit Zensur und Kontrolle zu erreichen ist. Ohne eine strenge Zensur könnte Zweifel an den Botschaften und Befehlen der Herrschenden entstehen.

Es ist also nichts Neues im Nationalsozialismus, im Sozialismus, in der Coronakrise, im Krieg und beim Thema Klima gewesen, dass Herrscher eine Zensur für und die totale Kontrolle über die Bevölkerung fordern, sondern liegt bereits in den dunklen Tiefen unserer Schriften begraben.

Die Maske als Maulkorb passt zu Platons Hündischem, das er bereits in Untergebenen sah. Auch wusste Platon schon, um eine Gesellschaft dauerhaft zu beherrschen, ist ein früher Angriff auf die Kinder notwendig: „Weißt du denn noch, dass wir sagten, man müsse die Knaben … ganz in die Nähe des Kampfes bringen und Blut kosten lassen, wie junge Hunde.“ (Politeia)

In der Coronakrise wurden Kinder permanenten Kriegsübungen ausgesetzt, stundenlanger Luftmangel wie bei Angriffen oder im Schützengraben, frieren wie an der Front oder bei Angriffen auf die Infrastruktur, das Alleinlassen von Angehörigen wie für die Front, bei einer Isolation in Kriegsgefangenschaft oder beim Verlieren der Kameraden, der Angehörigen pp.. Außerdem wurde ihnen ununterbrochen eingeredet, sie seien Mörder, was ihnen das Töten später erleichtern sollte. Etwa die Hälfte der Kinder wurden durch diese Kriegsübungen in einer real erscheinenden Simulation psychisch krank, die andere Hälfte dürfte jetzt „hündisch ergeben“ auf das Töten und Getötetwerden im Krieg vorbereitet sein, wie die Knaben der Wächter bei Platon.

Krieg – Der Todestrieb im 21. Jahrhundert

Platon gehört wie andere europäische Philosophen zu den großen Philosophen des Westens, die weltweite Anerkennung genießen. Das Aussparen der destruktiven Aspekte dieser Werke ist ebenfalls Teil des Zerstörerischen, das das Denken abtötet und eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Werken verhindert.

Denn wir können nur verstehen, warum sich der Wille zum Töten, zur Barbarei, zum Krieg wieder so durchsetzen konnte in Europa, wenn wir verstehen, dass wir das Denken, den Tod und das Sterben mit Gewalt über Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende aus dem Leben verbannten. Es war ein Leichtes für die Herrscher durch die plötzlichen Überflutung mit dem Tabuthema Tod in 2020, die unterdrückten destruktiven Kräfte der Masse zum Leben zu erwecken und an die Oberfläche zu spülen.

Die Ziele für den Aggressionstrieb wurden gleich mitgeliefert, erst die Demonstranten der Demokratiewegung, dann diejenigen, die sich den gefährlichen Menschenversuchen verweigerten, heute die Russen. Um die freigelegten Aggressionen der Bevölkerung auf ein bestimmtes Ziel zu steuern, wurde die Zensur eingeführt und tief in die Tasche des Vokabulars der Nationalsozialisten gegriffen, von der Forderung Abtrünnige nicht mehr medizinsch zu behandeln, über sie seien Sozialschädlinge bis hin sie als Blinddarm der Gesellschaft zu beschimpfen, der aus einer Gesellschaft herausgeschnitten werden könne, war wieder alles dabei, womit auch die Nationalsozialisten die Aggressionen der Bevölkerung auf Minderheiten lenkten.

Hannah Arendt setzt dagegen, dass das Denken (bezahlter Link zum Buch) das Leben begleite und seine Quintessenz sei. Menschen, die nicht denken, seien wie Schlafwandler. Arendt verneinte auch das Recht blind zu gehorchen.

So wurde in der Krise seit 2020 paradoxerweise aus Angst vor dem Tod, der Tod auf vielfältige Art und Weise hervorgerufen: Die Masken führten bei mindestens zwei gesunden 13-jährigen Mädchen zum Tod, sie brachen nach der Schule im Bus unter der Maske zusammen und starben kurz darauf im Krankenhaus, weitere Todesfälle entstanden durch die Isolation, die Einsamkeit, die Angst und die Verweigerung von ärztlicher Behandlung sowie durch die Genexperimente und das Aushungern. Die Welthungerhilfe meldete 2020, dass 130 Millionen Menschen in der Dritten Welt durch die Lockdowns vom Hungertod bedroht seien.

Die für die Masse nicht aufzulösenden Paradoxien sind hier also „wir töten, weil wir euer Leben retten wollen“ in der Coronakrise und „wir führen euch in den Krieg, weil wir Frieden wollen“ im nahenden Krieg. Das erinnert an das Neusprech in Orwells „1984“ (bezahlter Link zum Buch) und ist nur mit nicht abgetötetem Denken aufzulösen.

Das abgetötete Denken in den Industrienationen, das die negativen Eigenschaften und Einstellungen ihrer Philosophen ausspart und abspaltet, aus dem Bewusstsein verbannt, ist ebenfalls Teil des Todestriebes, der sich deswegen so ungehemmt wieder im Denken und Handeln der Menschen ausbreiten konnte, weil er dauerhaft entfernt wurde und Philosophen lediglich glorifiziert werden.

Auch Kants rassistische Schrift „Von den verschiedenen Rassen oder alle Neger stinken“ (bezahlter Link zum Buch) ist den wenigstens bekannt, in der er klar definiert, wer vernunftbegabter Mensch ist oder werden kann und wer nicht: ausschließlich der weiße Mann sei vernunftbegabt. Weder Frauen, noch Kinder, noch Schwarze können nach Kant eines vernünftigen Verstandes fähig sein.

In den alten Schriften sind also nicht nur philosophische Erkenntnisse zu finden, sondern auch häufig die Wurzeln des Übels.

Das ist unter anderem ein Grund, warum sich das Destruktive und das Tötenwollen in den europäischen Gesellschaften im 21. Jahrhundert wieder Bahn brechen konnte, sei es die Russophobie, an die Herrscher leicht anknüpfen konnten, da sie latent im epigenetische Gedächtnis der Bevölkerung aus den Weltkriegen und dem Kaltem Krieg noch vorhanden war und nur durch Gräuelpropaganda und Zensur der eigenen Verantwortung am Krieg und der Historie des Krieges wieder zum Leben erweckt werden konnte; oder der Zugriff auf das Leben, das Verhängen eines Lebensverbots in der Coronakrise sowie der besonders grausame Zugriff auf die Kinder. Die Forderung nach Platons hündischer Unterwerfung äußerte sich nicht nur in Zensur, in Lebensverbot und dem traumatisierenden Zugriff auf die Kinder, sondern auch auf die Körper im Allgemeinen, mit Maskenpflicht, Bewegungseinschränkungen und Kontaktverboten sowie mit Menschenversuchen, wie im Dritten Reich. Abtrünnige wurden gejagt, deren eigenständiges Denken und Handeln in Zukunft mit dem frühen Angriff auf die Kinder und empfindlichen Strafen ausgeschlossen werden soll.

Platons totalitärer Staat war also bereits genauso durchdacht, wie die totalitären Staaten des 20. und 21. Jahrhunderts.

Todestrieb und Wissenschaft

Der Todestrieb im 21. Jahrhundert

Das Weiblich-Schöpferische-Allumfassende konnte sich auf Dauer nicht durchsetzen. Die Wissenschaften sind ein Paradebeispiel für die Destruktion, alles muss zerstückelt werden, um es dann meist mangelhaft wieder zusammenzusetzen.

„Romantiker in der Wissenschaft haben weder das Bedürfnis, die lebendige Wirklichkeit in elementare Komponenten aufzuteilen, noch wollen sie den Reichtum der konkreten Lebensprozesse in abstrakten Modellen darstellen, die die Phänomene ihrer Eigenheiten entkleiden.“ (Alexander Lurija aus Waldhoff)

Die Romantiker wollen das Netzwerk wesentlicher Zusammenhänge unter der Bewahrung ihrer mannigfaltigen Subjektivität aufdecken, die moderne Wissenschaft alles auf ein zerstückeltes Objekt und Codes reduzieren.

Die kulturelle Romantik neigt also zu den Lebenstrieben, während die politische Romantik, wie der Nationalsozialismus, der Sozialismus, der Transhumanismus oder die Klima-Ideologie, zu den Todestrieben neigt, die die Zerstörung als Bedingung für Erkenntnis, Neues und Entwicklung ansehen.

Nach Karl Mannheim lehnt sich das wissenschaftliche Denken an die angeblich exakten Naturwissenschaften an. Durch Rechenoperationen soll der Gegenstand der Erkenntnis durch Reduktion, Leugung, Isolation und Distanz ausgemerzt werden. Die moderne Wissenschaft tötet das Lebendige im Erkennen ab sowie die Beziehung zwischen Gegenstand und Betrachter.

Nur wer die Lebendigkeit aus den Wissenschaften verbannt, kann glauben, die Erkenntnis, das Bewusstsein, die Gefühle und die Vielfalt der Beziehung durch Computer, Roboter und KI ersetzen zu können.

Das Töten des Lebendigen und die politische Komponente in den modernen Wissenschaften führen aber zur Verkehrung von Erkenntnisgewinn und zur Gegenaufklärung. Baudrillard beschreibt es folgendermaßen:

„Das Realitätsprinzip hat sich mit einem bestimmten Stadium des Wertgesetzes gedeckt. Heute kippt das ganze System in die Unbestimmtheit, jegliche Realität wird von Hyperrealität des Codes und der Simulation aufgesogen. Anstelle des alten Realitätsprinzips beherrscht uns von nun an ein Simulationsprinzip.“ (Jean Baudrillard: Der symbolische Tausch und der Tod) (bezahlter Link zum Buch)

In der Coronakrise konnten wir sehen, wie in den Köpfen der Masse mit abstrakten, aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen und Angst einflößenden Modellrechnungen eine zweite Pest simuliert wurde, so wie die Klimaindustrie ein Aussterben der Menschheit mit Klimamodellen in einer möglichen Warmzeit simuliert. Tatsächlich war das Coronavirus weniger tödlich als die Grippe und in der Geschichte der Menschheit machten die Menschen in den Warmzeiten immer Entwicklungsschübe durch, während sich die Eiszeiten tatsächlich als problematisch erwiesen, da die Nahrungssuche schwierig war.

Krieg und Zerstörung – Der Todestrieb im 21. Jahrundert

Der Todestrieb im Transhumanismus

Der Transhumanismus ist eine futuristische Ideologie der Mensch-Maschine-Verschmelzung und der gentechnischen Veränderung des Menschen. Der Transhumanismus versteht sich selbst als Philosophie, erinnert aber inhaltlich eher an eine Religion.

Er speist sich aus der Angst, der homo sapiens könne aussterben aufgrund von Klimaveränderungen und Überbevölkerung. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung zu reduzieren und den neuen Menschen selbst zu kreieren, um ihn schöner, gesünder, intelligenter und möglichst unsterblich zu machen. Zur Steigerung der Intelligenz und zur besseren Überwachung soll den Menschen eine ID und KI eingepflanzt werden.

Mit der Genschere CRISPR-Cas9 z.B. sollen neue Menschen mit perfekten Eigenschaften kreiert werden. Sie sollen nicht mehr dumm, nicht mehr hässlich, nicht mehr schwach und krank sein. Außerdem wird die Unsterblichkeit angestrebt. Tatsächlich erproben bereits Unsterblichkeitsforscher an Fadenwürmern, wie das Leben durch gentechnische Eingriffe verlängert werden kann. Reiche Amerikaner und Russen lassen sich nach dem Tod einfrieren, um wieder aufgetaut zu werden, wenn die ultimative Lebensformel entdeckt wurde, die sie wieder zum Leben erwecken können soll.

Der Transhumanismus will die abendländische Kultur mit Humanismus und Aufklärung zerstören, ein Grund, warum viel Geld in NGOs gesteckt wird, die Kunst- und Kulturgüter beschmieren und warum neue „Realitäten“ wie in der Coronakrise simuliert werden. Auch die „Omas gegen Rechts“ sind hier einzuordnen, denn sie demonstrieren nicht etwa gegen Rechtsextremismus, wie der Name schon sagt, sondern gegen Rechts im Allgemeinen. Traditionell steht Rechts für das Erhalten der Kultur, der Traditionen, wie Weihnachten oder Fastnacht, den Erhalt der Familie, für Sicherheit, Gesetz und Ordnung pp.

Der Todestrieb in Nationalsozialismus und Transhumanismus

Wie im Nationalsozialsimus ist die Ideologie des Transhumanismus von Über- und Untermenschen geprägt, der homo sapiens soll auf die Stufe des Tieres gestellt werden und der Cyborg oder genmanipulierte Mensch auf die Stufe des Übermenschen. Das erklärt das Einsperren in der Coronakrise, wie bei Tieren, und das Absprechen von Grundrechten für Nichtgenmanipulierte, sie durften nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und viele verloren sogar ihre Arbeit. Hier spielt auch noch die fehlende Arbeit durch die Industrie 4.0 eine Rolle, da Berufe wie Ärzte, Pflegekräfte, Verkäufer, Juristen, Verwaltung pp. durch Roboter und KI ersetzt werden sollen. (Harari, (bezahlter Link zum Buch) Lorenz Sorgner, Klaus Schwab)

Um den Wandel der europäischen Bevölkerungen in den letzten Jahren hin zur Aggression gegen Andersdenkende, zur Gewalt gegen sie und zum Bejahen des Krieges besser zu verstehen, nähere ich mich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven, hier gibt es bereits einen kurzen Abriss zur Eugenik im Wandel der Geschichte, zur Propaganda im Dritten Reich und zur Propaganda im Allgemeinen.

Quellen und weiterführende Literatur:

Igor R. Schafarewitsch: Der Todestrieb in der Geschichte (bezahlter Link zum Buch)

Hans-Peter Waldhoff: Eros und Thanatos (bezahlter Link zum Buch)

Hannah Arendt: Vom Leben des Geistes (bezahlter Link zum Buch)

R.G. Kortum: Die Boten des Bösen (bezahlter Link zum Buch)

Jean Baudrillard: Der symbolische Tausch und der Tod (bezahlter Link zum Buch)

Harari: Homo Deus (bezahlter Link zum Buch)

Platon: Der Staat (bezahlter Link zum Buch)

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Kurzgeschichte der Eugenik

Eugenik im Wandel der Zeit

Kurzgeschichte der Eugenik – Viele Menschen in Deutschland glauben, die Eugenik -die Menschenzucht- sei auf den Nationalsozialismus begrenzt gewesen, doch eugenische Ideen ziehen sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Erste eugenische Utopien finden sich bereits bei Platon (Politeia) und gipfeln heute in der Ideologie des Transhumanismus, in Ideen der Mensch-Maschine-Verschmelzung oder der gentechnisch optimierten Menschen.

Frühe Utopien zur Menschenzucht finden sich bereits in Platons Politea, im Gilgamesch-Epos, in der Promotheus-Sage oder der Legende vom Jungbrunnen.

Platon wollte z.B. die Ehe als Fortpflanzungs- und Erziehungsumgebung abschaffen. Die Behörden sollten Männer und Frauen nach guten Eigenschaften aussuchen, sortieren und sie dann zusammenführen. Die Quantität der Eltern und die Qualität ihrer Nachkommen sollten die Behörden kontrollieren. (Platon, Buch IV, Politeia)

Bereits in der Spätantike etablierte Augustinus „das Hässliche“, der Schönheit der Schöpfung Abweichende, das Abnorme im christlichen Denken.

Auch gab es in der Antike bereits Ideologien zu Mensch-Gott-Chimären, antike Götter waren halb Mensch, halb Gott und Mensch-Tier-Chimären, wie z.B. die Sphinx, waren halb Tier, halb Mensch, wie wir sie heute im Transhumanismus wiederfinden. Harari nennt die selbst kreierten Menschen „homo deus“, wie sein gleichnamiges Werk zum Transhumanismus, durch Mensch-Maschine-Verschmelzungen und die Genforschung soll in Zukunft der Mensch vom Menschen selbst kreiert werden, wie erste Versuche z.B. beim Einpflanzen eines menschlichen Hirn-Organoids in ein Rattenhirn zeigen.

Körperzentrierte Utopien zur Menschenzucht, die Körper und Geist optimieren sollten, finden sich auch bei Bacon, Descartes und Condorcet.

Die Menschenzucht war von Beginn an Teil der Philosophie und der Politik, später dann auch der politischen Soziologie.

Erst durch Darwin und die mendelsche Vererbungslehre wurde die Menschenzucht auch Bestandteil der Biologie, der Medizin und der Technik. Die Menschenzucht bekam durch Darwin und Mendel einen neuen Aufschwung und gipfelte schließlich im 20. Jahrhundert in den Sterilisations- und Euthanasieprogrammen der Nationalsozialisten. Heute schlägt sich die Eugenik in der Humangenetik nieder und ist neben der Mensch-Maschine-Verschmelzung Teil der Ideologie des Transhumanismus und des Posthumanismus.

Beschäftigte sich die sogenannte positive Eugenik zunächst in erster Linie mit der gezielten Vermehrung der Stärksten und Intelligentesten durch organisiertes Zusammenführen von Männern und Frauen mit den gewünschten Eigenschaften, entstand im 19. Jahrhundert der Begriff der Degeneration.

Datensammlungen als Voraussetzung der Eugenik

Geschichte der Eugenik: Datensammlungen als Voraussetzung

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Sammeln von Daten der Bevölkerung Teil der Bevölkerungspolitik, die Bevölkerung wird zur ökonomisch bedeutsamen Ressource und zum Projekt systematischer Beobachtung. Die Demographie wurde als neues Wissensgebiet eingeführt als Grundlage zur Steuerung des Staatsapparates, so wurden zunächst Geburten- und Sterberaten gesammelt.

100 Jahre später ordnet sich hier die Verwissenschaftlichung der Fortpflanzung auf zwei Ebenen ein, auf die Ebene von Werten und auf die Ebene der Wahl von Handlungsmitteln und der Bewältigung von Folgeproblemen.

Kurzgeschichte der Eugenik: Der Begriff der Degeneration

Um nachzuvollziehen, warum die Eugenik im Nationalsozialismus zu Sterilisation und Euthanasie führte, wie auch im Transhumanismus ab 2020/21, ist die Einführung des Begriffs der Degeneration in der Politik von Bedeutung. Für den Transhumanismus sind weitere Begriffe von Bedeutung wie Ressourcenknappheit und Überbevölkerung, die bereits in den 1950er Jahren den Diskurs mit bestimmten, wie ich weiter unten noch zeigen werde.

Die Degeneration in der politischen Debatte

Während die Degeneration der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ein Problem für die Politik darstellte, das sie sich nicht erklären konnte, ist sie im 21. Jahrhundert Ziel der Politik. Durch die Bologna-Reform an den Hochschulen ist die Qualität der Studiengänge massiv gesunken. Auswendiglernen statt Denken ist das Motto, in den letzten Jahren kam die Cancel Culture hinzu, die den wissenschaftlichen Diskurs, der eigentlich Voraussetzung aller Wissenschaft ist, verbietet und Wissenschaft durch Ideologie ersetzt. Ideologisch gefärbte KI soll Bevölkerung und Studierenden zusätzlich die Recherchearbeit abnehmen, Wissenslücken aufspüren und auffüllen. Der Mensch von Morgen soll also weder seine Wissenslücken selbständig füllen können, noch selbständig recherchieren oder denken können. Bereits heute gibt es junge Erwachsene, die keine Schreibschrift mehr gelernt haben.

Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert will die Politik des 21. Jahrhunderts eine Degeneration der Bevölkerung und der Studierenden herbeiführen und implementieren, die im 19. Jahrhundert noch als Problem gesehen wurde und zu Strategien der Abwehr der Degeneration führten. Im 19. Jahrhundert wurde außerdem noch großen Wert auf die Quantität der Bevölkerung gelegt, da viele Bauern, Handwerker, Soldaten und später auch Arbeiter in den Fabriken für Wohlstand und Verteidigung eines Landes sorgten.

Durch die Industrialisierung und die Konzentration großer Teile der Bevölkerung um die Fabriken, die Verarmung und die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken breiteten sich Probleme wie Seuchen, Alkoholismus und Verwahrlosung der Kinder aus, die während der Arbeit der Eltern alleine zu Hause waren und weder versorgt noch gefördert werden konnten, sodass körperliche und geistige Entwicklungsstörungen um sich griffen, die allerdings nicht als Folge der harten Arbeit, der mangelnden Hygiene und der mangelnden Fürsorge galten, sondern als Degenerationsprozess der Bevölkerung fehlgedeutet wurden.

Der Begriff der Degeneration als Voraussetzung zum Aussortieren von Menschen

Während sich die frühen Ideologien zur Menschenzucht auf die Züchtung von starken und intelligenten Menschen beschränkten, wurde der Begriff der Degeneration Teil der Negativauswahl, die dann im Nationalsozialismus in der Sterilisation und in der Tötung behinderter Menschen und „niederer Rassen“ gipfelten.

Die Biologisierung der Menschenzucht
Charles Darwin und die Folgen

Charles Darwin (1809-1882) definierte den Menschen als Gegenstand der Auslese. Alle Lebewesen stammen nach Darwin von einem Stammbaum ab. Vor Darwin galt die Art als feststehende Konstante mit individuellen Abweichungen. Darwins Untersuchungen legten jedoch nahe, dass eine Art veränderlich ist. Die Art passe sich an ihre Umgebung an und die Nachkommen einer Art können sich in manchen Merkmalen bereits von ihren Vorfahren unterscheiden. Artabweichungen und die Divergenz der Abweichungen führte Darwin auf den Kampf des Überlebens zurück. Der Daseinskampf sei die Ursache der „natürlichen Selektion“. Nur der Tüchtigste überlebe. Eine wirksame Strategie des Überlebens sei die sexuelle Zuchtwahl.

Auch wenn Darwin die Evolution als grundsätzlich vorwärtsgerichtet beschreibt, sei bei Kulturvölkern auch ein Rückschreiten möglich, wenn niederstehende, lasterhaftere, leichtsinnige Menschen sich schneller vermehren als andere. Darwin führte hier auch die Definition des Monströsen ein, das Monströse mit seinen extremen Abweichungen könne sich auch in der ganzen Bevölkerung ausbreiten. Darwin führte hier die Anormalität als Gesetzmäßigkeit bei der Entstehung von Leben ein. Das führte in Folge zu biologisch begründbaren eugenischen Konzepten und Strategien.

Noch vor den Vererbungsgesetzen ließen Darwins Theorien radikalere Eingriffe nötig erscheinen, anstelle von individuellen Heilungen.

Durch die Selektions- und Evolutionstheorie Darwins ließen sich Wertsetzungen und die daraus folgenden Handlungen wissenschaftlich herleiten.

In Verbindung mit dem Utilitarismus findet expansiver Szientismus Niederschlag in den Werten: Das Individuum wird abgelöst durch die Gattung.
Diese Abstraktion und der Begriff der Erbmasse führten zu Veränderungen in Politik, Ethik und Wissenschaft, die biologische Lösungen vor soziale und gesellschaftliche Lösungen stellten.

Damit richteten sich die neuen Ethiken gegen die christliche Individualethik und den Gleichheitsgrundsatz der Aufklärung.

Begriffsentwicklung: Eugenik und Rassenhygiene –
Francis Galton – der Begründer der Eugenik

Als Begründer der Eugenik gilt Francis Galton (1822-1911), der Cousin Charles Darwins. Er entwickelte aus Darwins Theorie der Entwicklung der Arten sein Konzept zur Verbesserung der Arten „Genie und Vererbung“. Auch entwickelte er wie Darwin eine Kurvenlandschaft des Normalen in der Bevölkerung zur Bemessung der Abweichung.

Galtons Forderung nach einer künstlichen Selektion stellt ihn vor ein forschungsmethodisches Problem, die Daten der „Zuchtwahl“ zu erfassen.

Nach Galton könne die Reputation eine messbare Größe sein, er sieht die guten Eigenschaften nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilt, sondern sie häuften sich in bestimmten Familien. Die Fähigkeiten leitete er vom Genie ab, Befähigungen für bestimmte Berufe würden weiter vererbt.

Er entwickelte die Theorie der „reinen Typen“, die besonders für den Überlebenskampf geeignet seien und deren Eigenschaften besonders harmonisch abgestimmt bei einigen Menschen vorkommen. Aus dieser Mischung leitete er den Idealtypus ab. Der Mensch im Allgemeinen befinde sich zwischen Genius und Idiotie.

Im Nationalsozialismus führten die Ärzte dann zahlreiche Vermessungen der verschiedenen Ethnien
durch, um ihre Rassentheorien zu begründen.

Kurzgeschichte der Eugenik: Auslese auf der Ebene der Keimzellen
August Weismann

Der Zoologe August Weismann (1834-1914) veröffentlichte 1904 seine umfassende Vererbungstheorie. Er verbindet sie mit der Selektionstheorie.

Weismann studierte die Vererbung an Einzellern. Er ging durch seine Beobachtungen unter dem Mikroskop von einer unsterblichen chromatischen Substanz aus, die die Einzeller durch Teilung an ihre Nachkommen weitergeben. Diese Theorie überträgt er auf Mehrzeller. Weismann glaubte, die Keimzellen seien unveränderbar und könnten sich bei allen Lebewesen unendlich durch Teilung vermehren. Hier unterscheidet er sich von Darwin, der eine Änderung der Arten bereits bei direkten Nachkommen beobachtet hatte.

Die Kultur der Menschen rege nach Weismann abwärts gerichtete Keimlinien an. Die Humanität störe deswegen den natürlichen Selektionsprozess. Entfällt so die Regulation auf natürlichem Wege, müsse sie künstlich angeregt werden.

Geschichte der Eugenik: Alfred Ploetz – Rassenhygiene

Was in England Francis Galton unter dem Begriff der Eugenik zusammenfasste, deckt sich mit dem Begriff des deutschen Arztes Alfred Ploetz (1860-1940) der Rassenhygiene. Die internationale Eugenik-Elite benutzte beide Begriffe synonym.

1905 gründete Ploetz die erste eugenische Gesellschaft für Rassenhygiene.

Ploetz vertat die an Darwin angelehnte Theorie, dass Zeugung nicht dem Zufall überlassen werden sollte, sondern sich an die Zeit und an die Wissenschaft anlehnen müsse.

Wenn missgebildete Kinder trotzdem nicht verhindert werden könnten, solle man sie einem sanften Tod zuführen, z.B. mit Morphium.
Ärzte sollten zur Beurteilung des Erbwertes und des Fortpflanzungsrechts herangezogen werden und die Entscheidung über Leben und Tod treffen können.

Züchtungsideologien der Sexualmoralisten

Kurzgeschichte der Eugenik

Zu den Züchtungsvorstellungen der Eugeniker kamen die Züchtungsideologien von Sexualmoralisten.

Die Eugeniker und Sexualmoralisten bildeten eine Schnittmenge, in der die Sexualmoral die Vorbedingung der Eugenik sei.

So sollten z.B. nach dem Sexualmoralisten Christian von Ehrenfels (Philosoph und Begründer der Gestaltpsychologie) „rassisch wertvolle Männer“ in Frauenverbänden verweilen, so könnten sie auf diese Weise 1000e Kinder zeugen.

Es bildeten sich eugenische Bünde, wie die Nordische Bewegung, die Bewegung Mittgart „zur Erneuerung der germanischen Rasse“ und ähnliche Bünde wie die „zur Züchtung einer Rasse von Blonden und Blauäugigen“ in denen sich Frauen und Männer bis zur Schwangerschaft treffen sollten.

Eugenik nach 1945
Julien Huxley und der Transhumanismus

Nach den Euthanasieprogrammen der Nationalsozialisten traf sich die eugenische Welt-Elite bereits in den 1950er Jahren wieder um Julien Huxley (Biologe und Bruder von Aldous Huxley), der den Transhumanismus begründete. Der Transhumanismus ist eine eugenische Ideologie der Mensch-Maschine-Verschmelzung und des genetisch optimierten Menschen, die sich stark an den Nationalsozialismus anlehnt. Der Transhumanismus definiert den homo sapiens sapiens als Untermenschen sowie den mit neuen Technologien veränderten und ausgestatteten „Menschen“ als Übermenschen.

Die internationalen Eugeniker, die schon Hitlers Menschenversuche unterstützten, beschlossen die Eugenik zur Bevölkerungskontrolle und zur Optimierung der Bevölkerung aufgrund des Entsetzens über die Sterilisations- und Euthanasieprogramme der Nazis zunächst ruhen zu lassen, bis Gras über den Nationalsozialismus gewachsen ist.

Sie machten sich allerdings damals bereits Gedanken um den Bevölkerungszuwachs, der um die Jahrtausendwende erreicht sein würde. So schrieb Aldous Huxley in seinen Essays von 1959 „Wiedersehen mit der schönen neuen Welt“, eine Reflexion seines Romans „Schöne neue Welt“:

„Die kürzeste und und breiteste Straße zum Albtraum der „schönen neuen Welt“ führt wie gesagt, über Überbevölkerung und die beschleunigte Vermehrung der Menschheit – zwei Milliarden achthundert Millionen heute, fünf Milliarden fünf Millionen um die nächste Jahrhundertwende, wobei der größte Teil der Menschheit vor der Wahl zwischen Anarchie und totalitärer Kontrolle stehen wird. Aber der wachsende Bevölkerungsdruck auf die verfügbaren Rohstoffe und Nahrungsmittel ist nicht die einzige Kraft, die uns dem Totalitarismus zutreibt. Dieser geheime biologische Feind der Freiheit ist mit unermeßlichen Kräften verbündet, welche gerade durch diejenigen Fortschritte der Technologie entstehen, auf die wir am stolzesten sind.“
(Wiedersehen mit der schönen neuen Welt- Aldous Huxley, Piper)

Während die Eugeniker bis ins letzte Jahrhundert die Bevölkerung zu mehren versuchten, um Vorteile in der Ökonomie und im Krieg zu erlangen, beschäftigen sich die Eugeniker heute mit der Bevölkerungsreduktion aus Angst vor Überbevölkerung und Ressourcenknappheit. Hinzu kommt, dass die KI und die Robotik den Menschen in weiten Teilen ersetzen soll, der Mensch also für die eugenische Welt-Elite nicht mehr nützlich ist, sondern eine finanzielle Belastung darstellt.

In der Politik der Transhumanisten und einschlägiger NGOs erreichte die Eugenik ihren derzeitigen Höhepunkt mit geforderten Verhaltens-, Bewegungs- und Fortpflanzungseinschränkungen, wie z.B. die Bewerbung von Gentherapien in Schwangerschaften oder die Bewerbung von Pubertätsblockern für Kinder und Jugendliche sowie in Berechnungen wie viel CO2 ein Baby im Laufe seines Lebens produziert.

Nahezu zeitgleich mit den Werbekampagnen gegen eine Mutterschaft und Nachkommenschaft sowie gegen das Entwickeln einer erwachsenen, sexuellen Identität im Westen, meldete China, technisch funktionsfähige Gebärmaschinen entwickelt zu haben.

Der groß angelegte Menschenversuch seit 2020/21 der eugenischen Welt-Elite soll laut kanadischer Studie inzwischen bereits 30 Millionen Menschenleben gekostet haben.

„„Im Jahre 1931, als ich „Schöne neue Welt“ schrieb, war ich überzeugt, dass wir noch viel Zeit hätten. Die völlig organisierte Gesellschaft, das wissenschaftliche Kastensystem, die Abschaffung des freien Willens mittels methodischen Konditionierens, die durch regelmäßige Verabreichung pharmakologisch hervorgerufene Glückseligkeit annehmbar gemachte Versklavung, die in nächtlichen Schlafunterrichtskursen eingetrichterten Glaubensartikel – das alles würde wohl einmal kommen, aber nicht zu meiner Lebenszeit, nicht einmal zu der meiner Enkel. Ich weiß das genaue Datum der in meiner „Schönen neuen Welt“ erzählten Ereignisse nicht mehr; aber sie spielten sich irgendwann im 6. oder 7. Jahrhundert nach F. (Ford) ab. … Siebenundzwanzig Jahre danach, in diesem dritten Viertel des 20. Jahrhunderts n.Chr. und lange vor dem Ende des 1. Jahrhunderts n. F., denke ich beträchtlich weniger optimistisch denn damals als ich „Schöne neue Welt“ schrieb (Anm. der Autorin: Huxley glaubte, die Menschen würden in der Zwischenzeit (nach dem Krieg) das Beste aus der Unordnung des Liberalismus und der viel zu ordentlichen schönen neuen Welt machen, in welcher völlig reibungsloses Funktionieren keinen Raum für Freiheit oder persönlichen Unternehmungsgeist ließe). Die Prophezeihungen von 1931 werden viel früher wahr als ich dachte. Die selige Zeit aus zu wenig Ordnung und dem Albtraum aus zu viel Ordnung hat nicht begonnen und scheint nicht beginnen zu wollen. Zwar erfreuen sich die Menschen im Westen vereinzelt noch immer eines großen Maßes an Freiheit … In der übrigen Welt ist die Freiheit des Individuums schon verschwunden oder ganz offensichtlich im Verschwinden begriffen. Der Albtraum totaler Organisation, den ich ins 7.Jahrhundert n. F. gelegt hatte, ist aus der ungefährlich fernen Zukunft herausgetreten und erwartet uns nun unmittelbar vor unserer Tür.“ (1959, A. Huxley, Wiedersehen mit der Schönen neuen Welt)

Datensammlungen und eine totale Ordnung, wie mit der Planung von Smart Cities, digitaler Patientenakte, digitaler ID, Smart Homes, digitalem Geld pp., sind Teil der Eugenik und Bevölkerungskontrolle und in den letzten fünf Jahren juristisch und organisatorisch vorbereitet worden.

Weiterführend: Daten als Voraussetzung der Eugenik

Weiterführende Quellen und Fachliteratur:

Maren Lorenz – Menschenzucht – Wallstein

Rasse, Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland (suhrkamp taschenbuch wissenschaft), Weingart, Kroll, Bayertz

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